Hoffnung für Stunikenmarkt

Kirmes unter Druck: Feuerwerk fällt Sparzwang zum Opfer

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Ein Highlight weniger: Bei der Kirmes in Heessen und Herringen verzichten die Organisatoren auf der Feuerwerk. Beim Stunikenmarkt (Bild) soll es erhalten bleiben.
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Der Schaustellerverein in Hamm kämpft mit steigenden Kosten. In Herringen und Heessen wird deshalb das Feuerwerk gestrichen. Was könnte noch kommen?

Hamm – Der Schaustellerverein „Hand in Hand“ leidet unter einem enormen Kostendruck. Das hat Folgen für den Jahrmarkt in Herringen (19. bis 21. April) und die Heessener Dorfkirmes (26. bis 28. April). „Es wird hier kein Feuerwerk mehr geben“, sagte Vorsitzender Uwe Röhrig. Auch für den Stunikenmarkt in der Innenstadt (13. bis 17. September) kündigte Röhrig Einsparungen an. Die beträfen allerdings nicht das Feuerwerk.

In Herringen und Heessen sah sich der Schaustellerverein hingegen gezwungen, die Notbremse zu ziehen. Aufgrund gestiegener Kosten in verschiedenen Bereichen habe man hier bereits 2022 ein leichtes, im vorigen Jahr ein dickeres Minus eingefahren, sagte Röhrig. „Als Veranstalter kommen wir zum Beispiel für die Kosten für die Security, den Toilettenwagen, die Säuberung des Platzes, die Werbung und eben für das Feuerwerk auf. Allein das kostet rund 2500 Euro.“ In allen Bereichen seien die Kosten in den letzten Jahren nahezu explodiert.

Natürlich hätte der Schaustellerverein die Möglichkeit, die Gebühren für die Stand- und die Karussellbetreiber zu erhöhen. Die hätten aufgrund der höheren Standgebühren dann aber ihre eigenen Preise erhöhen müssen – oder hätten ganz abgesagt. „Und wenn eine Bratwurst eines Tages fünf Euro kostet, kommt keiner mehr“, so Röhrig.

Die Beschicker der Jahrmärkte nicht nur in Hamm hätten sowieso schon mit steigenden Preisen zu kämpfen, insbesondere für die Energie und das Personal. „Mir als Schausteller ist es wichtig, dass ein Volksfest ein Fest fürs Volk bleibt.“ Bei weiter stark steigenden Preisen könnten sich viele Familien den Besuch einer Kirmes einfach nicht mehr leisten.

Und so stand der Schaustellerverein vor der Wahl, die Standgebühren zu erhöhen – oder eben bei den eigenen Kosten zu sparen. Schweren Herzens habe man sich dazu entschieden, auf das Höhenfeuerwerk zu verzichten. „Obwohl wir wissen, dass der Freitagabend in den letzten Jahren immer der besucherstärkste Tag in Herringen war – gerade wegen des Feuerwerks“, so der Vorsitzende, der hofft, dass die Fans der Kirmes trotzdem die Treue halten. Mit Blick auf den Stunikenmarkt erklärte er, dass er Einsparpotenziale bei der Werbung sehe.

In Bockum-Hövel läuft seit Freitag die stadtweit erste Kirmes des Jahres 2024. Ein Feuerwerk gibt es dort übrigens ohnehin nicht.

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