Hilfsbedürftige

Nachfrage bei der Hammer Tafel stark gestiegen

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Mehr Menschen in Hamm haben im Jahr 2022 die Hammer Tafel in Anspruch genommen.
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Die Hammer Tafel hatte im Jahr 2022 gut zu tun. Die Nachfrage ist deutlich angestiegen. Ein Grund: Die Flüchtlinge aus der Ukraine.

Hamm – 2022 haben deutlich mehr Menschen die Hammer Tafel in Anspruch genommen als im Jahr zuvor. Dabei wurden in Vergleichszeiträumen weit über 50 Prozent mehr Kunden gezählt. Das entspricht dem Wert, den die Dachorganisation Tafel Deutschland zum Jahreswechsel bekannt gegeben hatte. Grund für den Anstieg seien in erster Linie Flüchtlinge aus der Ukraine, sagte Tafel-Sprecher Siegbert Künzel.

Zwar gab es in Hamm keinen Aufnahmestopp wie bei bundesweit etwa 30 Prozent der Tafeln, allerdings sei in Hamm die Verteilmenge der Lebensmittel und Haushaltsgüter auf eine Obergrenze von ein bis zwei Personen pro Haushalt gedeckelt worden, so Künzel.

Höchster Wert seit fünf Jahren

Am Stichtag 30. November hatten Tafel-Mitarbeiter für die Vorwoche insgesamt 1715 Personen gezählt, die zur Ausgabe gekommen waren – der höchste Wert innerhalb von fünf Jahren. 667 von ihnen waren Asylsuchende oder Flüchtlinge. Ebenfalls ein Höchstwert.

Seit April 2022 ist die Zahl der Flüchtlinge, die zur Tafel kommen, sprunghaft gestiegen, die Zahl anderer Bedürftiger blieb auf bekanntem Niveau. Der Anstieg bei den Flüchtlingen ab April deckt sich mit etwas Verzug in etwa mit der Ankunft der ersten Ukraine-Flüchtlinge in Hamm. In den Vorjahren lag die Zahl der Flüchtlinge, die die Tafel aufsuchen, im mittleren und niedrigen zweistelligen Bereich, ab Juni 2022 pendelte sie sich konstant auf über 500 ein.

Steigende Spendenbereitschaft

Mit der wachsenden Nachfrage sei erfreulicherweise auch eine wachsende Spendenbereitschaft einhergegangen, sagte Künzel. Das habe sich nicht nur bei Lebensmittel und den Artikeln für den täglichen Bedarf gezeigt, sondern auch bei den Weihnachtspaketen. Über 1000 seien es geworden, so Künzel, mehr als im Jahr zuvor. „So viel Zuspruch hätten wir angesichts der vielfältigen Belastungen und Unsicherheiten in der Bevölkerung nicht erwartet“, sagte der Sprecher.

Gezählt werden bei der Tafel wochenweise die Menschen, die ihre Bedürftigkeit nachweisen und tatsächlich zur Ausgabe in der Friedrichstraße kommen. Das können Einzelpersonen, aber auch fünfköpfige Haushalte sein. Der Wochenschnitt seit Januar 2018 beläuft sich auf rund 1170 Kunden. Der niedrigste Wert lag bei 779 Kunden innerhalb einer Woche im August 2021. Die Tafel ist montags bis samstags von 9 bis 11 Uhr geöffnet.

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