Interview

„Heraus aus dem politischen Kleinklein“: Bürgermeister-Kandidatin der CDU im Interview

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Ziehen gemeinsam für die CDU in den Kommunalwahlkampf: Bürgermeisterkandidatin Melita Alzorba und Stadtverbandschef Ralf Schwarzkopf.
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In Lüdenscheid wartet im Kommunalwahlkampf 2025 ein Duell ums Rathaus: Personalrätin Melita Alzorba wird als Kandidatin antreten. Sie und CDU-Chef Ralf Schwarzkopf im Interview.

Lüdenscheid – Es war eine echte Überraschung: Die CDU in Lüdenscheid hat am Donnerstagabend im EGC Melita Alzorba als Kandidatin fürs Bürgermeisteramt nominiert. Alzorba hat kein CDU-Parteibuch, die 43-jährige Verwaltungsfachwirtin, die im Lüdenscheider Rathaus freigestellte Personalrätin ist, soll als parteilose Kandidatin in Rennen gegen Amtsinhaber Sebastian Wagemeyer (SPD) geschickt werden. Im Gespräch mit Thomas Machatzke schauen Melita Alzorba und CDU-Stadtverbandschef auf diese Kandidatur.

Ralf Schwarzkopf, die CDU schlägt Melita Alzorba als parteilose Kandidatin fürs Bürgermeisteramt vor. Wie ist die Partei zu dieser Entscheidung gekommen?
Schwarzkopf: Ich bin vor einem Monat von Frau Alzorba kontaktiert worden. Sie sagte: ‚Wir kennen uns nicht, aber ich würde Sie gerne mal kennenlernen. Ich könnte mir vorstellen, fürs Amt der Bürgermeisterin zu kandidieren.‘ Als Parteivorsitzender bin ich dafür verantwortlich, eine Kandidatenkür zu ermöglichen. Es gab auch Interessenten in der eigenen Partei, worauf ich stolz bin. Aber es war schön, dass jemand von außen gekommen ist und uns gefragt, ob wir ihn unterstützen können. Wir haben im geschäftsführenden Vorstand eine Vorstellungsrunde gemacht mit den entsprechenden Interessenten. Frau Alzorba hat uns richtiggehend überwältigt mit ihrer Leidenschaft. Mit ihrer positiven Energie und einer großen Authentizität.
Was war der ausschlaggebende Punkt?
Schwarzkopf: Wir glauben, dass es für die aktuelle Situation ein riesiger Vorteil sein kann, eine parteilose Kandidatin aufzustellen. Wir haben das Gefühl, dass die Kommunikation zwischen den politischen Parteien sehr schwierig geworden ist. Wir haben zu Beginn der Legislatur versucht, mit der SPD eine konstruktive, lose Zusammenarbeit hinzubekommen. Dann hat sich die SPD mit der FDP und den Grünen wieder zu einer Ampel zusammengeschlossen. Die Kommunikation ist dadurch nicht leichter geworden. Wir glauben, dass eine parteilose Bürgermeisterin die Möglichkeit bietet, dass sie über Parteigrenzen hinweg wieder eine konstruktive Kommunikation aufbauen kann. Das war einer der Vorteile.
Welche anderen gab es?
Schwarzkopf: Der andere große Vorteil ist, dass Frau Alzorba jetzt schon viele Jahre in der Verwaltung tätig ist. Genau in dem Bereich, der für uns so wichtig ist: Planen und Bauen, Stadtentwicklung. Auch Fördermittelmanagement. Dazu kamen die Kommunikationsfähigkeit und Leidenschaft für diese Stadt. Das waren drei wichtige Argumente. Das vierte Argument: Frau Alzorba hat ganz offensichtlich das Vertrauen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus.
Melita Alzorba, so eine Entscheidung muss reifen. Wie ist das bei Ihnen gewesen?
Alzorba: Lange habe ich dafür nicht gebraucht. Die Idee entstand leise, manifestierte sich aber schnell, weil ich für mich erkannt habe: Wir brauchen zwischen Politik und Verwaltung jemanden, der in beide Richtungen kommuniziert und beide Seiten zusammenbringt. Es ist wichtig, die Grundlage dafür zu schaffen, dass das Vertrauen wieder voll da ist. Im Moment ist es beidseitig angekratzt. Gerade die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung können ihr Potenzial im Moment gar nicht zeigen. Sie können es nicht ausschöpfen, weil die Dinge nicht so strukturiert sind, dass auch ihre Tätigkeit richtig platziert zur Geltung kommt.

