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Am 1. Januar 2025 jährt sich die „Kommunale Neuordnung“. Hamm ist dann seit 50 Jahren eine Großstadt. Das Jubiläum wird mit sieben Festen in den Bezirken gefeiert. Ein Überblick.
Hamm - Vor 50 Jahren war nicht allen zum Feiern zumute. Am 1. Januar 1975 entstand das neue Hamm – eine Großstadt, die sich aus dem namensgebenden Stadtkern und den bis dahin selbständigen Umlandgemeinden zusammensetzte. Inzwischen sollte man darüber hinweg sein und die Sektgläser herausholen. Ein Überblick über das Jubiläumsprogramm 2025.
Der 1. Januar als Jahrestag der „Kommunalen Neuordnung“ wird ohne Würdigung vorübergehen. Womit die Stadt sich gewissermaßen treu bleibt: Auch 1974/75 knallten die Korken für das neue Jahr und nicht für die neue Stadt – eine Zeremonie sparte man sich in jener Silvesternacht.
50 Jahre Großstadt Hamm: Sieben Feste – in jedem Stadtbezirk eines
Einen Festakt plant die Stadt erst für den November, Datum und Gästeliste gibt es noch nicht. Überhaupt, so heißt es im Rathaus, stelle man sich für das Jubiläumsjahr eher bürgernahe und farbenfrohe Feste vor.
Genaugenommen sind es sieben Feste, für jeden Stadtbezirk eines. Die Daten stehen bereits fest:
- 10. Mai „50 Jahre Stadtbezirk Uentrop – wir feiern“, vor der Eissporthalle;
- 16. bis 18. Mai „Wir in Bockum-Hövel 2025“, Bockum-Höveler Marktplatz;
- 14. Juni „#ZUSAMMENhaltPELKUM“ rund um Amtshaus, Bürgerhalle und Pelkumer Kirchplatz;
- 15. Juni „Gemeinsam statt einsam“, Herringer Marktplatz;
- 4. bis 6. Juli „Dynamisches Heessen: Von der Tradition in die Moderne, vom Bergbau zum Gesundheitsstandort“, Heessener Markt und rund um den Brokhof;
- 30. August „Hamm ist bunt“ (Stadtbezirk Mitte), am Jahnstadion;
- 30. August „Sport im Stadtbezirk Rhynern“, beim Hammer Sport-Club.
50 Jahre Großstadt Hamm: Feste mit Strahlkraft über den jeweiligen Bezirk hinaus
Dabei hofft man im Rathaus, dass es Feste mit Strahlkraft über den jeweiligen Bezirk hinaus werden. Von einer guten Gelegenheit, andere Viertel in der eigenen Stadt zu entdecken, spricht Carolin Lünser, die den Jubiläumsreigen organisiert.
Mit den Ausstellungen „Heroes in Town“ ab dem 30. Mai im Allee-Center und „Stadt in der Kunst – Kunst in der Stadt“ in Schaufenstern der Innenstadt soll im Jubiläumsjahr aktuelle Kunst aus Hamm gezeigt werden. Zum Jubiläumsprogramm zählt die Stadt auch die „Giant-Rooks“-Konzerte im Kurpark. Die aus Hamm stammende und international erfolgreiche Band tritt dort am 5. und 6. September vor zusammen 20 000 Fans auf. Es sind die einzigen „Rooks“-Konzerte im kommenden Jahr.
„Wie Hamm eine Großstadt wurde“: Erzählwettbewerb zum Thema kommunale Neuordnung
Ein wenig mehr auf den Jubiläumsanlass ist der Erzählwettbewerb „Wie Hamm Großstadt wurde“ ausgerichtet. Geschichtsverein, Stadtarchiv, Stadtbüchereien und Volkshochschule haben sich dafür zusammengetan. Eingereicht werden können Text-, Foto-, Video- und Audiobeiträge, die sich mit der Neuordnung beschäftigen.
Die Neuordnung
Am 1. Januar 1975 wurde die damals bereits kreisfreie Stadt Hamm beträchtlich erweitert. Dazu kamen die Stadt Bockum-Hövel (bis dahin Kreis Lüdinghausen), die Stadt Heessen (Kreis Beckum) sowie die Gemeinden Uentrop, Rhynern und Pelkum (alle Kreis Unna). Ein entsprechendes Gesetz zur Neuordnung des Raumes Münster und Hamm hatte der Landtag am 8. Mai 1974 beschlossen. Die eingemeindeten Kommunen legten Verfassungsbeschwerde ein, scheiterten damit jedoch.
Der Abschluss des Jubiläumsjahres ist dann gleichzeitig der Einstieg ins nächste. Am 7. November jährt sich zum 800. Mal der Tod des Kölner Erzbischofs Engelbert von Berg, der zur Gründung Hamms führte. Das 800-jährige Stadtjubiläum soll 2026 deutlich größer gefeiert werden. Die Stadt richtet dazu unter anderem den Westfälischen Hansetag aus (16./17. Mai 2026). Weitere Programmpunkte sollen 2025 bekanntgegeben werden.