- VonJörn Funkeschließen
Wasserflächen auf den Feldern, umgeknicktes Getreide: Die Hammer Bauern machen sich Sorgen über die Ernte. Was noch vom Feld zu holen ist, taugt oft nur noch als Tierfutter.
Hamm – Die Landwirte rechnen nach der langen Regenperiode und dem Starkregen vom Sonntag mit Ernteausfällen. Es gehe dabei nicht nur um mengenmäßige Verluste, sagte Petra Drees-Hagen vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband. Auch die Qualität des Getreides werde leiden. Was jetzt noch auf den Feldern stehe, werde man nur noch verfüttern können.
Korn eignet sich nicht mehr zum Backen
Zum Beispiel bei Frank Bowinkel. Der Landwirt bestellt Felder in Pelkum. Eine Weizenfläche habe er noch vor dem Regen ernten können, qualitativ sei der gut. Doch bei allem, was jetzt noch auf den Feldern sei, sehe es eher schlecht aus. Der Weizen werde von Wind und Regen auf den Boden gedrückt, bleibe dort liegen und treibe erneut aus. Zum Brotbacken eigne sich das Korn dann nicht mehr, man könne es nur noch als Futtergetreide vermarkten. Und dafür gebe es eben weniger Geld. Oder es werde – wie auf Bowinkels Hof – eben selbst verfüttert.
Doch auch die Ernte selbst stellt die Landwirte vor Probleme: Im schlimmsten Fall sei das Getreide so feucht, dass es sich nicht einmal dreschen lasse, sagt Bowinkel. Und bei den nassen Böden sei nicht sicher, wann man mit Mähdrescher und Traktor wieder auf die Felder komme – die Maschinen sollen nicht stecken bleiben.
Hoffen auf drei Tage Sonnenschein
Thomas Elsermann aus Weetfeld hat ähnliche Probleme. Die Felder seien bereits vor dem Starkregen viel zu nass gewesen, sagt er. Jetzt gelte es zu retten, was zu retten ist. Er hofft auf drei Tage Sonnenschein, das werde reichen um den Boden tragfähig zu machen und das Getreide soweit zu trocknen, dass es eingeholt werden könne.
Andreas Kraienhemke in Bockum-Hövel denkt bereits an Reisanbau. Mit Galgenhumor schildert der Gemüsebauer, wie am Sonntag seine Gewächshäuser voll Wasser liefen und die Tomatenernte unterging. Das Regenwasser habe sich durch die Fugen gedrückt und 10 Zentimeter hoch gestanden. Der Porree sehe tatsächlich wie Reis aus. Grundsätzlich sieht er sich aber weniger betroffen als die Kollegen mit dem Getreide. Der Grünkohl wachse unter diesen Bedingungen nämlich „super“. Und er habe bereits Kürbis und Zucchini geerntet – per Hand.