- VonUlrich Willeschließen
Die Anwohner des Haltepunktes Westtünnen fordern von der Bahn einen Schutz gegen den Lärm. Die Bahn stellt auf stur. Jetzt suchten die Anwohner Hilfe bei OB Marc Herter.
Westtünnen - Anlieger der Bahnstrecke in Westtünnen haben Hamms Oberbürgermeister Marc Herter eine Liste mit mehr als 300 Unterschriften übergeben. „Damit appellieren wir eindringlich an den OB, sich vehement für den Schutz seiner Bürger vor dem steigenden Lärmpegel einzusetzen – auch auf politischer Ebene“, sagte Jürgen Biermann, einer der Initiatoren der Unterschriftenaktion.
Seit die Bahnsteige fertiggestellt sind und auch die Beleuchtung angebracht ist, wird den direkten und auch weiter entfernten Anwohnern erst richtig deutlich, wie nah die Bahn an die Häuser gerückt ist. „Wir wollen nicht hinnehmen, dass die Deutsche Bahn uns in der Prioritätenliste des Lärmsanierungsprogramms des Bundes einfach übergangen hat und die Errichtung der Lärmschutzwände um Jahrzehnte verschieben beziehungsweise nie errichten wird. Schließlich ist diese Situation ausschließlich auf Fehler, die die DB zu verantworten hat, zurückzuführen“, führte Biermann weiter aus.
Verbindliche Zusagen
„Wir fordern daher von der DB, mehr Kreativität zu entwickeln, so zum Beispiel auch immer wieder anfallende kurze Sperrpausen zu nutzen, um schon mal Teilarbeiten zu erledigen oder einseitige Streckensperrungen in Vorbereitung mit Arbeiten von außen vorzunehmen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Die finanziellen Mittel dafür sind bereitgestellt. Wir fordern daher jetzt konkrete verbindliche Zusagen“, so die Betroffenen.
Die DB werde mit ihrer seit Jahrzehnten praktizierten Hinhaltetaktik keinen Erfolg haben. Einige der Anlieger, insbesondere im Bereich des neuen Haltepunktes, erwägen bereits, Klageverfahren einzuleiten, hieß es.
„Forderungen absolut berechtigt“
Hamms Oberbürgermeister Marc Herter unterstützt das Anliegen der Anlieger. „Die Forderungen der Westtünner und Berger Anliegerinnen und Anlieger entlang der Bahnlinie sind absolut berechtigt. Schon seit vielen Jahren warten sie auf die Lärmschutzmaßnahmen. Zusagen von der DB hat es mehrfach gegeben, doch den Ankündigungen sind bis heute keine Taten gefolgt. Im Gegenteil: Die gebotenen Lärmschutzmaßnahmen werden immer aufs Neue verschoben. Da ist es mehr als verständlich, dass die Betroffenen nun eine verbindliche Zusage und einen kurzfristigen Baubeginn erwarten. Die Deutsche Bahn ist hier eindeutig in der Pflicht, und ich werde das Anliegen mit Nachdruck bei den zuständigen Stellen von Seiten der Stadt unterstützen. Ein Hinhalten auf unbestimmte Zeit ist völlig unakzeptabel und darf es nicht geben.“ uw
