- VonBoris Baurschließen
Nun ist es offiziell: Möbel Boss in Hamm hat mit dem Räumungsverkauf begonnen. Am 31. Oktober ist im Geschäft an der Heessener Straße Schluss. Doch damit nicht genug: Auch der benachbarte Hammer-Markt wird schließen.
Hamm - Das Aus für Möbel Boss in Hamm reiht sich somit ein in die weiteren Schließungen, die das Unternehmen zuletzt in NRW vorgenommen hatte. In der Brökermersch entsteht dadurch ein riesiger Leerstand. Beide Filialen sind seit langer Zeit in Heessen, haben in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum an dem Standort in unmittelbarer Nachbarschaft zum Erlebensraum Lippeaue gefeiert. (Weil das Thema die Bürger stark bewegt, haben wir eine Umfrage erstellt: Was denken Sie? Einfach hier klicken oder nach unten scrollen!)
Schon am Dienstagmorgen hatten sich die Schnäppchenjäger zur Heessener Straße aufgemacht, um von den Prozenten zu profitieren. Das Angebot von Möbel Boss zeigte bald erste Lücken. Nachdem sich das Unternehmen noch Anfang des Monats, als im Markt in Soest der Räumungsverkauf begonnen hatte (Schließung 24. September), auf Nachfrage nicht zur Zukunft des Standorts erklärt hatte, ging nun alles sehr schnell.
Vor einer Woche, am 26. September, waren die Mitarbeiter über die Geschäftsaufgabe informiert worden. „Das war sehr, sehr überraschend“, meinte Marktleiter Falko Westerhoff. Anschließend begannen die Gespräche mit den Beschäftigten.
Aus für Möbel Boss in Heessen: 21 Mitarbeiter betroffen
21 Mitarbeiter in Verkauf, Lager und Büro sind bei Boss von der Schließung betroffen, die schon zum 31. Oktober erfolgen wird. Aus dem Kreis der Angestellten war zu hören, dass es schon seit Mai kaum mehr neue Ware für die Filiale in Heessen gegeben habe. Es kam auch Kritik an dem Vorgehen der Unternehmensführung auf, die die Beschäftigten nur fünf Wochen vor dem Aus mit der Tatsache konfrontiert und direkt im Anschluss mit den Gesprächen über die weitere Zukunft begonnen habe. Man habe sich gar nicht vorbereiten können, so der Vorwurf. Auch Alternativen seien nicht genannt worden. Von Kündigungen war die Rede.
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Möbel Boss, das zur Porta Holding GmbH & Co. KG mit dem Sitz in Porta Westfalica gehört, möchte sich „zum jetzigen Zeitpunkt“ weder zu den Gründen der Filialschließung noch zu den Beschäftigten oder zu den weiteren Plänen mit der Immobilie äußern, wie Unternehmenssprecher Holger Wetzel auf Nachfrage erklärte. Nach dem Aus der Geschäfte in Soest im September und in Dortmund im vergangenen Jahr befinden sich die nahegelegensten Märkte des Unternehmens in Lippstadt und Castrop-Rauxel.
Aus für Hammer in Heessen: 15 Mitarbeiter betroffen
Doch nicht nur der Möbel-Discounter gibt den Standort in Heessen auf. Zum 3. Dezember wird auch der benachbarte Hammer-Markt geschlossen. Davon künden neuerdings die Schilder vor dem Eingang. Eine offizielle Mitteilung des Unternehmens stand am Dienstag noch aus. Es war allerdings zu hören, dass die Schließung mit dem Aus von Möbel Boss zusammenhänge.
Die Entscheidung sei den Mitarbeitern offenbar aber schon eher mitgeteilt worden. In der Heessener Filiale, die im Bereich Raumgestaltung ein breites Sortiment von Farben, Tapeten und Bodenbeläge über Badmöbel und -textilien, Gardinen und Markisen bis zu Bettwaren, Handtüchern und Wohnaccessoires anbietet, liegt von der Heessener Straße aus hinter Möbel Boss. Etwa 15 Mitarbeiter sind in dem Markt beschäftigt. Von ihnen sollen einige in anderen Filialen unterkommen. Teilweise wurden ihnen auch gekündigt, wie zu hören war.
Ab Dezember wird es in Hamm nur noch das Geschäft in Bockum-Hövel an der Römerstraße geben. Weiter Hammer-Läden gibt’s in Dortmund, Soest und Lippstadt.
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