CDU-Versammlung: Kandidatin für Bürgermeisterwahl steht fest

CDU-Versammlung: Kandidatin für Bürgermeisterwahl steht fest
CDU-Versammlung: Kandidatin für Bürgermeisterwahl steht fest © Cédric Olivier Nougrigat
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CDU-Versammlung: Kandidatin für Bürgermeisterwahl steht fest
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CDU-Versammlung: Kandidatin für Bürgermeisterwahl steht fest
CDU-Versammlung: Kandidatin für Bürgermeisterwahl steht fest © Cédric Olivier Nougrigat
Sie sagen also: So wie’s im Moment im Rathaus läuft, ist es nicht zufriedenstellend…
Alzorba: Ja. Und zwar für beide Seiten. Man ist auch in der Verwaltung nicht zufrieden mit dem Ergebnis der Arbeit, wenn man nicht ausreichend Zeit oder Unterstützung oder Rückendeckung bekommt. Wenn sich die Bereiche verschieben, das Augenmerk nicht mehr da ist, damit sich die Stadt besser entwickeln kann. Wir bieten natürlich Service für den Bürger, aber das ist nicht nur, dass wir den Ausweis ausstellen. Gerade die Stadtplanung, gerade der Fachbereich Planen und Bauen mit Stephan Hammer als Experte bei uns im Haus ist für die städtische Entwicklung wichtig, um die Stadt nach vorne zu bringen. Wir haben großes Potenzial, das – auch aufgrund der Krisen – in den vergangenen eineinhalb Jahren gar nicht richtig gezeigt werden konnte.
Sie sind in erster Linie Verwaltungsmensch. Sind Sie auch ein politischer Mensch?
Alzorba: Teils, teils. Ja, immer mehr. Aber vom Prinzip her eher Verwaltungsmensch.
Also jemand, der ganz konkrete Vorstellungen hat von Projekten und der dann am liebsten an der Umsetzung arbeiten würde?
Alzorba: Am allerliebsten. Ich weiß noch nicht, wie man das genau gestalten kann, wenn man Bürgermeisterin ist. Ich sehe mich dann eher als Zugpferd, um in alle Richtungen zu kommunizieren. Aber wir haben tolle Leute bei uns in der Stadtverwaltung, die dafür total geeignet sind, an der Umsetzung zu arbeiten, wenn ein Konzept erstellt worden ist.
Sie kommen aus der Stadtplanung, aus dem Fördermanagement. Darf man davon ausgehen, dass dies dann auch Ihre Steckenpferde sind?
Alzorba: Im Fördermanagement waren wir für alle Fachbereiche zuständig. Ich kannte auch schon vorher viele Menschen in der Verwaltung. Ich bin ein kommunikativer Mensch, laufe gerne, nehme nicht nur die Hauspost. So habe ich in allen Bereichen viele Menschen kennengelernt. Ich habe kein spezielles Steckenpferd. Fördermanagement ist wichtig, aber man muss und sollte es entschlacken und schneller konzipieren. Ich mag jeden Bereich, ich verstehe die Pflichtaufgaben der Verwaltung. Dafür muss Wertschätzung da sein. Aber ich sehe auch viele flexible Bereiche, in denen die Modernisierung, die Digitalisierung angeschoben werden müssen. Wir müssen diese Bereiche unterstützen, damit sie viel effizienter sein können.
Geben Sie uns ein Beispiel!
