Provinz Gelderland

Hund stirbt nach Angriff von Wolf – „Er kämpfte wie ein Boss“

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Plötzlich packte ihn ein Wolf und riss ihn fort: Hund Bruno starb an den Bissverletzungen. Es ist allerdings nicht der erste Wolf-Zwischenfall in den Niederlanden.

Hamm – Bruno war nicht mehr der Jüngste, doch ein paar glückliche Jahre hatte der Hund noch vor sich. Jetzt ist Bruno tot. Er wurde in den Niederlanden im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Leben gerissen und gebissen – und zwar von einem Wolf. Darauf deuten alle Anzeichen hin. Die geschockten Besitzer haben einen Spendenaufruf gestartet, um die hohen Tierarztkosten abzufedern. Zu dem Zeitpunkt hatten sie noch Hoffnung.

„Er hatte große Schmerzen“: Hund Bruno stirbt nach Wolfsangriff in den Niederlanden

Samstag, 31. August, gegen 11.30 Uhr in der Nähe von Harderwijk in der Provinz Gelderland: Geertje Bakker geht mit Bruno, einer Kreuzung aus Dackel und einem Jack-Russell-Terrier, im großen Waldgebiet am Leuvenumseweg spazieren. Er ist nicht angeleint; er soll sich hier im Freilaufbereich ausleben können.

Was dann geschieht, schildert Geertje Bakker auf der Crowdfunding-Plattform Gofundme so: „Bruno wird von einem Wolf gepackt und in den Wald gezerrt. Dies geschah sehr schnell und der Wolf war schnell außer Sichtweite.“ Doch wie durch ein Wunder gelang dem Hund die Flucht. Blutüberströmt und mit schwersten Verletzungen an Hals und Bauch kehrte er zu seiner Besitzerin zurück. „Selbst, als ich Bruno in meinen Armen hatte, kam der Wolf zurückgerannt“, sagte Bakker dem niederländischen Portal Hart van Nederland .

Hund Bruno wurde in den Niederlanden wahrscheinlich von einem Wolf angefallen und getötet.

Der Tierarzt gab dem Hund kaum Chancen, überwies ihn aber zur Universitätstierklinik nach Utrecht, wo er operiert wurde. Zunächst sah es gut aus – trotz Löchern in Hals und Rachen, einer kollabierten Lunge und inneren Blutungen. „Die Ärzte waren sehr zuversichtlich, dass er dies überleben könnte. Wir dachten, dass wir ihn in ein paar Tagen nach Hause bringen könnten. Er wäre fast aus seinem Käfig gesprungen, um sich uns anzuschließen“, schreiben die Bakkers am Dienstag (3. September) in einem traurigen Update auf Gofundme.

Wolfsangriff in den Niederlanden: Besitzer starten Spendenaufruf wegen Tierarztkosten

Denn Bruno hat es nicht geschafft. Die Bauchspeicheldrüse war zu stark geschädigt und auch andere Organe begannen zu versagen. „Er kämpfte wie ein Boss“, schreiben die Besitzer. „Wir sind am Boden zerstört und hoffen, dass niemand das durchmachen muss, was wir in den letzten Tagen durchgemacht haben.“ Brunos Schicksal hat viele Menschen bewegt. Das Spendenziel von 15.000 Euro ist fast erreicht. Was nach Bezahlen der Tierarztrechnungen übrig bleibt, wollen die Bakkers anderen Opfern von Wolfsangriffen spenden.

