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Nach Schreibwaren: „AnNi´s Stoffwelt“ zieht in Geschäft an der Ostenallee 130

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Noch sind die Schaufenster des Geschäfts an der Ostenallee 130 in Hamm verhängt: „AnNi’s Stoffwelt“ entsteht dahinter hinter.

Hamm-Osten – Die Merls & Co. machen es spannend: „Die Schaufenster bleiben verhängt bis zur Eröffnung“, sagt Nicole Merl. So darf noch eine Weile gerätselt werden, wie das Geschäftslokal Ostenallee 130 mal aussehen wird. Was reinkommt, daraus macht sie aber kein Geheimnis. „AnNi’s Stoffwelt“ heißt das neue Angebot. Wobei, so ganz neu soll es nicht sein.

Leidenschaft für Stoffe: Inspiration von Mechthild Aufermann

Nahe dem Kurpark und an einer Hauptverkehrsader im Hammer Osten entsteht ein Stoffgeschäft, in dem neben Textilien und Kurzwaren auch Nähkurse angeboten werden. Bekannt? Kein Wunder. Das Geschäft entstehe „getreu dem Vorbild von Frau Aufermann“, sagt Cedric Brand.

Mechthild Aufermann und ihr Team waren mit dem Nähzentrum am Alten Uentroper Weg in Werries in 26 Jahren zur Institution des Nähens geworden. Ende 2021 verabschiedete sich Aufermann in den Ruhestand – die Leidenschaft für Stoffe treibt sie aber bis heute an. „Sie unterstützt uns“, sagt Oliver Merl.

Vom einstigen Schreibwarengeschäft zum Stoffladen: AnNi’s Stoffwelt zieht an die Ostenallee 130. Dazu gehören Oliver (von links), Antonia und Nicole Merl sowie Cedric Brand, die derzeit im Geschäftslokal kräftig umbauen.

Die Verbindung ist kein Zufall. Seine Mutter, Nicole, gehörte elf Jahre zum Aufermann-Team. „Bis zum bitteren Ende“, sagt sie. Bitter? „Weil wir so ein tolles Team waren.“ Als ihre drei Kinder noch klein waren, war sie zunächst Kundin. Für Tochter Antonia wurde das Nähzentrum früh zum vertrauten Ort. „Ich habe mit neun Jahren angefangen zu nähen“, sagt sie. „Aufermann war meine Drogerie“ mitsamt „familiärer Atmosphäre“.

„AnNi´s Stoffwelt“ in der Ostenallee 130: Mehr als Verkaufsfläche

Antonia Merl übernimmt im neuen Geschäft den Bereich Social Media, kümmert sich um die Vernetzung über Insta & Co. Während sie im Nebenjob einsteigt, hat ihre Mutter Nicole das klassische Geschäft: Verkauf und Kurse.

Vom einstigen Schreibwarengeschäft zum Stoffladen: AnNi’s Stoffwelt zieht an die Ostenallee 130. Dazu gehören Oliver (von links), Antonia und Nicole Merl sowie Cedric Brand, die derzeit im Geschäftslokal kräftig umbauen.

In Kooperation mit dem Jugendcafé bietet sie diese längst für die Besucher der Kinder- und Jugendeinrichtung an. Das werde sie auch nach der Geschäftseröffnung dort fortführen, sagt sie. „Das ist unser Publikum von morgen.“ Die Räumlichkeiten im Stadtteilzentrum Alte Schule Werries darf sie auch für ihre eigenen Angebote nutzen: darunter drei regelmäßige Nähkurse und Bedarfsangebote. Diese Kurse ziehen aber bald mit an die Ostenallee.

„AnNis´Stoffwelt“ zieht auf Ostenallee: Weiterhin familiäre Atmosphäre

Antonia und Nicole Merl geben dem Geschäft mit ihren Anfangsbuchstaben den Namen. Neben Oliver Merl zählt Cedric Brand zum vierköpfigen Team. „Er gehört zur Familie“, „ewig befreundet“ mit Oliver und Nicole Merl als Nachbarskind von Geburt an vertraut.

Dass die Familie nicht gleich das Aufermann-Geschäft übernahm, lag daran, dass persönlich noch viel in der Entwicklung war. „Der Gedanke war schon da, den Laden zu übernehmen, aber das Gebäude war dabei“, sagt Nicole Merl. Die Investition schien zu hoch. Die Zeit reifte, bis ihr Sohn Oliver die Idee für das eigene Geschäft gehabt habe.

160 Quadratmeter für Stoffe: „AnNis´Stoffwelt“ wächst auch im Onlineshop

Brand fand zügig das Geschäftslokal, in dem zuvor Franke & Heger Immobilien war. „Für mich ist es immer noch mit Huster verbunden“, sagt sie über ihre Erinnerung an den Tabak- und Schreibwarenladen, in dem sie selbst einst einkaufte.

Ein Geschäftslokal mit langer Tradition

Der Geschäftsstandort Ostenallee 130 hat eine bis heute mit dem Namen Huster verbundene Tradition. Als Karl-Jörg Huster sich 2009 von seinem Tabakwaren-, Zeitschriften- und Schreibwarenhandel verabschiedete, blickte er als 66-Jähriger zurück, erinnerte sich an das Ende der 1940er-Jahre, als er schon als Kind zwischen Tabak, Schreibwaren und den Angeboten der Leihbücherei spielte. Mathias Tonne führte das Geschäft bis Mitte 2015 fort. Nach Monaten der Unterbrechung ging es unter Jan Philipp Spindelndreier als „SchreibBar“ noch im selben Jahr weiter. Nachdem die Geschäfte wegen der Sanierung der Ostenallee lange Zeit kaum erreichbar waren, beendete Spindelndreier Ende Februar 2019 die Tradition des Tabak- und Schreibwarengeschäfts in dem Ladenlokal. Nach Monaten des Leerstandes nutzte es zunächst die Stiftung Bildung und Handwerk als Weiterbildungsstandort. Später zog Franke & Heger Immobilien ein.

Bis der Laden zur Stoffwelt geworden ist, ist noch eine Menge zu tun. Oliver Merl stellt aber schon fest: „Es ist ein perfekter Ort“, sagt er über die Größe, Möglichkeiten und Lage. Die Renovierung macht das Team selbst. Zu den rund 160 Quadratmetern gehört neben dem Ladenlokal mit breitem Schaufenster der rückwärtige Kursraum. Unter anderem haben sie Platz für ein Büro, in dem Oliver Merl und Cedric Brand die Geschäftsverwaltung versehen und die Stoffwelt zum Online-Shop vergrößern.

Ein Fulltime-Job ist die Stoffwelt zunächst nur für Nicole Merl. Eine Mitarbeiterin als zweite Verkaufskraft soll noch eingestellt werden. „Wenn es gut anläuft, werden es weitere“, sagt Brand. Das Anlaufen soll in wenigen Monaten beginnen. „Wir wollen Ende September oder Anfang Oktober eröffnen“, so Brand.

Rubriklistenbild: © Haarmann

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