- VonJörn Funkeschließen
Vor gut einem Jahr haben sich gut 50 Menschen zusammengesetzt, um zu überlegen, wie es mit der Hammer City weitergehen könnte. Architekten, Stadtplaner, Lokalpolitiker und Kaufleute kamen im Oktober 2021 zur Innenstadtkonferenz zusammen. Was hat sich seitdem getan?
Hamm – Dass die Innenstadt im Wandel begriffen ist, klingt wie ein Gemeinplatz, lässt sich aber am Ort der Konferenz schön darstellen: Die Ritterpassage, in der die Innenstadtkonferenz im Oktober 2021 tagte, wird gerade abgerissen. Dass es dort endlich weitergeht, findet Stadtplanerin Barbara Conrad gut. Und auch bei anderen Großprojekten sei man vorangekommen, sagt sie: der Schleusenplatz ist fertig, die Verbindung zwischen Marktplatz und Kanalkante wird es bald sein. An Bahnhofstraße und Brüderstraße entstehen gerade neue Wohnbauten.
Was in Conrads Darstellung folgt, ist die Politik der kleinen Schritte, mit der Altstadt und Bahnhofsviertel nach und nach belebt werden sollen. Da sind zum Beispiel die mobilen Stadtmöbel, die jüngst etwa an der Martin-Luther-Straße aufgestellt wurden.
Ein Stellplatz am Straßenrand ist dafür weggefallen. Mobilität werde ja meist kontrovers disktuiert, sagt die Stadtplanerin. Für die Innenstadt gebe es eben die Schwerpunktsetzung zugunsten von Fußgängern und Radfahrern – ohne, dass man die Bedürfnisse der Autofahrer außer Acht lassen würde. Tatsächlich kämen viele mittlerweile mit dem Rad in die City.
Sozialarbeit und Sofortprogramm gegen Leerstände
Gut laufe inzwischen das Fassaden- und Hofflächenprogramm, in diesem Jahr sei die Millionen-Euro-Grenze überschritten worden. Und auch das Sofortprogramm gegen Leerstände zeige Wirkung, so Conrad. Fünf Händler werden darüber aktuell unterstützt: Astrokatze, Radpunk, Schreiben & Schenken, Strike Vintage & Secondhand Store und Treibkrafttheater. Es gebe bei der Stadtplanung und der Impuls-Agentur (ehemals Wirtschaftsförderung) viele Anfragen, die man nicht alle bedienen könne.
Auch bei der sozialen Problematik sieht Conrad zumindest mittelfristig Hoffnung: Die Sozialarbeit in der City solle ja 2023 aufgestockt werden, der Kommunale Ordnungsdienst auch.
Richtschnur für die Innenstadtentwicklung ist noch immer der Rahmenplan 2030. Der wüste, leere Santa-Monica-Platz war da als Manko identifiziert worden. Mehr Aufenthaltsqualität täte dort natürlich gut, sagt die Planerin. Aber man müsse schon genau überlegen, was da zu tun sei.
Die Dokumente
Das Stadtplanungsamt hat die Ergebnisse der Innenstadtkonferenz im Oktober 2021 dokumentiert. Zu finden sind sie (hier klicken) auf der Homepage der Stadt Hamm. Auch den Rahmenplan („Perspektive Innenstadt 203“) findet man im weltweiten Netz: einfach hier klicken.