Früher und Heute

Von der Krise zum Besuchermagnet: So hat sich der Tierpark Hamm verändert

  • schließen

Abriss, Neubau und Umgestaltung – im Hammer Tierpark hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. In kleinen und großen Schritten hat sich der Tierpark zu einem echten Besuchermagneten entwickelt. Ein Rückblick und ein Ausblick.

Hamm – „Hammer Tierpark in Existenzkrise“ – so lautete die Schlagzeile des Westfälischen Anzeigers im August 2013. Zehn Jahre später ist von dieser Krise nichts mehr zu spüren – ganz im Gegenteil.

Kamen auch im Jahr 2017 noch immer „nur“ rund 150 000 Besucher in den Tierpark, hat sich diese Zahl in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. 303 119 Besucher zählte der Park 2022. Eine Rekordzahl, die auch in diesem Jahr wieder erreicht werden könnte. In den Sommerferien verzeichnete der Park 59 325 Besucher, rund 1500 mehr als im vergangenen Jahr zur selben Zeit. Ein Zeichen, dass das Entwicklungskonzept der Stadt Früchte trägt.

Inzwischen vor allem an den Wochenende ein durchaus übliches Bild an der Grünstraße: Vor dem Eingang bilden sich Warteschlangen. Viele Familien mit Kinder aus ganz NRW kommen nach Hamm, um den Tierpark zu besuchen. Archi

Das Entwicklungskonzept

2017 übernahm die Stadt den Tierpark vom vorherigen Betreiber, der Lebenshilfe Hamm. Das Entwicklungskonzept 2025 wurde erstellt; Investitionshöhe zwölf Millionen Euro. Das Ziel: den Hammer Tierpark zum Schmuckstück und dauerhaften Besuchergaranten zu machen. Durch Corona und die Folgen des Ukraine-Kriegs sei die geplante Umsetzung des kompletten Entwicklungskonzeptes bis zum Jahr 2025 allerdings mittlerweile hinfällig, sagt Tierparkchef Sven Eiber auf Nachfrage.

Tierpark Hamm früher und heute

Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother/Tierpark/ Archiv
Tierpark Hamm früher und heute
Tierpark Hamm früher und heute © Foto: Andreas Rother

2016 neues Mandrillhaus eröffnet

Ein erster Schritt in Richtung besserer Zukunft für den Tierpark wurde schon kurz vor der Übernahme und dem damit einhergehenden Entwicklungskonzept Ende 2016 gemacht. Damals wurde das neue Mandrill-Haus eingeweiht. Zunächst ohne Bewohner – die zogen pünktlich zum Saisonstart 2017 in ihr neues Zuhause ein, das für rund 300 000 Euro auf der Fläche im südlichen Teil des Parks neu gebaut wurde. Von den damals acht leben heute noch fünf Mandrills auf der Anlage, die im Frühjahr 2023 noch einmal saniert wurde.

Spielplatz wird zur Fabeltier-Erlebniswelt

Eine der größeren Investitionen aus dem Entwicklungsplan war der Umbau des großen Spielplatzes in der Mitte des Parks. Rund 900 000 Euro wurden in die Fabeltier-Erlebniswelt investiert, die im Sommer 2020 eröffnet wurde. Mit seinen Spiel- und Klettergerüsten für unterschiedliche Altersstufen und dem großen begehbaren Wasserkissen, ist der Spielplatz für so manche Familien zu einem der Hauptaufenthaltsorte im Park geworden.

Spielplatz vergrößert: Die alte Gastro-Hütte ist zwar geblieben, innen ist aber ein Geburtstagsraum entstanden.

Gastronomie: Das sind die Pläne für den Umbau

Auch der Gastrobereich hat sich optisch verändert. Wo einst die kleine Bühne stand, stehen seit 2020 überdachte Picknick-Tische. Und die Innengastro im großen Pavillon hat einem Geburtstagsraum Platz gemacht. Die größte Veränderung steht hier aber noch an: Auf der Fläche des im Sommer 2022 abgerissenen alten Affenhauses soll eine neue Gastronomie mit angeschlossener Toilettenanlage, Wickel- und Stillräumen, Seminarbereich und Indoor-Spielhalle entstehen. Ebenso soll in diesem Gebäudekomplex das neue Gibbonhaus eingebunden werden.

