VonConstanze Juckenackschließen
Die Hammer leben länger. Fast doppelt so viele über 80-Jährige leben in Hamm als noch vor 20 Jahren. Das geht aus Einwohnerzahlen am Stichtag 31. Dezember 2021 hervor, die die Pressestelle im Rathaus vorlegt.
Hamm – Insgesamt hat sich die Einwohnerzahl in der Stadt Hamm in den vergangenen 20 Jahren kaum verändert, mit knapp 180.800 Menschen ist sie gegenüber 2001 leicht um etwa 600 gesunken. Doch die Zusammensetzung der Bevölkerung hat sich massiv verändert.
Immer mehr über 80
12.500 Hammer über 80 lebten im Dezember in Hamm, das sind 5900 mehr als 2001. Damit sind inzwischen sieben Prozent der Hammer über 80 – vor 20 Jahren waren es nur halb so viel.
Wird die Bevölkerung älter, müssen Stadtplaner reagieren: Barrierefreiheit spielt eine größere Rolle, Pflege- und Wohnangebote müssen an die ältere Bevölkerung angepasst werden. Gestiegen ist die Zahl der Hochbetagten in allen Stadtbezirken. In Rhynern und Uentrop ist der Anteil an der Bevölkerung am höchsten, in Herringen und Bockum-Hövel am niedrigsten (siehe Grafik).
Immer weniger Kinder
Die Zahl der Kinder hingegen sank deutlich. 31.300 Minderjährige lebten Ende 2021 in Hamm, das sind etwa 5500 weniger als 2001. 17 Prozent der Hammer sind heute unter 18 Jahren alt – 2001 waren es 20 Prozent. Allerdings scheint der Trend gestoppt. Die Zahl der Unter-18-Jährigen ist in den vergangenen zwei Jahren leicht gestiegen.
Den höchsten Anteil an Minderjährigen gab es in den Bezirken Herringen und Heessen, den niedrigsten in Uentrop und Rhynern.
18 bis 29 bleiben gleich
Leicht gestiegen gegenüber 2001 ist die Zahl der jungen Erwachsenen: Hier wirkt sich womöglich die Ansiedlung der Hochschulen aus. 25.900 Menschen zwischen 18 und 29 Jahren lebten Ende 2021 in Hamm, das waren etwa 400 mehr als zwei Jahrzehnte früher. Der Anteil der 18- bis 29-Jährigen liegt im Stadtbezirk Mitte mit 18 Prozent der Einwohner deutlich am höchsten.
Schwund in der Mitte
Kräftig gesunken ist der Anteil der Menschen zwischen 30 und 44 Jahren. Knapp 7 800 Menschen weniger in dieser Altersgruppe als vor 20 Jahren gab es in Hamm zuletzt, nämlich 33.900. Um etwa 4800 Menschen gewachsen ist die Zahl der 45- bis 59-Jährigen, sie liegt bei etwa 38.600 Menschen.
Das zeigt deutlich: Ohne eine kräftige Zuwanderung, die Integration Zugewanderter in die Arbeitswelt und das Halten von Studenten in Hamm wird es künftig weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter in der Stadt geben. Wenn die heute 45- bis 59-Jährigen in 20 Jahren in Ruhestand gehen, werden ihnen schließlich weniger Menschen aus den jüngeren Altersgruppen nachfolgen.
Viel buntere Stadt
Hamm wird immer stärker von Zuwanderung geprägt: 39 Prozent der Hammer haben einen Migrationshintergrund. Vor zehn Jahren waren es noch 28 Prozent. Einen Migrationshintergrund hat nach städtischer Definition, wer mit ausländischer Staatsbürgerschaft geboren wurde oder bei wem das bei mindestens einem Elternteil der Fall ist.
Wo wie viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, ist in Hamm deutlich ungleich verteilt: In Herringen liegt der Anteil der Menschen mit Migrationsgeschichte bei 49 Prozent, in Heessen bei 48 Prozent. Ganz anders ist es in Rhynern mit 17 Prozent und Uentrop mit 24 Prozent.
Die Qual mit der Zahl
Wie viele Menschen leben in Hamm? Schwer zu sagen. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 heißt es vom Statistischen Landesamt IT NRW, Hamm habe 178.970 Einwohner gehabt. Die Hammer Stadtverwaltung hingegen geht davon aus, dass am selben Tag 180.778 Menschen in der Stadt lebten. Woher kommt dieser Unterschied von immerhin 1808 Menschen? „Auflösen können wir diese Differenz nicht“, erklärt Stadtsprecher Lukas Huster. „Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass unsere Zahl passt“, erklärt Huster. Um die Einwohnerzahl besser zu kennen, läuft derzeit der Zensus 2022.

