Kurze Brede

Baugebiet in Hamm: Endausbau verzögert sich - Das ist der Grund

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Neue Häuser, kaputte Straße: Der Endausbau des Baugebiets Kurze Brede lässt weiter auf sich warten.
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Der Endausbau im Baugebiet „kurze Brede“ lässt weiter auf sich warten. Grund dafür sind die gestiegenen Kosten. Die Anwohner sind frustiert.

Hamm – Während die Schlaglöcher auf der provisorischen Straße im Neubaugebiet „Kurze Brede“ in Heessen (Hamm) immer größer werden, ist ein Beginn des Endausbaus weiter nicht in Sicht. Das erklärt sogar Magnus Schröer vom dafür zuständigen Unternehmen „Magnus Immobilien & Consulting GmbH“. „Das ist eine Katastrophe“, findet Anwohner Steven Kawecki.

Die Katastrophe, das ist für die etwa 50 Grundstückseigentümer der Zustand der Erich-Polkaehn-Straße, die in U-Form durch das Baugebiet zwischen Kappenbusch und Frielicker Weg führt. Die tiefen Löcher sind aus Sicht der Anwohner schon eine Gefahr für die zirka 90 Kinder vor Ort.

Von Autos gelockerter Schotter führt zu Steinschlägen, Dreck und Staub legt sich über die frisch verputzten Wände. Die Vorgärten können ebenfalls nicht gebaut werden, weil die endgültigen Höhen der Straße fehlen.

Bauprojekt in Hamm: Seit zwei Jahren tut sich nichts mehr

Eigentlich gibt es eine Regelung zwischen Stadt und Investoren: Wenn etwa 80 Prozent der Häuser fertiggestellt sind, erfolgt zeitnah der Endausbau. Das war beim erst 2017 beschlossenen Baugebiet Kurze Brede schon 2020 der Fall. Eine erste Ankündigung im Juli gleichen Jahres sprach vom Frühjahr 2021 als Startschuss des Endausbaus – seitdem tut sich nichts. „Man wird hingehalten“, sagt Anwohnerin Eva Zukowski.

Die Nachbarschaft treibt nicht nur der Unmut über die fehlende Fertigstellung um, es gibt auch die Sorge, auf den Mehrkosten sitzen zu bleiben. Bei Vertragsabschluss wurde eine (übliche) Vereinbarung getroffen, ihre finanzielle Beteiligung am Endausbau im Vorfeld zu bezahlen. „Die Firma Magnus verfügt seitdem über unser Geld“, sagt Zukowski: „Wir haben bezahlt, wofür wir keine Leistung bekommen.“

Kostenexplosion durch Corona und dem Ukraine-Krieg

Die Verteuerung der Preise nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie und später des Ukraine-Kriegs sei ursächlich für die Verzögerung, das haben Bauträger und Stadt längst erklärt. Letztere bezeichnete im vergangenen August, als der WA bereits über das Problem berichtete, den Vorgang als „einmalig“ und sprach von „außergewöhnlichen Umständen“.

Weil Magnus die deutlich gestiegenen Kosten nicht tragen kann, hatten sich beide daraufhin geeinigt, den Endausbau erst bis spätestens Sommer 2024 anzugehen. Wobei Magnus immer wieder zu gucken habe, ob es eine Preisentspannung im Tiefbaubereich gebe.

Keine Markterholung in Sicht

Eine entspanntere Lage sei allerdings nicht spürbar, meint Schröer mit Blick auf das neue Jahr. Zuletzt hatte er in Abstimmung mit der Firma „beta“, die ebenfalls im Baugebiet ansässig war, erneut einen Tiefbauer um ein Angebot gebeten. Für die Verzögerung ist „beta“ deswegen aber nicht verantwortlich. Man habe mit der Kontaktaufnahme lediglich den Erwerbern der 18 Beta-Wohneinheiten helfen wollen, heißt es aus der Kommunikationsabteilung des Unternehmens.

Das neue Angebot habe schließlich etwa zweieinhalb Mal höher gelegen als zu Beginn kalkuliert. „Es gibt keine Markterholung“, erklärt Schröer daher: „Das tut uns ja auch leid. Wir hätten das auch lieber erledigt, denn das ist ja keine Werbung für uns.“

Stadt Hamm zuversichtlich, dass Endausbau bis Sommer 2024 in die Wege geleitet wird

Die Anwohner bezweifeln allerdings, dass eine entscheidende Preisentspannung überhaupt eintritt, schon gar nicht eine, die zu einem Endausbau-Beginn im Sommer 2024 führen könnte. „Es wird doch nicht günstiger. Da werden wir nie wieder hinkommen“, meint Zukowski. Und Kawecki ergänzt: „Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, länger zu warten. Das ist deprimierend, denn es kann uns keiner helfen.“

Die Stadt scheint da auf Nachfrage anderer Meinung zu sein. „Wir sind zuversichtlich, dass der Endausbau im besprochenen Zeitfenster in die Wege geleitet werden wird“, teilte Lukas Huster mit. In Kontakt sei man weiterhin, beschleunigen könne die Verwaltung das Verfahren jedoch nicht.

Anwohner wünschen sich eine Perspektive

Die Anwohner sind frustriert und machen sich bereits Sorgen, was passiert, wenn auch bis Mitte 2024 keine Bewegung in die Sache kommt. „Und was ist danach?“, fragt Kawecki. „Es muss doch eine Perspektive geben“, sagt Zukowski frustriert. Eine Frist, wie lange zwischen den 80 Prozent Bebauung und dem Endausbau vergehen darf, gibt es nicht.

Zugesichert war den Familien bereits im vergangenen Sommer, dass der ebenfalls noch fehlende Spielplatz vorgezogen wird. Vor Herbst wird er aber nicht fertig, wie Schröer vorgerechnet hat. Am 11. Mai findet eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zum Spielplatz statt. Huster geht davon aus, dass in der ersten Sitzungsrunde nach der Sommerpause der politische Beschluss für den Spielplatz vorliegt. Es folgt die Ausschreibung – und dann geht es irgendwann los.

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