Höhlenforschung

„Es ist spektakulär“: Forscher entdecken größte NRW-Höhle

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Die Kluterthöhle in Ennepetal ist wieder die größte Schauhöhle in NRW. Forscher haben neue, bisher unbekannte Gänge entdeckt.

Ennepetal - Seit über einem Jahrhundert sind Höhlenforscher auf der Suche nach einer Verbindung zwischen der Kluterthöhle und der Bismarckhöhle im westlichen Klutertberg in Ennepetal (NRW). Im März 2024 stieß das Team um Stefan Voigt, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Kluterthöhle (AKKH), auf bisher unentdeckte Gänge der Höhle „Hackerloch“, die sich zwischen den beiden Höhlen befindet. Mitte August gelang ihnen schließlich der Durchbruch: Sie entdeckten eine Verbindung zwischen der Kluterthöhle und dem Hackerloch. „Das ist schon ein Wunder“, berichtet Voigt im Gespräch mit come-on.de.

Kluterthöhle ist wieder größte Schauhöhle in NRW

Voigt erinnert sich an den Moment der Entdeckung: „Da war ein Spalt. Ein Kollege sagte, schau mal, da kommt ein Luftzug raus“. Das Entdeckerteam, bestehend aus vier Personen, nahm den Geruch der Öffnung wahr: „Das ist kein Witz“, betont der Höhlenforscher. Jede Höhle hat einen einzigartigen Geruch, der nach jahrelanger Arbeit sofort identifizierbar ist. Eine Woche später gruben sie den Spalt weiter auf und gelangten in die Kluterthöhle. „Es ist spektakulär gewesen. Der Fund war ein Fest“.

Die Höhlenforscher bei der Erkundung des Hackerlochs im Ennepetal.

Zu Beginn vermaßen Voigt und sein Team eine Länge von etwa 5,8 Kilometern. Nachdem die Gänge freigelegt wurden, konnten genaue Messungen durchgeführt werden. Die Kluterthöhle erstreckt sich nun über eine Länge von rund 7,2 Kilometern und ist damit erneut die größte Schauhöhle in NRW. Die Attahöhle in Attendorn, die mit einer Länge von etwa 6,7 Kilometern zwischenzeitlich den ersten Platz einnahm, wurde damit überholt. Nur das Windloch in Engelskirchen ist mit fast 8,5 Kilometern noch größer.

Sollten die Forscher auch noch eine Verbindung zur Bismarckhöhle entdecken, könnte das System „bis zu neun Kilometer“ groß werden. „Es könnte auf Platz 1 in NRW und Platz 7 oder 8 in ganz Deutschland rutschen“, prognostiziert Voigt.

Die Höhlenforscher entdeckten den Spalt zwischen Hackerloch und Kluterthöhle.

Wettertür soll Tropfsteine in Kluterthöhle und Hackerloch schützen

Um das „besondere Höhlenklima, das unter Schutz steht“, zu bewahren, installierten die Forscher an der Verbindungsstelle von Kluterthöhle und Hackerloch eine „Wettertür“. Diese bleibt normalerweise verschlossen, um mögliche starke Veränderungen durch das 30 Zentimeter breite und 60 Zentimeter hohe Durchgangsloch zu verhindern.

In den Höhlen sind besonders die Tropfsteine und kryogenen Calcite schützenswert, die nach der letzten Eiszeit aus langsam gefrierendem Wasser kristallisiert sind. Die Forscher fanden auch Fledermausknochen und größere Knochenreste, die noch nicht untersucht wurden.

Hackerloch wurde bereits 2004 entdeckt – dann passierte lange nichts

Bereits 2004 entdeckte das Team um Stefan Voigt das Hackerloch. Sie gruben zunächst sechs Meter tief, zehn Jahre später ging es weitere 40 Meter hinunter. Dort entdeckten sie riesige Höhlen. „Die Räume sind gigantisch. Auch die Gänge sind zehn mal zehn Meter groß. Und Seen haben wir dort auch gefunden“, beschreibt Voigt das Hackerloch.

Rubriklistenbild: © Stefan Voigt, gem. Arbeitskreis Kluterthöhle e.V.

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