- VonPia Sofie Bartmannschließen
Tierbesitzer in NRW stehen künftig vor einem Problem: Ab Februar schränkt auch die Tierklinik Bielefeld ihre Notfallversorgung ein. Was Sie beachten sollten.
Bielefeld – Auch bei Haustieren zählt im Notfall jede Sekunde. Doch wohin mit Hund, Katze, Meerschweinchen und Co., wenn außerhalb der Regelöffnungszeiten ein Notfall auftritt? Tierhalter in Nordrhein-Westfalen haben inzwischen schlechte Karten, denn das Angebot der Notfallversorgung schrumpft stetig. Zum 1. Februar schränkt nun auch die Tierklinik Bielefeld ihre Öffnungszeiten an Wochenenden ein.
Auf der Internetseite der Tierklinik heißt es: „Liebe Patientenbesitzer, zum 01.02.2024 ändern sich unsere Notfall-Öffnungszeiten. Wir sind von Montag 7 Uhr bis Samstag 6 Uhr für Sie da. In der Notdienstzeit stationär aufgenommene Tiere werden über das Wochenende weiterhin wie gewohnt versorgt und behandelt. Wir bieten Ihnen weiterhin unser umfangreiches Leistungsspektrum an.“ Ein Grund für den Stopp der Wochenendversorgung wird dort nicht genannt.
„Branche im Wandel“: Tierklinik Bielefeld stoppt Notfall-Versorgung am Wochenende
Die Tierklinik Bielefeld wird, ebenso wie die Tierkliniken in Ahlen, Neandertal und Recklinghausen, von dem Unternehmen AniCura betrieben. Auf Nachfrage von wa.de erklärt die Pressesprecherin des Unternehmens, Janina Bruckmann: „Die gesamte Veterinärbranche verzeichnet seit einiger Zeit einen gravierenden Personalmangel. Dieser betrifft nicht nur AniCura-Standorte. Die Branche befindet sich im Wandel.“
So hätten sich nicht nur die Anforderungen und der medizinische Anspruch der Tierbesitzer an die Tierärzte verändert, auch der Nachwuchs fehle. „Viele Studienabgänger entscheiden sich zum Beispiel nach ihrem Studium dazu, nicht im praktischen Bereich zu arbeiten, sondern im administrativen Bereich. Der Alltag des Tierarztes ist zwar spannend und fordernd, aber auch aufreibend und komplex“, so Bruckmann. „Wir versuchen im Sinne des Tierwohls, unser Not- und Nachtdienstangebot, wenn irgend möglich, aufrechtzuerhalten. [...] Der Weg zu einer solchen Entscheidung ist beileibe nicht einfach und wird nur äußerst schweren Herzens getroffen“, betont die Pressesprecherin.
Schwierige Lage für Tierärzte
Viele Tierärzte in Deutschland sehen den fehlenden Nachwuchs, anhaltenden Personalmangel und die schwierige gesetzliche Lage als großes Problem. Folgen sind die Schließung von Praxen und der Stopp der Notfallversorgung während der Nachtstunden und am Wochenende in immer mehr in Tierkliniken. Um eine Versorgung ihrer Patienten trotzdem auch im Notfall zu gewährleisten, haben sich einige Tierarztpraxen in ihren jeweiligen Kreisen in NRW zu Ringdiensten zusammengeschlossen und wechseln sich mit ihren Diensten ab.
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