Ist es das große Herz? Die zehn schwersten Hunderassen der Welt

Schottischer Hirschhund im Gras
Der Deerhound, auch Schottischer Hirschhund genannt, mag zwar auf den ersten Blick recht windig wirken, ein Blick auf die Waage beweist allerdings das Gegenteil: Auf bis zu 50 Kilogramm bringt es der große Windhund mit dem rauen Fell. © imagebroker/Imago
Ein Irischer Wolfshund, in einer Wiese sitzend.
Der Irische Wolfshund gehört zu den größten Hunderassen der Welt und wurde – wie sein Name bereits verrät – für die Wolfs- und Bärenjagd eingesetzt. Nicht zuletzt seine stattliche Größe hat ihm dabei einen deutlichen Vorteil verschafft: Bei einer Widerristhöhe von bis zu 86 Zentimetern (in Ausnahmefällen bis zu einem Meter) kann es selbst einem ausgewachsenen Bären angst und bange werden. Auch das Gewicht des Wolfshundes ist nicht zu verachten: Das Durchschnittsgewicht des Iren liegt bei rund 55 Kilogramm, einzelne Exemplare können noch schwerer werden. © blickwinkel/Imago
Ein Kangal steht auf dem Gras und blickt direkt in die Kamera.
Der Kangal ist auch als Anatolischer Hirtenhund bekannt: Im Kampf gegen Bären kam ihm einst sein Gewicht von bis zu 75 Kilogramm zugute. © Anka Agency International/Imago
Leonberger läuft am Strand.
Mit einem durchschnittlichen Gewicht zwischen 60 und 77 Kilogramm gehört auch der flauschige Leonberger zu den schwersten Hunderassen der Welt. © Depositphotos/Imago
Pyrenäen-Berghund liegt im Gras.
Der Pyrenäen-Berghund ist ein imposantes Tier: Mit seiner stattlichen Erscheinung schafft es der französische Bewacher auf bis zu 75 Kilogramm. © Depositphotos/Imago
Ein großer, dunkler Neufundländer auf einer Wiese
Jede Menge Fell, unter dem sich eine beachtliche Körpermasse verbirgt: Bis zu 75 Kilogramm kann der Neufundländer wiegen – wenngleich er in der Regel leichter ist. Auch ein Abkömmling des Neufundländers, der Landseer, gehört zu den schweren Hunderassen: Mit bis zu 80 Kilogramm wird er nicht nur etwas größer, sondern auch schwerer als sein kanadischer Vorfahre. © Panthermedia/LuboIvanko/IMAGO
Nahaufnahme einer Tibetdogge
Die Tibet Dogge, auch Tibet Mastiff oder Do Khyi genannt, wiegt bis zu 90 Kilogramm. Doch jedes Gramm der Hunderasse hat seinen Preis: Ein goldfarbener Rüde wechselte 2014 in China für 1,4 Millionen Euro den Besitzer und gilt seither als teuerster Hund der Welt. Legenden zufolge soll in den Adern der Tibet Dogge Löwenblut fließen. In Europa sind die Vierbeiner hingegen bereits ab 1.000 Euro zu erwerben. © Depositphotos/Imago
Deutsche Dogge im Herbst gibt Pfötchen
Deutsche Doggen sind bekannt dafür, ihre eigene Größe gerne mal zu unterschätzen – und es sich auf ihren Menschen gemütlich zu machen. Bei einem Gewicht von bis zu 95 Kilogramm möchte man jedoch lieber nicht unter die liebevollen Vierbeiner geraten. © Julia Moll/Imago
Erwachsener aktiver Bernhardinerhund, der im tiefen Schnee spielt.
Der Bernhardiner gehört nicht nur zu den größten, sondern auch zu den schwersten Hunderassen der Welt. Verschiedene Quellen berichten bei einzelnen Tieren von Gewichtsklassen zwischen 90 und teils bis zu 120 Kilogramm. Für ein solches Gewicht sind die Hunde allerdings nicht geschaffen, weshalb weniger Masse eine höhere Lebenserwartung bedeutet. © Pond5/Imago
English Mastiff liegt auf Waldboden
Der English Mastiff gilt als extragroßer Hund: Bis zu 100 Kilogramm bringt der Vierbeiner auf die Waage. Trotz seines imposanten Erscheinungsbildes wartet der Englische Mastiff erst einmal ab, bevor er sich zu impulsiven Reaktionen hinreißen lässt und gilt daher als toller Familienhund mit einem großen Herzen. © Nature Picture Library/Imago

Ob es sich bei dem Angreifer wirklich um einen Wolf handelt, muss ein DNS-Abgleich zeigen, doch alle Indizien sprechen dafür. Der Tierarzt Paul van Aalst bestätigte Hart van Nederland, dass es sich im Fall Bruno „absolut“ um einen Wolfsangriff handelt. „Das ist typisches Raubtierverhalten“, sagt er dem Portal. „Wenn es ein Hund gewesen wäre, hätte er sich eine andere Stelle ausgesucht und einmal kräftig zugebissen.“

Mehrere Zwischenfälle mit Wölfen in den Niederlanden

Die Organisation Bij12, die sich in den Niederlanden um Wolfsschäden kümmert, schreibt, dass es früher am Tag des Angriffs „in der gleichen Gegend auch zwei Konfrontationen mit einem Wolf“ gegeben habe. Bruno sei bei Hardewijk „wahrscheinlich“ Opfer eines Wolfsangriffs geworden. „Das Gebiet, in dem sich die Vorfälle ereigneten, ist das Territorium des Rudels, in dem mindestens einer der Wölfe abnormales Verhalten zeigte“, heißt es auf der offiziellen Internetseite der Provinz Gelderland. Ein Wolfsrudel mit drei Welpen wurde jetzt im Sauerland gefilmt.

Der Fall Bruno ist bei weitem nicht der erste: In den Niederlanden häufen sich die Zwischenfälle mit Wölfen. Mehrere Gemeinden und Provinzen warnen vor einem Besuch. Sogar ein Teil eines Nationalparks in den Niederlanden wurde nach zwei Vorfällen mit Wölfen geschlossen – unter anderem wurde ein kleines Mädchen gebissen.

Rubriklistenbild: © Bakker/Gofundme

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