Alzorba: Zum Beispiel das Vergabemanagement. Dort ist man schon digital unterwegs. Aber es ist eine digitale Plattform für die Vergaben. Alle Kommunen müssen sich an diese Plattform halten. Das Problem ist, wenn wir uns nach innen in der Verwaltung zusätzliche Auflagen erteilen. Da werden Vergaben zum Teil strenger gestaltet als vom Gesetzgeber abverlangt. Wir müssen moderner denken, mit Unterstützung der Politik. Auch auf Landesebene, auf der wir klar machen müssen, wie schwer es den Kommunen gemacht wird. Wir haben vakante Stellen, na klar. Aber für die Kollegen, die da sind, müssen die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass sie weiter ihrer Arbeit nachkommen können. Und zwar erfolgreich. Erst recht, wenn in Zukunft viele Kollegen in Rente gehen und ihr Wissen mitnehmen werden. Jede Kommune hat ähnliche Probleme, aber bei uns in Lüdenscheid kommt die Brückenproblematik noch dazu. Eine große Herausforderung.
Ziehen für die CDU in den Wahlkampf: Bürgermeisterkandidatin Melita Alzorba, Stadtverbandschef Ralf Schwarzkopf (l.) und der Fraktionsvorsitzende Oliver Fröhling.
Herr Schwarzkopf, Sie sagen, eine parteilose Kandidatin kann die politischen Gegner besser zusammenführen. Im Endeffekt aber ist es auch ohne Parteibuch eine Kandidatur für die CDU. Oder wie ist das zu verstehen?
Schwarzkopf: Wir unterstützen Frau Alzorba, weil wir überzeugt sind, dass sie die richtige Frau an diesem Platz ist. Wir würden uns freuen, wenn andere Parteien sich dieser Meinung anschließen würden. Wir sehen das gerade in Iserlohn. Dort hat die CDU eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung aufgestellt, die unterstützt wird in einem breiten Konsens, von der SPD. Ich glaube, die Grünen sind auch dabei. Wir haben Gespräche vereinbart mit den anderen Parteien, würden Frau Alzorba dort gerne vorstellen. Schön wäre es, wenn sich die eine oder andere Partei uns anschließen würde.
Wie ist denn der Prozess in der CDU gewesen? Sind alle von dieser Lösung überzeugt oder hätte es vielleicht auch jemand gerne selbst gemacht?
Schwarzkopf: Ich bin stolz, dass unsere Partei so lebendig ist, dass wir Interessenten haben, die sich das hätten vorstellen können, auch anzutreten. Wir haben lange diskutiert und uns die Schwerpunkte der Interessenten angeschaut. Mit Frau Alzorba haben wir jemanden gefunden, bei dem wir glauben, dass dies ein Topangebot ist für alle Wählerinnen und Wähler in dieser Stadt, weil sie aus der Verwaltung kommt. Bei den anderen Interessenten wäre dies nicht der Fall gewesen. Wir glauben, dass wir eine Bürgermeisterin brauchen, die weiß, wie der Laden funktioniert und was den Laden zusammenhält. Und wir glauben, dass wir mit einer parteilosen Bürgermeisterin wieder aus dem politischen Kleinklein herausfinden können. Hin zu einer konstruktiven Zusammenarbeit, vielleicht sogar ohne Koalitionsaussage. Die Kommunalpolitik ist viel näher am Menschen, da spielt das Parteibuch gar nicht so eine Rolle. Bei den großen Herausforderungen in Lüdenscheid könnte man auch mit wechselnden Mehrheiten arbeiten. Da ist jemand, der das Parteibuch nicht wie eine Monstranz vor sich herträgt, wie der aktuelle Amtsinhaber es tut, eine erfrischende Neuigkeit.
Vom Konzept her also soll’s wieder dieser Ideenwettbewerb in der politischen Arbeit sein, der es im ersten Wagemeyer-Bürgermeisterjahr bis zur Ampelkooperation gewesen ist…
