Werler Straße

Diesel-Drama nach Crash verschärft Verkehrsproblem auf B63 weiter

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Der betroffene Kreuzungsbereich aus der Luft: Mittig sind die Sperren zu sehen, unten links wurde der kontaminierte Seitenstreifen ausgebaggert.
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Nach einem folgenreichen Unfall auf der Werler Straße (B63) in Hamm muss die große Kreuzung bei Möbel Höffner für längere Zeit in Teilen gesperrt werden. Umleitungen sind ausgeschildert.

Hamm - Am frühen Donnerstagmorgen sind im Kreuzungsbereich Werler Straße (B63) / Unnaer Straße in Hamm ein Pkw und ein Getränke-Laster zusammengestoßen. Ein Crash mit weit reichenden Folgen, denn der Lastwagen verlor nach Angaben der Polizei rund 400 Liter Diesel. Dieser schwemmte Teile des Fahrbahnbelags auf und lief teilweise in den westlichen Grünbereich an der Straße.

Verkehrsteilnehmer im südlichen Stadtgebiet müssen somit zusätzlich zu den nahe gelegenen Baustellen auf der B63 (Oberster Kamp, Autobahnzufahrt) weitere Probleme bewältigen. Und die werden mutmaßlich noch tage- oder wochenlang anhalten.

Kreuzungs-Drama in Rhynern: Die normalen Ampeln wurden am Donnerstagmittag abgeschaltet, Umleitungen eingerichtet.

Unfall auf der Werler Straße: Sperrung und Umleitungen

Weil die Reinigungsarbeiten nicht den gewünschten Erfolg brachten, muss nun die Fahrbahndecke im Kreuzungsbereich abgefräst werden; das soll ab Freitagmorgen passieren. (Eine Erneuerung des Fahrbahnbelags stand ohnehin in nächster Zeit an.) Straßen-NRW sperrte dafür Teile der Kreuzung in der Mittagszeit in eigener Zuständigkeit. Mitarbeiter stellen Schilder mit Umleitungen auf. Gleichzeitig wurde die Abschaltung der Ampeln veranlasst. Die Polizei konnte zwischenzeitlich wieder abrücken.

Das sind die sofort greifenden Umleitungen:

  • B63 Richtung Norden/Innenstadt: Verkehr wird nach rechts und links in die Unnaer Straße abgeleitet
  • B63 Richtung Süden/Autobahn: Verkehr kann nur über eine einzige Fahrspur weiter geradeaus fahren
  • Unnaer Straße: Verkehr kann in alle Richtungen passieren, nur Abbiegen Richtung Norden/Innenstadt ist nicht möglich

Ortskundige sollten die große Kreuzung bis auf Weiteres am besten weiträumig umfahren. Am Nachmittag verschärfte ein Unfall im Kreuzungsbereich Wambelner Straße/Oberster Kamp die Verkehrssituation zusätzlich. Dadurch wurde die Reginenstraße, vom Obersten Kamp aus kommend und damit eine der Ausweichstrecken, nicht mehr befahrbar.

Unfall auf der Werler Straße: Fachfirma hat „alles versucht“

Wie lange die Sperrungen und die Umleitungen bestehen bleiben müssen, ist noch nicht bekannt, so Polizeisprecher Daniel Siegesmund. Das hängt vom Aufwand und dem Erfolg der Reparaturarbeiten ab.

„Irgendeine unschöne Reaktion zwischen dem Kraftstoff und dem Asphalt“ habe das Problem verursacht. Der ausgelaufene Diesel hat Teile der Straße aufgeschwemmt und den Asphalt gelöst. Der Polizeisprecher beteuerte, die Fachfirma Hülsmann Umwelttechnik aus Drensteinfurt habe den Bereich „mehrmals gereinigt und gesäubert und alles versucht“.

Das Bild zeigen Teile der Schäden am Unterbau des Lkw.

Unfall auf der Werler Straße: Was am Morgen dort passierte

Der Polizei zufolge passierte der Unfall am Donnerstag gegen 5.30 Uhr. Demnach waren der Lkw auf der B63 in Richtung Innenstadt und der Pkw auf der Unnaer Straße in Richtung Rhynern unterwegs. Mitten auf der Kreuzung stießen sie zusammen und hinterließen auch etliche Trümmerteile. Zur Schuldfrage liegen noch keine belastbaren Informationen vor.

Zugelassen sind der Lkw in Neheim und der Pkw im Kreis Steinfurt; die jeweiligen Fahrer kommen aber laut Polizei aus Hamm. In dem Pkw saßen zwei Frauen (21 und 24 Jahre); sie wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Der Sattelschlepper war vollbeladen mit Getränkekisten.

Der aufgerissene Tank des Lkw. 400 Liter Diesel liefen dadurch aus.

Neben den Fachleuten von Hülsmann waren beziehungsweise sind Kräfte der Polizei und der Feuerwehr sowie Mitarbeiter des Bauhofs und von Straßen-NRW seit dem Morgen im Einsatz.

Dieser Pkw war in den Unfall involviert. Er krachte dem Lkw offenbar in die Seite.

Unfall auf der Werler Straße - die besondere Problematik dieses Unfalls:

Wenn die Mitarbeiter der Spezialfirma Hülsmann aus Drensteinfurt alarmiert werden, geht es in der Regel um eine Ölspur oder vergleichbare Verschmutzungen einer Fahrbahn. Selten dauert solch ein Einsatz länger als wenige Stunden. Grundsätzlich stellte sich die Ausgangslage auf der B63 in Rhynern am Donnerstag nicht komplizierter dar als üblich, sagt Einsatzleiter Niklas Steltenkötter.

Problem Nummer eins war die für einen Verkehrsunfall ungewöhnliche Größenordnung: 250 Meter Graben mussten ausgebaggert werden, dazu galt es über rund 200 Meter eine „thermische Flächenreinigung“ (also die Säuberung der Straße) durchzuführen.

Problem Nummer zwei war die Menge des ausgelaufenen Diesel, die der anfänglich langen Standzeit (90 Minuten) des Lkw geschuldet war. Der Regen spülte den Kraftstoff weitflächig aus, und durch das seitliche Gefälle eben auch in den Grabenbereich.

Das Fahrzeug der Fachfirma Hülsmann auf der Werler Straße. Der verunreinigte Straßenbereich ist abgestreut.

Problem Nummer drei ist eher physikalischer Art: Der Diesel löst das den Asphalt kittende Bitumen auf. Dadurch nehme die Fahrbahn nachhaltig Schaden, zudem drücke Nässe das Bitumen hoch und mache es rutschig.

Nach rund fünfeinhalb Stunden Arbeit seien die bis zu vier Hülsmann-Mitarbeiter mit ihrem „Latein am Ende“ gewesen, so Steltenkötter. Straßen-NRW habe dann entschieden, dass der Einsatz einer Fräse alternativlos sei.

Insgesamt fünf Fahrzeuge hatte/hat Hülsmann in Rhynern im Einsatz: ein Containerfahrzeug, ein Saugwagen, eine Kehrmaschine, einen Bagger und einen Einsatzwagen. Im Nachgang zu den aktiven Arbeiten werden im Graben so genannte Ölsperren platziert, falls noch etwas Diesel „nachblutet“. Diese Sperren müssen in den kommenden Tagen gewartet und bei Bedarf ausgetauscht werden.

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