VonJohanna Werningschließen
In Köln gibt es tatsächlich Wasserbüffel: Die Rinder sind unter anderem in der Wahner Heide zu Hause. Doch nicht nur dort sind die Tiere „im Einsatz“.
Köln – Wer an Wasserbüffel denkt, denkt wahrscheinlich eher an eine Safari mitten durch die Savanne oder an den Disney-Klassiker „König der Löwen“, bei dem die Büffel zu Beginn des Films am Wasserloch trinken. Doch auch in Köln gibt es die Rinder mit den riesigen Hörnern – und dabei haben die Wasserbüffel eine wichtige Aufgabe.
Warum die Wasserbüffel „Pudding“ und „Fritz“ am Hornpott in Köln grasen
Denn die bis zu 500 Kilogramm schweren Tiere werden tatsächlich als eine Art lebendiger Rasenmäher eingesetzt, wie Elmar Schmidt vom Naturschutzbund Leverkusen und Köln gegenüber 24RHEIN erklärt. Was die Schafe auf der Poller Wiese machen, machen die Wasserbüffel im Naturschutzgebiet „Am Hornpottweg“ in Dünnwald.
Der Hornpott ist „ein besonderer Lebensraum“, der eine besondere Pflege braucht, so Schmidt. Immerhin leben hier viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Denn dank der ehemaligen Kiesgrube gibt es in dem Naturschutzgebiet ein einzigartiges Sumpfgebiet. „Wir hatten früher das Problem, dass der Sumpf immer wieder zugewachsen ist“, erklärt Schmidt. Denn mit Maschinen konnten die Pflanzen und Gehölze nicht so gut entfernt werden wie sie sollten.
Mit den Wasserbüffeln „Pudding“ und „Fritz“ ist das anders, erklärt Schmidt vom NABU in Leverkusen und Köln. „Das klappt viel besser.“ Seit 2020 sind die beiden Wasserbüffel-Ochsen mittlerweile im Hornpott im Einsatz. Denn anders als die anderen Rinder dort fressen die beiden Wasserbüffel besondere Pflanzenarten, die sich sonst rasant ausbreiten würden und den Sumpf trockenlegen würden. „Die Büffel gehen gerne in den Sumpf. Die brauchen das Wasser, um sich abzukühlen und fressen dabei dann auch“, sagt Schmidt.
Ein weiterer Pluspunkt für die ungewöhnlichen Landschaftspfleger: Die Wasserbüffel „Pudding“ und „Fritz“ sind 365 Tage im Jahr im Einsatz – und zwar rund um die Uhr. „Im Sommer gehen sie an die Pflanzen und im Winter an das Geholz“, so Schmidt.
| Der Wasserbüffel | |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name: | Bubalus arnee |
| Ohne Rang: | Stirnwaffenträger (Pecora) |
| Familie | Hornträger (Bovidae) |
| Gewicht: | 300 – 550 kg (Erwachsener) |
| Länge: | 2,6 Meter (Erwachsener) |
| Höhe | 1,3 – 1,3 Meter (Männlich, Widerristhöhe), 1,2 – 1,3 Meter (Weiblich, Widerristhöhe) |
Nicht nur am Hornpott: Wo in Köln sonst noch Wasserbüffel sind
Darum sind die Wasserbüffel schon längst nicht mehr nur in Dellbrück (Stadtbezirk Köln-Mülheim) im Einsatz. Auch in der Wahner Heide (Stadtbezirk Köln-Porz) gibt es mittlerweile Wasserbüffel. Sie helfen, „die zunehmende Verbuschung, also die Ausbreitung von Sträuchern und Bäumen auf Wiesen und Grünland, zu verhindern“, erklärt die Stadt Köln. Ihre Aufgabe unweit des Flughafens Köln/Bonn: Landschaftspflege auf der Wahner Heide. Auch hier sollen sie Gräser und Sträucher fressen, die andere Rinderarten oder Wildtiere in der Wahner Heide verschmähen.
Und damit nicht genug: Die Wasserbüffel haben für das Sumpfgebiet eine wichtige Bedeutung. Der Name Wasserbüffel kommt nämlich nicht von ungefähr, erklärt das Bündnis Heideterrasse, das sich für den Erhalt der Wahner Heide einsetzt. Die Tiere suhlen sich gerne in schlammigen Wasserlöchern – und wenn es die nicht gibt, graben die Tiere diese in Sumpfgebieten mit ihren Hufen selbst aus.
Und genau diese Wasserbüffel-Badestellen sind wichtig für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten, erklärt das Bündnis weiter. Denn dadurch entsteht Lebensraum für die Kreuzkröte, der Hirschsprung, der Fadenenzian oder der Echte Kiemenfuß. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
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