Schwarzkopf: Absolut. Die CDU signalisiert damit, dass sie bereit ist, darauf zu verzichten, dass ihr Kandidat das CDU-Parteibuch haben muss. Es geht uns um das Wohl dieser Stadt. Wir stehen vor riesigen Herausforderungen. Frau Alzorba hat das Vertrauen der Mitarbeiter, sie ist gut vernetzt, aber parteipolitisch nicht vorbelastet. Das ist eine super Voraussetzung.
Alzorba: Ich glaube, dass ich genau dies auch transparent, gut und verständlich an die Bevölkerung in Lüdenscheid vermitteln kann. Gerade durch die Parteilosigkeit. Aber auch, weil ich hier verwurzelt bin. Ich kenne viele Menschen, habe noch viele Schulfreunde aus meiner Zeit am BGL. Ich spreche viele Sprachen. Meine Eltern kommen aus dem ehemaligen Jugoslawien, die leider verstorbenen Eltern meines Mannes aus Izmir in der Türkei. Wir haben beide Migrationshintergrund. Unser Sohn spielt bei Rot-Weiß Fußball. Wir sind überall unterwegs in Lüdenscheid. Ich glaube, dass auch das wichtig ist. So können die Menschen schnell Vertrauen fassen.
Nun ist es trotzdem ein mutiger Schritt: Sie treten gegen ihren jetzigen Chef an. Haben Sie da auch Zweifel gehabt, ob das klappen kann im beruflichen Alltag?
Alzorba: Na klar. Ich überlege das ständig. Wie der Alltag aussehen wird, wenn es offiziell ist, das werden wir sehen. Ich konnte mit dem Bürgermeister bis jetzt immer sehr respektvoll umgehen. Die Arbeit wurde erledigt. Das wird auch weiterhin so geschehen. An mir wird es nicht liegen.
Zu einer Bürgermeisterwahl gehört ein Wahlkampf: Da wird man sie aber schon am CDU-Stand auf dem Sternplatz treffen, oder wie soll so ein Wahlkampf laufen?
Alzorba: Ich würde mich schon an den CDU-Stand stellen. Ich bin nicht blind zu Herrn Schwarzkopf gelaufen. Die CDU vertritt Werte, die mit meinen identisch sind. Ich habe kein Parteibuch, aber die Werte und das Wahlprogramm kann ich so mitvertreten. Ich brauche aber kein Parteibuch dafür. Ich finde politisches Engagement gut und möchte Mitgliedschaften in Parteien nicht abwerten, aber für meine Aufgabe brauche ich das nicht zwingend. Es ist meine persönliche Entscheidung.
Die Parteilosigkeit gehört ja auch zum Teil des Konzeptes.
Schwarzkopf: Wir haben stark den Eindruck, dass die jetzige Mehrheit und die bald 20-jährige Dominanz der SPD dazu führen, dass man sagt: Das ist ein SPD geführtes Rathaus mit den durchaus negativen Konsequenzen. Wir wollen kein CDU geführtes, kein SPD geführtes und auch FDP geführtes Rathaus sein, sondern ein Rathaus, das für die Bürger geführt wird. Natürlich wird man Frau Alzorba bei uns am Stand treffen, aber ich würde mich freuen, wenn auch andere Parteien erkennen, dass wir hier eine grandios engagierte Frau haben, die brennt für diese Stadt. Parteien, die dann sagen: Okay, da können wir mitmachen. Dann könnte sie genauso gut bei der FDP und den Grünen stehen. Uns ist auch bewusst, dass sich Frau Alzorba, wenn sie gewählt wird, ein Stück weit von uns abgrenzen muss. Wir wissen, dass sie nicht die reine Lehre für die CDU singen kann. Aber darauf kommt es nicht an. Es kommt darauf an, dass sie das Beste für die Stadt tut.

