VonMarkus Hannekenschließen
[Update 14.50 Uhr] Weil der aus der Barbaraklinik verschwundene Dieter S. (82) noch immer vermisst wird, richtet die Polizei in Hamm vor dem Wochenende einen neuerlichen Appell an die Bevölkerung: Jeder Hinweis kann wichtig sein!
Hamm - Im Fall des 82-jährigen vermissten Hammer Dieter S. blieb die Polizei auch am Freitag spurenlos. Wurde die Hundestaffel der Feuerwehr am Donnerstag noch in den Hammer Norden geschickt, so blieben weitere sachdienliche Hinweise danach aus. Vor dem Wochenende appellierte die Polizei daher nochmal dringlich an die Bevölkerung, sich das Foto nochmals genau anzusehen und eventuell hilfreiche Angaben unbedingt zu melden. Die Telefonnummer der Polizei dafür lautet 02381/9160.
Der demenz- und parkinsonkranke Mann war am Montagmorgen aus der St.-Babara-Klinik in Heessen verschwunden und nicht wieder aufgetaucht. In der Folge durchsuchten örtliche und auswärtige Polizisten sowie Kräfte der Feuerwehr – unterstützt von Hunden und einer Drohne – vergeblich die nahe und weitere Umgebung. Auch ein Polizeihubschrauber wurde eingesetzt.
Auch am Möhnesee war in den vergangenen Tagen ein Senior vermisst und entsprechend intensiv gesucht worden. Der Mann wurde schließlich am späten Abend gefunden.
82-Jähriger aus Hamm vermisst: unsere bisherige Berichterstattung
Die Polizei in Hamm sucht auch am Donnerstag weiter fieberhaft einen 82-jährigen Mann. Er wird seit Montagmorgen vermisst und tauchte auch nach der dritten bitterkalten Nacht nicht wieder auf. Ein kurzes Hoffnungsflackern keimte am Donnerstagmittag an der Münsterstraße auf.
Der 82-jährige Dieter S. hatte am Montagmorgen, 12. Dezember, gegen 9.40 Uhr die St.-Barbara-Klinik mit unbekanntem Ziel verlassen - seitdem wurde er nicht mehr gesehen. Der Mann wohnt in Hamm. Wie lange und aus welchem Grund er in dem Heessener Krankenhaus war, teilt die Polizei nicht mit.
„Nichts Neues“ gebe es in dem Fall, sagte Polizeisprecher Daniel Siegesmund am Donnerstagmorgen. Er betonte jedoch, man gebe die Hoffnung nicht auf“. Im Umfeld der Klinik sind allerdings inzwischen keine Polizisten mehr unterwegs, da dort trotz großen personellen Einsatzes (siehe unten) keine Spuren gefunden worden seien.
Am Montagnachmittag hatte die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung mit Foto (unten im Artikel) veröffentlicht und die Öffentlichkeit um Mithilfe gebeten. Bisher leider ohne Erfolg. Zumal der Aufenthalt im Freien für den nur leicht bekleideten Mann bei Nachttemperaturen deutlich unter 0 Grad bitterkalt sein muss; und auch tagsüber steigen die Werte ja kaum über den Gefrierpunkt. Minus 7,01 Grad waren am Dienstag um 8 Uhr an der Wetterstation der HSHL gemessen worden - der niedrigste Wert in Hamm seit mindestens einem Jahr.
82-Jähriger aus Hamm vermisst: auf Hinweise angewiesen
Bei der längst landesweit gesteuerten Fahndung gehe man nun vorrangig Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Diese gehen laut Siegesmund tatsächlich noch immer ein und werden auch weiter dringend erbeten (Telefon 02381/9160). Dass der 82-Jährige vor Ort in einen Bus stieg, könne man nicht ausschließen - konkrete Hinweise darauf ergaben sich bei den Nachfragen jedoch nicht.