„Hierbei wird es sich um das größte Bauprojekt handeln, das im Tierpark je umgesetzt wurde. Wir gehen aktuell davon aus, dass die Arbeiten Anfang 2024 sichtbar für die Besucher beginnen“, sagt Tierparkchef Sven Eiber. Bis dahin wird die freigewordene Fläche ganz anders genutzt. So lud der Tierpark im Juli und August zu Yogastunden auf der großen Wiese. „Diese wurden sehr gut angenommen und wir können uns gut vorstellen, sie im kommenden Jahr zu wiederholen“, sagt Verena Siewert vom Tierpark-Marketing. Neben dem Yoga-Angebot finden aktuell auch unterschiedliche Tasting-Events statt. Sie alle waren nach kurzer Zeit ausgebucht.

März 2022: Lemuren-Anlage eröffnet

Eine weitere deutliche Veränderung ist die Lemuren-Anlage im nördlichen Teil des Parks, die im März 2022 eröffnet wurde. Rund 650 000 Euro kostete der Umbau der ehemaligen Teichanlage zu den Inselwelten mit begehbarem Madagaskarhaus. Auch das Flamingohaus bekam in diesem Zuge einen neuen Anstrich. Aufgrund der sehr hohen Spendenbereitschaft wuchs die Flamingogruppe, die durch den Diebstahl eines Flamingos 2021 auf vier Tiere reduziert worden war, mittlerweile auf 13 Tiere an.

Der triste Teich ist der Madagaskar-Insel gewichen, auf der Lemuren leben.

Tierbestand im Hammer Tierpark

Aktuell hält der Tierpark Hamm rund 380 Tiere in knapp 80 Arten. Früher waren es mehr. „In den vergangenen Jahren haben mehr Tiere und Tierarten den Park verlassen, als neue dazugekommen sind“, erklärt Eiber. Das habe vorrangig mit der Neuausrichtung und Umstrukturierung des Parks zu tun.

„Bei neuen Tierarten prüfen wir mittlerweile genau, ob Sie in das Konzept des Tierparks passen und ob eine Haltung sinnvoll ist. Vorrangig stellt sich die Frage nach dem Bedrohungsstatus und ob wir die Zuchtbemühungen der Zoologischen Einrichtungen zur Bildung einer Reservepopulation unterstützt können“, so der Tierparkchef. Dies sei zum Beispiel bei den Dik-Diks der Fall.

Ebenso spiele Bildung eine wichtige Rolle. So seien die bei den Besuchern beliebten Erdmännchen zum Beispiel Botschafter für gefährdete Verbreitungsgebiete.

Deutlich weniger Affen als 2019

Vor allen Dingen der Primatenbereich, in dem 2019 noch elf Primatenarten lebten, sei mit aktuell noch sechs Arten deutlich verringert worden. „Wir zeigen grundsätzlich lieber weniger Tiere, aber diese dafür in größeren und besseren Gehegen als früher“, so der Tierparkchef.

Sollten Affen aus den Seniorengruppen (Borneo-Gibbon, Weißhandgibbon und Paviane) versterben, werde für diese Tiere kein „Ersatz“ beschafft. Die Haltung der Paviane und der Borneo-Gibbons laufe aus. Hinsichtlich der Weißhand-Gibbons sei noch nicht abschließend geklärt, ob sie langfristig in die neue Gibbonanlage einziehen, oder – falls die Tiere irgendwann nicht mehr da sein sollten – auf eine andere gefährdete Gibbonart umgestellt werde. „Die Anlage wird dann größtenteils zurückgebaut, um Platz für neue Anlagen zu machen. Eine verbindliche langfristige Planung für den Bereich liegt noch nicht vor“, so Eiber.

