Kommunalwahl NRW

Viele mittelalte Männer: Das ist der typische Kandidat im Rat von Hamm

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Der typische Kandidat für den neuen Rat in der Stadt Hamm ist ein Mann und 48 Jahre alt. Frauenmangel herrscht fast überall

Hamm – Lokalpolitik in Hamm ist und bleibt (jedenfalls aktuell) eine Männerdomäne. Das zeigt sich nicht nur bei den sechs – durch die Bank männlichen – Kandidaten, die sich bei der Wahl am 14. September ums Amt des Oberbürgermeisters bewerben, sondern auch bei den Aspiranten für ein Ratsmandat. Frauen sind auch hier unterrepräsentiert, kommen lediglich auf eine Quote von 31,7 Prozent. Anders ausgedrückt: 252 Bewerber streben bei der Kommunalwahl in NRW in den stadtweit 29 Wahlbezirken ein Sitz im Stadtrat an. Davon sind 172 Männer und lediglich 80 Frauen.

Der typische Kandidat im Rat der Stadt Hamm ist männlich und im mittleren Alter

Frauenmangel herrscht dabei in nahezu jeder etablierten Partei – auch dort, wo man es nicht unbedingt erwartet hätte. Die Grünen, die ihre komplette alte Rats-Garde (im ziemlichen Unfrieden) abgelöst haben, weisen bei den Direktkandidaten für den Rat nun eine Männer-Quote von 72,4 Prozent aus. Auf denselben Wert kommen CDU, FDP und die Linke. Allein bei der SPD ist die Lage mit einem Frauen-Anteil von 41,4 Prozent ausgeglichener. Das BSW tritt in den 29 Direktwahlbezirken mit 15 Männern und 14 Frauen an – 48,3 Prozent Frauen sind der Spitzenwert in Hamm. Die Volt-Partei (tritt nur in 20 Bezirken an) hat 75 Prozent Männer aufgestellt, bei der AfD sind es gar 79,3 Prozent Männer. Pro Hamm kommt auf 62,1 Prozent Männer.

Vornehmlich eine Männerrunde: der Rat der Stadt, hier ein Foto aus der letzten Sitzung vor der Sommerpause.

Die CDU schickt mit einem Durchschnittsalter von 52,9 Jahren das älteste Bewerberfeld ins Rennen um die 29 Direktmandate für den Stadtrat. Die SPD liegt hier bei einem Durchschnittsalter von 50,7 Jahren, die FDP bei 48,1 Jahren. Erstaunlich sind auch hier die Grünen, die nach dem Abgang von Merschhaus, Weymann und Co. keine Verjüngungskur eingeleitet haben. Ihr Altersdurchschnitt liegt nun bei 52,5 Jahren. Die AfD (52,3 Jahre) liegt ebenfalls über dem Gesamtmittelwert von 48 Jahren. Pro Hamm (37,3 Jahre) stellt die jüngste Mannschaft, die Linke kommt auf 48,5 Jahre, die FDP auf 48,1 Jahre, BSW auf 48,5 Jahre und Volt auf 41,1 Jahre. FDP und Pro Hamm stellen die beiden jüngsten Bewerber (Jahrgang 2007), der stadtweit älteste ist Hakki Topuz (Jahrgang 1944) vom BSW.

Eine AfD-Kandidatin will in drei Städten gleichzeitig gewählt werden – darunter als Bürgermeisterin in Bergkamen. Wie soll das gehen?

von Frank Lahme und Patrizia Werner

Rubriklistenbild: © Andreas Rother

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