VonEva Burghardtschließen
Die Mauern von Schloss Strünkede erzählen Geschichten aus über 800 Jahren. Heute beherbergt das Wasserschloss das größte Haus des Emschertal-Museums.
Herne – Seit vielen hundert Jahren steht Schloss Strünkede in Herne (NRW). Das alte Wasserschloss hat seine Herren Kommen und Gehen sehen und wechselte auch selbst mehrmals die Funktion – vom Herrschaftssitz übers Polizeipräsidium hin zum Museum. Heute ist in dem schmuckvollen Schloss das größte Haus des Emschertal-Museums untergebracht. In den alten Mauern kann außerdem geheiratet werden.
Schloss Strünkede in Herne ist mehrere hundert Jahre alt
Erstmals urkundlich erwähnt, wurde Schloss Strünkede bereits im Jahr 1243. Gebaut wurde sie von den „Herren Strünkede“, wie die Stadt Herne mitteilt. Demnach gab es die Familie zu diesem Zeitpunkt bereits seit hundert Jahren. Die Burg hatte man damals schon mit Türmen und wassergefüllten Gräben ausgestattet. Es ähnelt damit unter anderem dem Wasserschloss Herten, das selbst aussieht wie aus einem Märchen.
Diese Gräben werden auch als „Gräften“ bezeichnet, berichtet die Stadt Herne. Wegen dieser besonderen Architektur zählt Schloss Strünkede zu den Wasserschlössern, von denen es einige im Ruhrgebiet gibt. Tatsächlich sind viele der Gräben, die beim Bau im 13. Jahrhundert entstanden sind, noch heute erhalten.
Bis ins 16. Jahrhundert hatte Schloss Strünkede nach Informationen der Stadt ein eher „mittelalterlich geprägtes, wehrhaftes Erscheinungsbild“, berichtet die Stadt Herne. Das änderte sich, als Jobst von Strünkede die Anlage zu einem Herrschaftsschloss umbauen ließ.
Schloss Strünkede in Herne
►Adresse: Schloss Strünkede, Karl-Brandt-Weg 5, 44629 Herne
►Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10 bis 13 sowie von 14 bis 17 Uhr, Samstag von 14 bis 17 Uhr, Sonntag und an Feiertagen durchgehend von 11 bis 17 Uhr geöffnet
►Eintrittspreise: Erwachsene zahlen für die Dauerausstellung 2,50 Euro und für Sonderausstellungen 3,50 Euro. Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren zahlen 50 Cent
Seitdem hat das Schloss Strünkede mehrere Umbauten miterlebt. In seiner heutigen Form, als Schloss mit zwei Flügeln, existiert die Anlage seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt lebten schon keine Strünkedes mehr auf der Anlage. Als Johann Conrad von Strünkede 1742 stirbt, erlischt die Hauptlinie der Familie.
Schloss Strünkede wird unterschiedlich genutzt – auch als Polizeirevier
Stattdessen gehörte Schloss Strünkede durch eine Heirat im Jahr 1810 schließlich der Familie Forell. Doch allzu lange wollte die das Schloss nicht behalten. Das hatte nämlich durch den Bergsenkungen einige Macken erhalten. Und so verkaufte die Familie das Schloss im Jahr 1896 an die Harpener Bergbau AG. Doch so ganz ist die Familie Forell noch nicht vom Schlossgelände verschwunden. Noch heute befindet sich deren Familiengrabstätte nämlich im Schlosspark – unschwer erkennbar an einem Obelisken.
Im 20. Jahrhundert hatte Schloss Strünkede unterschiedliche Funktionen. Eine Zeit lang war in dem alten Adelssitz ein Restaurant, dann ein Lazarett, dann ein Polizeiquartier. Zeitweise war dort die Hitlerjugend untergebracht, dann diente das Schloss als Erholungsheim für Kinder.
In der Schlosskapelle von Schloss Strünkede finden Hochzeiten statt
Im Jahr 1944 übernimmt die Stadt Herne das Schloss und renoviert die Anlage. Seit 1948 ist nun schon die Sammlung des Emschertal-Museums dort untergebracht, eines der größten Regionalmuseen im Ruhrgebiet. Dort wird die Geschichte der Stadt Herne erzählt – „von der Ära der Neandertaler über die Karolingerzeit bis hin zur Industriestadt“, heißt es auf der Website. Natürlich gehört dazu auch die Geschichte des Schlosses und der Familie Strünkede.
Heute ist das Schloss aber nicht nur eine Adresse für Kultur- und Geschichtsinteressierte. Auf der Anlage können sich Verliebte auch das Ja-Wort geben. Standesamtlich wird im Kaminzimmer des Schlosses geheiratet. Kirchliche Trauungen finden in der Schlosskapelle statt. Die ist übrigens das älteste Bauwerk auf dem Stadtgebiet von Herne. (ebu)
Rubriklistenbild: © Hans Blossey/imago