Tiere wechseln Gehege

Neben neuen Gehegen gab es in den vergangenen Jahren auch in den bestehenden Gehegen immer wieder Änderungen. So zogen die Schnee-Eulen in die deutlich größere Geier-Voliere. Die Kronenkraniche, die vorher dort gelebt hatten, bilden jetzt eine WG mit den Zebras und Elenantilopen auf der Afrika-Anlage. Auch die Nasenbären haben ihr Gehege gewechselt. Sie sind jetzt neben den Gibbons zu finden, in ihrem alten Gehege lebt der Lachende Hans. Die Lippegänse sind bei den Vierhornziegen untergekommen. Auch das Reptilienhaus gibt es nicht mehr. Der Tierpark zeigt Reptilien und Fische nur noch im Madagaskarhaus.

Diese Tiere kommen bald in den Tierpark Hamm

Mitte August sollen auf der Südamerikaanlage Große Maras einziehen. Die große Mara wird auch großer Pampashase genannt und ist eine Nagetierart aus Argentinien. Sie werden dort gemeinsam mit den Guanakos (Lama) und Nandus leben. Auch für die neue Afrika-Voliere werden neben den Graupapageien und grünen Kongopapageien noch neue Vierbeiner in den Park kommen. Welche das sind, wollte Eiber noch nicht verraten. Wenn die neue Gibbonanlage fertiggestellt sei, sollen dort neben den Affen auch Asiatische Kurzkrallenotter einziehen. Langfristiges Ziel des Tierparks sei es, den Platz vorrangig bedrohten Arten zur Verfügung zu stellen und mit erfolgreicher Zucht die Erhaltung dieser Tiere zu unterstützen.

Im Rahmen des Entwicklungskonzeptes wurden auch Kleine Pandas genannt, „die sind allerdings mehr eine Empfehlung, als eine Festschreibung für die zukünftige Entwicklung. Inwiefern diese Empfehlungen noch haltbar sind, werden wir beizeiten prüfen“, so Eiber. Nur in einer Sache könne man sich sicher sein: Es werde auch in Zukunft keine Elefanten und keine großen Menschenaffen geben.

Pläne für die Zukunft

Neben dem Neubau der Gastro samt Gibbonhaus, deren Baubeginn für 2024 geplant ist, steht auch die Afrika-Voliere weiter auf dem Bauplan. Der Spatenstich hierfür war bereits Ende November 2022, aufgrund von Personal- und Materialengpässen im Baugewerbe musste der Baustart in den Sommer verschoben werden. „Wir hoffen, dass wir sie zu Saisonbeginn 2024 eröffnen können“, so der Tierparkchef.

Des Weiteren stehen der Neubau der Tigeranlage und des Eingangsgebäudes an. Genauere Pläne oder einen Starttermin für die Arbeiten am Tigergehege gebe es noch nicht. Auch die ursprünglichen Planungen für den neuen Eingangsbereich müssen noch einmal angepasst werden. Denn als die ersten Pläne erstellt wurden, gehörte der ehemalige Sportplatz des HSC noch nicht zum Park. Die Fläche müsse jetzt in den Park integriert werden und das beeinflusse auch die Eingangsplanungen. „Wir fokussieren uns gerade auf die aktuellen Baustellen, wie die Gastronomie und die Afrikavoliere“, so Eiber.

Parkplatzsituation

Ein viel diskutiertes Thema ist die Parkplatzsituation. 2020 wurde die Parkfläche um 335 Plätze auf dem ehemaligen Sportplatz an der Grünstraße erweitert, 2022 wurde die Fläche asphaltiert. Kosten: 600 000 Euro. Trotz der Erweiterung wird es angesichts des aktuellen Zustroms an stark besuchten Tagen schon wieder eng. Pläne für weitere Parkplätze gebe es derzeit aber nicht.

Rubriklistenbild: © © Andreas Rother

Kommentare