Deutsche Bahn beginnt mit dem Bau des Bahnsteigs

Im Jahr 2024 hält der erste Zug in Westtünnen

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Unten durch: Der Südfeldweg wird bald unter den Bahngleisen hindurchführen. Das Brückenbauwerk ist nahezufertig, am 15. August wird es eingeschoben. Das Ende der Wartezeiten vor den Bahnschranken rückt immer näher.
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Die Deutsche Bahn hat mit den Arbeiten für den Bau des Bahnsteigs begonnen. Im Jahr 2024 wird in Westtünnen der erste Zug halten. Parallel zu dieser Baustelle laufen weiter die Arbeiten für die Beseitigung der Bahnübergänge Südfeldweg und Dierhagenweg.

Westtünnen – Es ist bereits jetzt das größte Bauvorhaben der jüngeren Vergangenheit im Stadtbezirk Rhynern. Dabei hat das eigentliche Projekt noch gar nicht begonnen. Rund um die Bahnlinie in Westtünnen wird bislang die Beseitigung der Bahnübergänge auf den Weg gebracht. Nun aber starten auch die Arbeiten zum Bau des neuen Haltepunkts. Noch im Laufe des Monats Juli beginnen die ersten vorbereitenden Arbeiten, unter anderem mit der Einrichtung der Baustelle. Bis Mitte August läuft die Kampfmittelsondierung.

Nach Abschluss der Sondierung gehen die Arbeiten für den Neubau richtig los: Bis Mitte 2024 entstehen in Westtünnen zwei neue Außenbahnsteige mit einer Länge von jeweils 190 Metern. Die Höhe beträgt 76 Zentimeter, um einen stufenfreien Einstieg in die Züge zu ermöglichen. Der Zugang zu den Bahnsteigen erfolgt über zwei Gehwege – der Bahnhof ist daher vollständig barrierefrei erreichbar. Der neue Bahnhof wird abschließend mit Sitzbänken, Vitrinen, Abfallbehältern sowie mit Hinweisschildern ausgerüstet.

Fast 6 Millionen Euro

Insgesamt investieren der Bund und die Deutsche Bahn rund 5,9 Millionen Euro in den Neubau des Haltepunkts.

Nahezu zeitgleich gehen die Arbeiten zur Beseitigung der beiden Bahnübergänge „Südfeldweg“ und „Dierhagenweg“ weiter. Hier steht im August ein Mammutprogramm an, wie Bahnsprecher Stefan Deffner mitteilt. Vom 8. August bis zum 26. August findet der Bau der Brücke unterhalb der Gleise statt. „Während der Sperrung werden Schienen, Schwellen und Schotter sowie etwa 3 000 Kubikmeter Erdreich ausgebaut“, erklärt Deffner. Die über sieben Meter hohe Brücke ist schon fertig gebaut und steht neben der Strecke.

Einschub am 15. August

So soll die Brücke ab dem 8. August ihren Platz bekommen: Sie wird mittels hydraulischer Pressen angehoben. Eine Verschubbahn, die selbst große Bauwerke leicht bewegen kann, bringt die rund 3 500 Tonnen schwere Brücke in ihre Endlage. Hier zählt jeder Zentimeter, um die Brücke in die richtige Position zu bringen. Der Einschub findet am 15. August statt. Insgesamt investiert die Deutsche Bahn zusammen mit dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Bund rund 14 Millionen Euro in die Beseitigung der Bahnübergänge und die Verlegung der Straße.

Bald hält hier der Zug: Im Jahr 2024 ist der Bahnsteig in Westtünnen fertiggestellt, die ersten Arbeiten dafür haben jetzt begonnen.

Anschließend finden weitere Arbeiten statt, um die Voraussetzungen für den Zugverkehr und den zukünftigen Straßenverkehr zu schaffen: Die Baugrube muss verfüllt werden. Mitarbeiter der DB bringen Schienen, Schwellen, Schotter und Oberleitung wieder in die ursprüngliche Lage. Neue Kabel für die Leit- und Sicherungstechnik müssen verlegt werden, um Weichen und Signale zu steuern.

Zugverkehr ab 2. September wieder freigegeben

Ab dem 2. September ist die Strecke für den Zugverkehr wieder freigegeben. Seitens der DB finden anschließend Restarbeiten statt, die keine Auswirkungen auf den Bahnbetrieb haben. Nach Abschluss der Arbeiten kann die Stadt Hamm mit dem Straßenbau beginnen.

Kein Public Viewing

Die Stadt Hamm verzichtet auf eine Art „Public Viewing“ bei der heißen Phase der Bauarbeiten zur Verlegung des Südfeldwegs in Westtünnen. Die Verkehrssituation dort lässt es nicht zu, größere Besucherströme aufzufangen. Statt dessen werde das Einschieben des Brückenbauwerks gefilmt und kann später in Internet angesehen werden, erklärt Heinrich Saarbeck, CDU-Fraktionsvorsitzender. Seine Partei hatte eine Idee aus der Bürgerschaft in Westtünnen aufgegriffen. Das Interesse an der Baustelle rund um den neuen Haltepunkt ist sehr groß.

Parallel zu den Brückenarbeiten finden auf der Strecke noch Gleisarbeiten statt. Gleise werde auf einer Länge von rund 2 200 Metern erneuert. Wegebeziehungen im nahen Umfeld werden dauerhaft neu geordnet. Der zurzeit in der Umsetzung befindliche 1. Bauabschnitt wird voraussichtlich bis Mitte 2023 abgeschlossen sein. Der Straßenbau wird dann folgen.

Übergang „Dierhagenweg“ wird gesperrt

Der Bahnübergang Dierhagenweg wird ab dem 5. August dauerhaft gesperrt. Der südliche Teil des Dierhagenwegs sowie die Nicolaistraße sind ab diesem Zeitpunkt mit Pkw nur noch über die Verdistraße erreichbar. Für Fußgänger und Radfahrer führt eine Umleitung über die Telemannstraße, den Heideweg und weiter durch die Bahnunterführung zur Von-Thünen-Straße und umgekehrt. Nach Abschluss der gesamten Bauphase wird es einen Geh- und Radweg vom Dierhagenweg zum künftigen Park-and-Ride-Parkplatz (südlich der Bahnlinie) und von dort weiter auf den Südfeldweg geben. Der Bahnübergang Südfeldweg bleibt vorerst weiterhin geöffnet und wird erst im Zuge der Eröffnung des umgelegten Südfeldwegs zu einem späteren Zeitpunkt geschlossen werden.

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