VonJens Hippeschließen
Sorgt der teils starke Bewuchs der Wäster für eine größere Hochwassergefahr? Stadt Warstein und Kreis haben sich nun geäußert und gesagt, wo sie tätig werden wollen.
Warstein - Besteht durch die teils zugewachsene Wäster tatsächlich eine erhöhte Hochwassergefahr im Warsteiner Stadtzentrum? Auf die Debatte der vergangenen Wochen hatte Markus Teutenberg, bei der Stadt für die Gewässer verantwortlich, im vergangenen Ausschuss für Bauen und Digitales eine Antwort – in Form eines Gutachtens des Kreises Soest.
Es gibt keinen akuten Handlungsbedarf, der ordnungsgemäße Abfluss der Wäster sei gegeben, erläutert in dem Gutachten Birgit Dalhoff von der Unteren Wasserbehörde des Kreises. Unterhaltungsarbeiten, insbesondere im Bereich der Wästerbrücken, seien aber abgestimmt worden. Es sei in vielerlei Hinsicht ein Spagat, so Teutenberg. Auf der einen Seite ein Spagat zwischen Ökologie und Wasserabfluss, zwischen „grüner Lunge und Hochwassergefahr“. Natürlich müsse der ordnungsgemäße Fluss der Wäster gegeben sein, um mögliche Hochwasser zu verhindern – trotz der Regenrückhaltebecken. Das stehe an erster Stelle. Auf der anderen Seite herrsche an den Wästerufern eine wichtige Ökologie. Die Pflanzenvielfalt sei nicht nur wichtig für Tiere und Insekten, sie beschattet auch das Gewässer und schützt es so vor einem Aufheizen. Auch Dalhoff erklärte in ihrem Gutachten, dass eine naturnahe Entwicklung in einem städtischen Gewässer sowieso eine Herausforderung darstelle. Der Bewuchs muss immer kontrolliert und bei Bedarf auch zurückgeschnitten beziehungsweise entfernt werden.
Zudem, so fügte Teutenberg an, sei es nicht der Wästerbewuchs an sich gewesen, der in der Vergangenheit für Hochwasser in Warstein sorgte. Im August 2007 kam es zu einem solch beschrieben Jahrhunderthochwasser: „Es waren die Querschnitte der Wästerbrücken.“ Und die wären es auch mit dem schmalen Profil der Wäster, die bei einem sogenannten 100-jährlichen-Hochwasser in Zukunft für ein Übertreten der Wäster sorgen würden, wenn die Regenrückhaltebecken gefüllt seien. Auch der Blick „von oben“ auf die Wäster täusche. Baumkronen seien teilweise dicht, „unten“ sei die Wäster aber gar nicht zugewachsen, so Teutenberg nach einer Begehung. Auch für die Steinstraße am südlichen Ortseingang sei die Hochwasserproblematik geprüft worden. Ergebnis: Die Gehölze in der Wäster dort führen ebenso zu keiner Verschärfung der Starkregensituation.
Gespräche mit Eigentümern
Doch ein zweiter Spagat ergibt sich aus der Zuständigkeit für den Bewuchs. Aus der Perspektive des Wästerlaufes ist der linke Uferbereich städtisch, der rechte Uferbereich – inklusive der Brücken - gehört aber den privaten Grundstückseigentümern. Und die seien für entsprechende Rückschnitte und Grünentfernungen verantwortlich, da könne die Stadt nicht einfach tätig werden, so Teutenberg. Da, wo nötig und die Stadt Eigentümer ist, werde man tätig, insbesondere in den Brückenbereichen, schilderte Teutenberg kommende Arbeitseinsätze des Betriebshofes. „Mit den privaten Eigentümern muss man nun in die Kommunikation gehen“, ergänzte Lukas Mestermann von den Stadtwerken. Auch die hätten eine entsprechende Pflicht.
Hubertus Jesse aus der CDU-Fraktion dankte für die Ausführung und, dass die Stadt nun nötig tätig werde, machte aber auch klar: „Wir müssen uns nun nicht in der Vorsorge überbieten.“

