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Seit einem Jahr wird das Stadthaus in der Innenstadt Hamm saniert. Bis April werden die Arbeiten noch andauern, doch das Gerüst verschwindet eher.
Hamm-Mitte – Die Sanierung des Stadthauses in Hamm nähert sich ihrem Ende. Mitte Januar soll das Gerüst an dem in der Altstadt gelegenen Verwaltungsgebäude abgebaut werden. Dann wird die neu gestrichene Fassade sichtbar sein.
Stadthaus in Hamm: Fasse ist fast fertig
Im Inneren sollen die Sanierungsarbeiten noch bis zum April weiterlaufen. Die Stadt gibt gut eine halbe Million Euro für die Beseitigung von Schäden an Dach und Fassade sowie eine bessere Isolierung aus. Gebaut wird an dem fast 100 Jahren alten Gebäude an Brüder-, Museums- und Stadthausstraße seit August. Fassadenanstrich und Blitzschutz seien abgeschlossen, sagte Stadtsprecher Tom Herberg auf Anfrage von wa.de.
Das Gerüst solle Mitte Januar entfernt werden. Anschließend würden die Innenseiten der Fenster sowie die Sockel gestrichen, außerdem erhalte des Flachdachs des Anbaus dann eine Wärmedämmung. Die gesamte Maßnahme werde voraussichtlich im April abgeschlossen.
Wenn das Gerüst ums Stadthaus fällt: Innen wartet Arbeit
Der Sanierungsbedarf am Stadthaus war immer bekannt. „Die Fassaden und Dachflächen der Liegenschaft sind zwingend zu sanieren, da hier schon Fassaden- und Gesimsteile des Daches auf den Gehweg gefallen sind“, heißt es in der Verwaltungsvorlage aus dem November 2022. Jedes Jahr seien hier Sicherungsmaßnahmen notwendig gewesen, letztmalig Ende 2021.
Das Zentrum
Im Stadthaus befinden sich die Stadthausgalerie und das pädagogische Zentrum mit dem Amt für schulische Bildung, dem Bildungsnetzwerk, dem kommunalen Integrationszentrum, den Kompetenzteams, dem Medienzentrum, dem Schulamt, der Schulberatung und dem Stadtsportbund. Das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung zog 2020 in einen Neubau am Paracelsuspark.
Auch in Sachen Energieeffizienz bestand Nachholbedarf: Die nicht genutzten Dachräume sollten isoliert werden, heißt es in dem Verwaltungspapier. Zeitgleich solle die Dacheindeckung am Anbau erneuert und die Dachentwässerung nach außen verlegt werden. Zudem sei das Kellermauerwerk stark durchfeuchtet. Hierdurch bilde sich Schimmel in den Räumen, der die eingelagerten Akten beschädige. Das Mauerwerk sei frei- und durch geeignete Maßnahmen trockenzulegen.
Renovierung des Stadthauses: Pläne reichten sogar bis zum Marktplatz
Für das Stadthaus ist es nicht die erste große Baumaßnahme. Das Gebäude war von 1925 bis 1928 nach Plänen von Stadtbaurat Martin Lehrmann errichtet worden und reichte ursprünglich bis zum Marktplatz. Dort befanden sich der Haupteingang, das Büro des Oberbürgermeisters und der Ratssaal. An der Brüderstraße befand sich der Eingang des Gustav-Lübcke-Museums, das ebenfalls ins Stadthaus einzog.
Nach schweren Kriegszerstörungen wurde das Gebäude 1956/57 wiederaufgebaut. Den Trakt am Marktplatz hatte man da bereits zugunsten neuer Geschäftshäuser aufgegeben. Das Museum zog 1993 in seinen Neubau. 2004 wurde das Stadthaus zum pädagogischen Zentrum: Hier sind Ämter mit Schul- und Sportbezug ansässig.