Halbfinale am Mittwoch

Hautnah dabei: Matthias Dröge aus Hamm berichtet von der Frauen-EM in England

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Reporter am Spielfeldrand: Matthias Dröge hat früher unter anderem für die Lippewelle berichtet. Im Moment ist er für den NDR in England unterwegs.

Die EM der Frauen in England geht langsam auf den Höhepunkt zu, derzeit stehen die Halbfinals an. Der gebürtige Hammer Matthias Dröge ist für den NDR vor Ort in London und berichtet über das deutsche Team. Erlebt er einen Frauen-Fußball-Hype?

Hamm/London – Bis jetzt haben die deutschen Frauen ein makelloses Turnier gespielt und können an diesem Mittwochabend gegen Frankreich den Einzug ins Finale perfekt machen.

Durch seine Arbeit an und in den Stadien ist Matthias Dröge nah an den Fans dran und merkt, wie die Stimmung immer besser wird, obwohl es am Anfang gar nicht danach aussah. „ Zu Beginn war es ziemlich ruhig, obwohl die Stadien bei den ersten beiden Gruppenspielen sogar ausverkauft waren“, berichtet Dröge. Vor den Spielen sei mittlerweile viel los um die Stadien. Da sei es nicht selten, dass die Fans auch zu den Bussen liefen und den Spielerinnen zujubelten. Neben den Familien der Mannschaft kommen nur vereinzelt Fans aus der Heimat. Auffällig seien allerdings die vielen Engländer in Deutschlandtrikots.

Frauen EM in England: Ausverkaufte Stadien - wenig Fans aus der Heimat

„Man versucht, mit den Fans ins Gespräch zu kommen und bemerkt dann erst, dass sie gar nicht aus Deutschland kommen“, so Dröge. Die Fans sähen außerdem einen großen Unterschied zu den Spielen der Männer. Dieser beziehe sich aber nicht auf die Leistung der Spielerinnen, sondern auf die Stimmung . „Die meisten finden es viel entspannter und familiärer“, so Dröge. Seiner Meinung nach sei es zudem viel friedlicher.

In London selbst komme momentan noch keine richtige Stimmung auf. Gründe dafür sieht Dröge im Spielplan der Engländerinnen, die noch kein einziges Spiel in der Hauptstadt bestritten haben. Im Hinblick auf das deutsche Team wünscht sich Dröge mehr Unterstützung. „Deutsche Zuschauer sollten den Frauen eine Chance geben. Es macht richtig Bock, ihnen zuzugucken“, so Dröge.

Hammer bei Frauen-Fußballe-EM: Team ist motiviert

Die Stimmung in der Mannschaft selbst sei hervorragend. Alle seien sehr motiviert und beeindruckt von den positiven Rückmeldungen, die sie zumindest in den sozialen Netzwerken bekommen. Auch die hohen Zuschauerzahlen vor Ort seien teilweise ungewohnt. „Zuhause spielen sie im Durchschnitt vor knapp 1500 Zuschauern“, erklärt Dröge. Das Turnier sieht Dröge auch als große Chance für den Frauenfußball in Deutschland. „Da ist noch ohne Ende Potenzial“, so Dröge. Der sportliche Erfolg helfe natürlich sehr in so einer Situation.

Für die letzten Tage in England wünscht sich Dröge einen krönenden Abschluss und den großen Pokal in Wembley.

Von Bennet Brinkmann

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