VonBarbara Hoischenschließen
Gegen das Hotel Restaurant Hof Hueck ist am 1. Juli ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Nach der Sommerpause läuft der Betrieb weiter.
Bad Sassendorf – Die öffentliche Bekanntmachung des Insolvenzverfahrens erfolgte durch das Amtsgericht Arnsberg. Dennoch werden in dem Traditionslokal mitten im Kurpark nicht die Lichter ausgehen. Das versichert Eigentümer und Geschäftsführer Frano Renic.
Hof Hueck insolvent: Finanzielle Schieflage
„Es geht schon weiter“, bekräftigt Renic auf Anfrage. Insolvent ist die Restaurant Hof Hueck GmbH, Renic hat in der Folge als neue Betriebsform die Hof Hueck GmbH gegründet. In finanzielle Schieflage gebracht hat den Gastronom die fällige Rückzahlung der Coronahilfen.
Er habe während der Pandemie schlicht zu viel Umsatz gemacht, erklärt Renic, habe in der Zeit sehr viel draußen im Park verkauft. Waffeln, Kuchen, Eintöpfe habe er durchs Scheunentor angeboten. „In der kleinen Bude auf dem Gelände haben wir zudem Currywurst und Bier verkauft“, berichtet er.
Hof Hueck insolvent: Renic will Coronahilfen nicht zurückzahlen
Vergangenes Jahr folgte die Rückforderung der gewährten Hilfen. „Ich wollte nichts zurückzahlen“, betont Renic und argumentiert, er habe doch auch seine Mitarbeiter entlohnt, um in der Coronazeit über die Runden zu kommen. Als die Konten gesperrt wurden, habe er mit einem Unternehmensberater und der Familie zusammengesessen, um auch im Hinblick auf die Kapitaleinlage zu beraten.
Gemeinsam sei man zu dem Entschluss gekommen, dass ein Kampf vor Gericht zu langwierig sei. „Ich hatte keine Lust mehr auf Diskussionen und Gespräche, schließlich habe ich mich bemüht, alles gut zu machen und Geld zu verdienen.“
Seit der Gastronom am 1. Januar 2019 den Betrieb erworben hatte, ging es für ihn Schlag auf Schlag. „Wir haben zunächst bewusst mit viel Personal losgelegt, dann kam Corona. Später folgte der Umbau des Parks, und uns hat es die Stromleitung durchgehauen“, berichtet Renic, der daraufhin in eine eigene Stromverteilung investierte. Es folgten notwendige Maßnahmen zur Erneuerung des Brandschutzes. Alles habe er aus dem laufenden Geschäft bezahlt, keine Kredite aufgenommen. „Wegen schlechter Bewertungen haben wir dann noch die Zimmer renoviert“, zählt der Hotelier weiter auf, unter anderem seien die Teppichböden schon sehr alt gewesen. 2023 sei alles für einen Neustart bereit gewesen, dann kam die besagte Rückforderung.
Hof Hueck insolvent: Verband Dehoga sieht Handlungsbedarf
Ein Problem, das auch im Hotel- und Gaststättenverband Dehoga ein großes Thema ist, wie dessen Kreisvorsitzender Meinolf Griese bestätigt. „Gerade ging ja die Meldung viral, dass bundesweit rund fünf Milliarden Euro an Coronahilfen zurückgezahlt werden müssen. Da besteht auch in unserer Branche großer Handlungsbedarf – gerade im Hinblick auf die Teuerungsrate beim Lebensmittel- und Getränkeeinkauf, gestiegene Betriebskosten und den Fachkräftemangel sowie den Rückfall der sieben Prozent Mehrwertsteuer auf jetzt 19 Prozent.“ Man könne das alles nicht so annehmen wie vor Corona, es seien Begleiterscheinungen, die richtig ins Geld gehen, bekräftigt der Dehoga-Chef, der am Möhnesee das Hotel Haus Griese betreibt und im vergangenen Jahr selbst Coronahilfen im fünfstelligen Bereich zurückzahlen musste.
Hof Hueck insolvent: Griese fordert Augenmaß
Es sind Dinge, die einen in dieser Zeit wirklich bewegen, sagt Griese und verweist auf die Bettensteuer, die die Gemeinde Möhnesee Anfang dieses Jahres eingeführt hat und die für die Hoteliers einen hohen zusätzlichen bürokratischen Aufwand bedeute. Der Verband betrachte die Entwicklungen mit großer Sorge und stehe in ständigem Austausch mit den Verantwortlichen, betont der Körbecker. „Wir bitten darum, dass bei der Rückforderung mit Augenmaß gearbeitet wird und Lösungsperspektiven angeboten werden. Ich appelliere an die Verantwortlichen, das persönliche Gespräch mit den Betroffenen zu suchen und gemeinsam Lösungen zu finden.“ Griese betonte, er fühle mit dem Kollegen vom Hof Hueck.
Dieser gibt sich optimistisch und unterstreicht, mit der neuen Betriebsform sei jetzt alles geordnet und der gut laufende Betrieb werde immer besser. Bis zum 31. Juli seien jedoch erst einmal Betriebsferien, die längst geplant waren. „Ich habe selbst Kinder und meine Mitarbeiter auch. Das ist mir wichtig und ich brauche Leute, die motiviert sind“, erklärt Renic. Danach laufe der Betrieb ganz normal weiter.
Auch andere Betriebe sind von der Insolvenzwelle betroffen: Die Filiale der Bäckerei Humpert in Körbecke ist dauerhaft geschlossen. Der Grund ist eine Insolvenz. Wie es mit Ladenlokal weitergehen soll, ist noch unklar.
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