Ein kurzer durch einen solchen Hinweis genährter Hoffnungsschimmer kam am Donnerstagmittag rein: Feuerwehrkräfte eilten samt ihrer Flächenspürhunde und einer Drohne zur Münsterstraße. In Höhe Pillauer Straße/Killwinkler Straße suchten sie den benannten Bereich ab.
Die Ehefrau des Vermissten werde durchgehend von Opferschützern der Polizei betreut, so Siegesmund. Sie befinde sich in einer „Ausnahmesituation“.
82-Jähriger aus Hamm vermisst: Maßnahmen ausgeschöpft
Bei der bisherigen Suche seien alle Maßnahmen ausgeschöpft worden, „wonach sich keine neuen Anhaltspunkte/Hinweise ergeben haben“, hatte Polizeisprecherin Hannah Reineke am Mittwochmorgen gesagt. Ähnlich äußerte sich ihr Kollege Siegesmund am Nachmittag nach weiterer stundenlanger Suche. Die Ermittlungen würden „natürlich weiter“ laufen; wie lange die eigentlichen Suchmaßnahmen noch aufrecht erhalten werden, könne man aber „zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen“.
Nachdem am Dienstag auch Kräfte der Landeseinsatzbereitschaft (LEB) im Heessener Umfeld sowie Hunde und Personal der Hammer Feuerwehr im Einsatz waren, waren es danach nunmehr noch Hammer Polizeikräfte mit Hunden. „Externe Verstärkung“ war vorerst nicht nochmal angefordert worden.
82-Jähriger aus Hamm vermisst: Hunde helfen suchen
Von Montag bis Mittwoch waren Mantrailer-Hunde der Polizei und Rettungshunde der Feuerwehr im Einsatz. „Bei diesen Hunden handelt es sich um Flächenspürhunde, die dafür ausgebildet sind, ein bestimmtes Gebiet nach Personen abzusuchen“, so Reineke. Suchgebiete seien im Rahmen der laufenden Ermittlungen nach Auswertung von Erkenntnissen und Zeugenhinweisen abgesteckt worden.
Am Himmel über Heessen und der nördlichen Innenstadt kreiste am Dienstag zwei Mal der Polizeihubschrauber „Hummel“. Im Zweifel werde er sicher nochmals angefordert, so Reineke.
Zahlen darüber, wie viele Kräfte insgesamt mit der Suche befasst waren oder noch sind, gibt die Polizei nicht heraus.
82-Jähriger aus Hamm vermisst: Polizei bittet um Mithilfe
Der vermisste Mann ist etwa 1,70 Meter groß, schlank und hat kurze, graue Haare. Bekleidet war er zum Zeitpunkt seines Verschwindens mit einer schwarzen Jacke, einer schwarzen Mütze, offenen Sandalen ohne Socken und gegebenenfalls mit einem bunten Schal.
Der Vermisste sei zudem schlecht zu Fuß („tippelnde Gangart“) und zeitlich sowie örtlich nicht orientiert, heißt es. Er sei dement und an Parkinson erkrankt. Er sei außerdem positiv auf das Coronavirus getestet.
Wer den Vermissten gesehen hat oder Hinweise auf seinen möglichen Aufenthaltsort geben kann, meldet sich bitte dringend bei der Polizei unter der Telefonnummer 02381/916-0.
In Ratingen rettete die Polizei unterdessen einen 71 Jahre alten Mann in einer ähnlichen Situation. Er war am Montagnachmittag als vermisst gemeldet worden. Um kurz vor Mitternacht fand die Polizei den 71-Jährigen mithilfe der Wärmebildkamera eines Polizeihubschraubers. Die Einsatzkräfte sprechen von einer Rettung „in buchstäblich letzter Minute“.
Erst vor wenigen Wochen war in Dortmund die Suche nach einer Jugendlichen glücklich zu Ende gegangen. Fast 24 Stunden hatte ihre Familie in quälender Ungeduld ausharren müssen. De Veröffentlichung eines Fotos war damals entscheidend.


