VonTamara Buckenauerschließen
Eine Burg in einer NRW-Altstadt bietet einen eindrucksvollen Blick auf den historischen Stadtkern – und ist fast 900 Jahre alt. Die Wasserversorgung der Burg war außergewöhnlich.
Blankenheim – Wer angesichts der allmählich steigenden Temperaturen bereits erste Ausflüge für die kommenden Wochen plant, für den könnte dieser historische Burgort ein lohnendes Ziel für einen Tagestrip sein. Neben zahlreichen, teils überregionalen Rad- und Wanderwegen wie dem Ahr-Radweg, Wassersportmöglichkeiten auf dem Freilinger See oder entspannten Spaziergängen durch die Natur bietet Blankenheim ein weiteres Highlight: die historische Grafenburg.
Fast 900 Jahre alte Burg bietet eindrucksvollen Blick über NRW-Altstadt
Der kleine, malerische Burgort Blankenheim – zugleich Zentralort einer Gemeinde mit insgesamt 17 Ortschaften – liegt im Herzen der Eifel. Besonders ins Auge fällt die imposante Burg, die seit Jahrhunderten das Ortsbild prägt. „Hoch über dem historischen Ortskern Blankenheims gelegen, beherrscht die beeindruckende Burg das Bild des Burgortes“, schreibt die Gemeinde. Die Ursprünge der Burg reichen vermutlich bis in den Beginn des 13. Jahrhunderts zurück: Damals ließ Gerhard III. die Anlage errichten. Später wurde sie im 15. Jahrhundert von Graf Gerhard VIII. abgerissen und in ihrer heutigen Form als Schloss neu aufgebaut.
Rund um das Jahr 1730 entstand im Vorgelände des Burggrabens ein barocker Garten samt Orangerie. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage immer wieder umgestaltet – aus der einstigen mittelalterlichen Ritterburg entwickelte sich ein repräsentatives barockes Schloss. Von der Anhöhe der Burg aus genießen Besucher heute einen weiten Ausblick auf den historischen Ortskern Blankenheims – mit seinen malerischen Gassen und den denkmalgeschützten Fachwerkhäusern.
Wasserversorgung der Grafenburg – „Das einzig bekannte Beispiel seiner Art“
Erwähnenswert ist auch die Wasserversorgung der Burg. Die etwa 1,5 Kilometer lange Leitung, die teils als Gefälleleitung, teils als Druckleitung gebaut war und streckenweise durch einen Tunnel verlief, führte von der Quelle durch das Tal „In der Rhenn“ bis in den Burghof. Dabei hatte sie ein 12-Meter tiefes Tal sowie mithilfe eines Aquädukttunnels einen 15 Meter hohen Bergsporn zu überwinden, beschreibt die Gemeinde. „Der Tunnel ist das einzig bekannte Beispiel seiner Art aus dem späten Mittelalter.“
Die Burganlage dient heute als Jugendherberge. Sie kann auf Anfrage besichtigt werden.
In Blankenheim gibt es nicht nur die Grafenburg zu entdecken. So finden sich hier auch die Reste eines römischen Gutshofes, der zu den größten seiner Art im Rheinland gehörte – die „villa rustica“. Zahlreiche Fachwerkbauten schmücken den historischen Burgort. Darunter eines der schmalsten Fachwerkhäuser Deutschlands mit einer Breite von nur 2,01 Metern. Sehenswert ist auch eine andere Altstadt in NRW – sie wurde zur „schönsten Kleinstadt Deutschlands“ gekürt.
Rubriklistenbild: © IMAGO / Hans Blossey

