VonConstanze Juckenackschließen
37 Prozent der angehenden Fünftklässler wollen ab August auf eine Realschule gehen. Noch ist unklar, ob alle aufgenommen werden können. Anders sieht es auf den Gymnasien aus. Und die Hauptschulen haben extrem wenig Anmeldungen.
Hamm – Die meisten Viertklässler in Hamm wollen ab Sommer auf eine Realschule gehen. Das geht aus Zahlen hervor, die die Stadt nach dem Ende der Anmeldephase mitgeteilt hat.
Im kommenden Schuljahr wird die Zahl der Fünftklässler höher liegen als in den beiden Vorjahren. Angemeldet sind 1 612 Kinder, 50 mehr, als 2022 in eine fünfte Klasse kamen. 25 Anmeldungen stehen noch aus und können bis zum 2. März nachgeholt werden.
Bleiben am beliebtesten: 37 Prozent der Kinder wollen auf eine Realschule
Es ist unklar, ob die Realschulen Kinder ablehnen müssen. Mit 122 Kindern ist die Friedrich-Ebert-Realschule in diesem Jahr die beliebteste Realschule. Es sind 16 Kinder mehr angemeldet als 2022. Auch die Realschule Bockum-Hövel und die Konrad-Adenauer-Realschule haben mehr als 100 Anmeldungen. Letztere durfte im vergangenen Schuljahr nur drei Eingangsklassen bilden und musste deshalb 14 Kindern absagen. Tim Beyer, kommissarischer Schulleiter, hofft, dass das nicht wiederholt werden muss: „Wir haben die räumlichen und personellen Kapazitäten, um vier fünfte Klassen zu bilden.“ Schließlich werden bald vier zehnte Klassen verabschiedet. Die Bezirksregierung will nach dem 2. März entscheiden, wie viele Eingangsklassen welche Schulen bildet.
Bereits getroffen ist die Entscheidung an der katholischen Marienschule. Dort wurden 111 Fünftklässler angemeldet. Die Schule hat 93 von ihnen aufgenommen.
Gymnasien legen zu - und können alle Kinder annehmen
492 Kinder wurden an den Gymnasien angemeldet – und alle erhalten einen Platz, erklärt die Stadt. Es gibt dabei deutliche Verschiebungen bei den Anmeldezahlen. So wurden am Galilei-Gymnasium 40 Kinder mehr angemeldet als 2022, eine größere Veränderung gab es an keiner anderen Schule. Der stellvertretende Schulleiter Stephan Kauker geht davon aus, dass das unter anderem am veränderten Konzept für den Tag der offenen Tür gelegen habe. Auch sonst habe sich an seiner Schule viel getan. Unter anderem schreite die Digitalisierung voran, ab Klasse 6 haben die Kinder verpflichtend Informatik. Die Schule sei als Gymnasium mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt etabliert. Eingebrochen sind die Anmeldezahlen am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. 76 Viertklässler wurden angemeldet, 36 weniger als 2022.
Gesamtschulen: Scholl-Schule muss Kinder ablehnen
Die Anmeldephase für Gesamtschulen endete bereits im Januar. Inzwischen haben alle Familien eine Rückmeldung erhalten: Die Sophie-Scholl-Schule musste 26 Kinder ablehnen. Sie seien an anderen Schulen untergekommen, heißt es von der Stadt. Die übrigen Kinder wurden aufgenommen.
Hauptschulen: Nur 110 Kinder angemeldet - an insgesamt fünf Schulen
110 Kinder wurden an allen fünf Hauptschulen zusammen angemeldet – das entspricht in etwa der Zahl der Erstklässler an einer größeren Grundschule. Schon in den vergangenen Jahren wollten nur wenige Kinder auf eine Hauptschule gehen.
Wir gehen davon aus, dass auch in diesem Jahr alle Schulen eine Eingangsklasse bilden können.
An zwei Schulen wurden weniger als 18 Kinder angemeldet, die es eigentlich braucht, um eine Eingangsklasse zu bilden. So wollen aktuell 12 Kinder an die Karlschule. Dennoch teilt Stadtsprecher Lukas Huster mit: „Wir gehen davon aus, dass auch in diesem Jahr alle Schulen eine Eingangsklasse bilden können.“ Begründet wurde ein solcher Schritt zuletzt unter anderem damit, dass im Lauf der Jahre Kinder von anderen Schulen auf die Hauptschulen wechseln. Die Entscheidung, ob eine Eingangsklasse gebildet wird oder nicht, trifft die Schulleitung, heißt es aus der Bezirksregierung. Sie berate darüber mit Schulträger und Schulaufsicht.
Ist es angesichts der geringen Zahl angemeldeter Kinder sinnvoll, an fünf Hauptschulen festzuhalten? „Entscheidungen über das vor Ort vorzuhaltende Bildungsangebot liegen in der Verantwortung des Schulträgers“, erklärt dazu die Bezirksregierung. Die Stadt teilte dazu am Freitag nichts mit.

