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Wenige Stunden vor Veranstaltungsbeginn hat die Stadt jetzt grünes Licht für das RKNKT-Festival auf Heinricht-Robert gegeben. Es gibt aber Bedingungen.
[Update Freitag, 4.8.2023] Herringen/Pelkum – Nach langem Bangen hat die Stadt Hamm am Freitagmorgen den Veranstaltern die Genehmigung für ihr Reconnect-Festival auf dem Gelände von Heinrich-Robert gegeben. „Alle benötigten Unterlagen (u.a. Brandschutzkonzept, Sicherheitskonzept, Immissionsschutzgutachten etc.) sind von uns geprüft worden. Wir haben die benötigte Baugenehmigung, die in diesem Fall als Veranstaltungsgenehmigung zu werten ist, erteilt“, hieß es in einer Mitteilung der Stadt.
RKNKT-Festival auf Heinrich-Robert: Stadt gibt grünes Licht
Die Veranstalter vom Bochumer Verein Nocturne waren überglücklich, auch wenn sie auf ein paar Dinge verzichten müssen. So sei die Höchstbesucherzahl auf 1000 begrenzt worden und die ehemalige Kaue fällt als Veranstaltungsort weg. „Es ist schade, dass die Besucher die dortige Lichtinstallation jetzt nicht mehr zu sehen bekommen“, sagte Organisator Manou Zauber.
[Meldung von Donnerstag, 3.8.2023] Auch am Donnerstag gab es noch keine Genehmigung für das Freitag startende RKNKT-Festival (kurz für Reconnect) auf Heinrich-Robert. Dennoch zeigte sich der Veranstalter zuversichtlich, dass das dreitägige Festival von Freitag bis Sonntag stattfinden wird. „Wir haben in einer Nachtschicht alle Mängel behoben und einen neuen Sachverständigen für Brandschutz gefunden, der jetzt das Konzept ausarbeitet“, so Manou Zauber vom Bochumer Verein Nocturne.
Am Donnerstag keine Genehmigung: RKNKT-Organisatoren trotzdem zuversichtlich
Am Donnerstag habe eine vorläufige Abnahme des Geländes stattgefunden. Endgültige Gewissheit habe man aber erst am Freitagmorgen, wenn das überarbeitete Konzept eingereicht und hoffentlich genehmigt werde. Nach Auskunft eines Stadtsprechers sei die Entscheidung völlig offen. Der Veranstalter habe rechtzeitig gewusst, welche Anforderungen die Stadt stellt, habe aber bisher keine entsprechenden Angaben gemacht. Das Festival für Musik, zeigenössischen Zirkus und Film- und Lichtkunst wurde mit 100.000 Euro vom Ministerium für Kultur- und Wissenschaft gefördert. Rund 500 von 1500 Tickets wurden im Vorfeld verkauft.
Das Festival soll am Freitag um 13 Uhr starten. Ob es aber wirklich stattfinden kann, ist fraglich. Der Grund: Dem Bauordnungsamt – das für die Genehmigung des Festivals auf dem ehemaligen Zechengelände zuständig ist – liege noch kein ausreichendes Brandschutzkonzept vor.
Keine Genehmigung der Stadt: RKNKT-Festival fehlt Brandschutzkonzept
Das bestätigten Stadt und Veranstalter, der Bochumer Verein Nocturne, auf Anfrage. Bereits seit Juni stehe man in regem Austausch über die Veranstaltung und die dafür nötigen Genehmigungen, so die Stadt. Doch bisher seien nicht alle nötigen Unterlagen eingegangen.
Die Veranstalter befanden sich seit Mittwoch im Krisenmanagement. Man sei nicht sicher, ob man alles Erforderliche so kurzfristig noch leisten könne, oder das Festival doch noch abgesagt werden müsse, sagte der Veranstalter.
RKNKT-Festival auf Heinrich-Robert: Das ist geplant
Wenn es stattfindet, soll das „Reconnect“-Event nach dem Corona-Leerlauf der Musik-, Kunst und Theaterszene ab Freitag drei Tage volles und äußerst vielfältiges Programm bieten. Mehr als 100 Künstler konnten die Initiatoren um Annika Pacyna und Manou Zauber vom Bochumer Verein Nocturne gewinnen. Mehrere Wochen Vorbereitung, die Installation von vier Dance-Floors, die spontane Entwicklung neuer Ideen liegen hinter den beiden und verschiedenen Kollektiven aus dem Ruhrgebiet.
Lichtkunst, Performance, internationale Topstars der Szene wie die Dänin SØS Gunver Ryberg oder Lady Starlight sollen dem historischen Ort, dem ehemaligen Bergwerk Ost, Leben einhauchen, ganz im Sinne der Idee von Investor Jürgen Tempelmann. Auch ein Live-Action-Roleplay, bei dem „zwielichtige Gestalten“ in Kostümen über das Zechengelände ziehen werden, sei geplant.
Die Organisatoren setzen neben internationalen, bekannten Musikerinnen wie Maelstrom, Glitter 55 oder Lisa Anschütz auf ihr Netzwerk aus lokalen Pott-Künstlern wie das Theater- und Performancekollektiv „Anna Kpok“ aus Bochum. Die Gruppe „Fliegwerk“ gastiert mit Luftakrobatik, Heidi Hörsturz aus Rotterdam bietet eine Multi-Media-Performance.
Eine Konkurrenz zum zeitgleich am Samstag im Kurhausgarten stattfindenden DJ-Festivals „Welcome to My Garden“ sehen die Veranstalter nicht. Beide Veranstaltungen sprechen schließlich unterschiedliche Zielgruppen an.