Ich lebe gerne in Lüdenscheid und liebe diese Stadt. Und ich möchte, dass hier alle gerne leben wollen!

Bürgermeisterkandidatin Melita Alzorba
Lassen Sie uns noch mal über Themen sprechen: Was braucht Lüdenscheid ganz besonders, damit es in der Stadt nach vorne geht?
Alzorba: Die Stadtentwicklung, aber die muss man größer formulieren. Wir brauchen da schon eher ein integriertes Handlungskonzept. Aber nicht wie bei der Denkfabrik oder Altstadt, sondern ganzheitlich für alle Stadtteile. Mit Stephan Hammer haben wir jemanden, der so eines schon mal entwickelt hat. Deshalb habe ich da vollstes Vertrauen. Das sollte der Startschuss sein, um ans Arbeiten zu kommen. Aus dem Handlungskonzept müssen sich die Strategien ergeben, wie man diese Gemengelage auffängt.
Wo muss Lüdenscheid sonst noch besser werden?
Alzorba: Überall. Wir müssen dem Niedergang in wirtschaftlicher Hinsicht, aber auch in demografischer Hinsicht begegnen. Wir brauchen auch eine saubere, sichere und helle Stadt. Fabian Kesseler hat das Konzept für den kommunalen Ordnungsdienst erstellt. Er ist auch Verwaltungsexperte und kann dabei helfen, wie unsere Strukturen intern so aufgestellt werden, dass wir ziemlich schnell effizient werden. Dazu kommt die Integration von unseren ausländischen Mitbürgern. Und auch die Wirtschaftsförderung. Dazu die Frage, wie wir mit unseren älteren Mitbürgern umgehen. Es gibt so viele Aufgaben. Ich lebe gerne in Lüdenscheid und liebe diese Stadt. Und ich möchte, dass hier alle gerne leben wollen.
Schwarzkopf: Einige Themen hat die CDU immer schon bespielt: Sauberkeit, Sicherheit. Auch da haben wir uns unterhalten. Frau Alzorba hat schon länger mit Fabian Kesseler am neuen KOD gearbeitet. Wir können diese Punkte, wenn es die Mehrheit dafür im Rat gibt, schnell und einfach umsetzen. Zum einen das Handlungskonzept. Mit Stephan Hammer haben wir da einen super Mitarbeiter im Rathaus. Ich habe mir das Konzept angeschaut, mit dem er in Wipperfürth die Stadt entwickelt hat. Das ist der Hammer, von der Methodik her sehr spannend.
Das heißt?
Schwarzkopf: Es geht um die Frage, wie viele Menschen in Lüdenscheid leben werden. Wie alt sind sie? Was verdienen sie? Wie wollen sie wohnen? Mit Antworten auf diese Fragen kann man Entwicklung vorantreiben. Klar ist: Die Innenstadt soll als Kern so entwickelt werden, dass sie wieder eine Strahlkraft hat. Und für Sauberkeit und Sicherheit müssen wir als Sofortmaßnahme den KOD schneller rausbekommen, damit die Vermüllung aufhört und man wieder ein Gefühl der Sicherheit bekommt. Und es gibt weitere Maßnahmen. Wir müssen die Lust an der Diskussion zurückgewinnen. Ich erinnere an die Zeit der Visionäre, die Freude, wie dort miteinander getüftelt wurde. Diese Leidenschaft und Diskussionsfreude erlebe ich bei Frau Alzorba. Und die erlebe ich heute bei der Verwaltungsspitze nicht. Vielleicht noch einer der schönsten Punkte, als wir uns unterhalten haben: Frau Alzorba hat mir direkt gesagt, einen persönlichen Referenten bräuchte sie nicht.
Ein persönlicher Referent also ist nicht nötig, Frau Alzorba?
Alzorba: Nein, der ist nicht notwendig. Ich kenne die Verwaltung ja!
Frau Alzorba, Herr Schwarzkopf, vielen Dank für das Gespräch!

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