VonJens Hippeschließen
Für das Regionale 2025-Projekts „www – waester wohnen warstein“ auf dem Gelände des Feuerwehrhauses in Warstein hat die Investorensuche begonnen. Für die Renaturierung der Wäster in diesem Bereich gibt es eine Förderung von 424 000.
Warstein – „Wenn alles gut läuft, werden wir 2025 bauen!“ Für Sabine Leitner rückt die Realisierung des Regionale 2025-Projekts „www – waester wohnen warstein“, bei dem das Gelände, auf dem aktuell noch das Warsteiner Feuerwehrgerätehaus steht ein neues städtebauliches Gesicht bekommen soll, näher. Das berichtete die Fachbereichsleiterin Bauen, Wohnen in der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Digitales.
„Zukünftig soll mit dem Projekt www ein Mehrgenerationenhaus mit öffentlichem Quartierstreff im Herzen der Stadt entstehen, zentral gelegen, aber dennoch ruhig, grün und direkt am Wasser“, erläuterte Sabine Leitner das Vorhaben. Hierzu ist anstelle des heutigen Feuerwehrgebäudes eine attraktive Entwicklung auf einer Grundstücksfläche von rund 1 600 Quadratmetern mit einem Baufenster von rund 1 170 Quadratmetern geplant.
Und dazu wird ab sofort in mehreren Schritten ein Investor gesucht. Dessen Aufgabe ist es, „die Projektbausteine im Rahmen der Regionale 2025 durch ein nachhaltiges Wohnungsbaukonzept mit der Integration des Quartierstreffs unter Inanspruchnahme diverser Förderzugänge umzusetzen“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.
Potenzielle Investoren können bis zum 30. Juni ihre Interessenbekundung bei der Stadt einreichen, die diese dann prüft und bis Mitte Juli die interessantesten Kandidaten zur Angebotsabgabe bittet. Die Angebotsfrist läuft am 26. September ab, Mitte Oktober wird dann eine fünf- bis siebenköpfige Jury, besetzt mit „einem bunten Strauß an Akteuren“ aus lokalen und externen Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, so Sabine Leitner, die Entscheidung über den Investor treffen. Bis Ende des Jahres sollen die Verträge unterschrieben werden.
Errichtet werden sollen moderne, barrierefreie Wohnungen unter besonderer Berücksichtigung der Nachhaltigkeits-Aspekte. Für eine integrierte Stärkung des Quartiers sind darüber hinaus weitere Maßnahmen beabsichtigt. So ist die Offenlegung und Renaturierung der die Projektfläche durchziehenden Wäster sowie die damit einhergehende Entwicklung des „Waestergartens“ mit dem anschließenden Fahrradweg in Planung. Diese Aufgaben obliegen, ebenso wie der Abriss des Feuerwehrgerätehauses, der Stadt. Die hat auch bereits ein Bodengutachten erstellt und kann Investoren mitteilen, „wo alle Leitungen liegen“, so Sabine Leitner.
Für die Renaturierung der Wäster, für die Kosten von 530 000 Euro angesetzt worden sind, ist gerade eine wichtige Hürde genommen worden. Die Stadt hat einen Förderbescheid über 424 000 Euro bekommen. „Das Geld ist uns sicher“, berichtete Sabine Leitner im Ausschuss.
Mit der Zuwendung wird die Wäster zwischen den Brücken Müschederweg und Königserlen aus ihrem überbauten Kastenprofil befreit, teilt die Stadt mit. „Zur Optimierung der Durchgängigkeit der Wäster ist geplant, die vor allem im Bereich des alten Feuerwehrhauses sehr stark veränderte Wäster aus ihrem gedeckelten und durch senkrechte Ufermauern befestigten Bett zu befreien und in ein geschwungenes, teilweise nur flach in die Aue eingeschnittenes Gerinne zu überführen“, erläutert Markus Teutenberg, Gewässerbeauftragter der Stadt Warstein, und ergänzt: „Zwei Sohlabstürze, die für Bachbewohner beträchtliche Hindernisse darstellen, werden durch Sohlanhebungen in Form einer so genannten „Rauen Gleite“ überwunden, um so für die Zukunft den Bachbewohnern einen Auf- und Abstieg in der Wäster zu erlauben.“
Andreas Janning, Leiter des Fachbereiches Infrastruktur, betont: „Für die Stadt Warstein wäre es ohne dieses Förderprogramm niemals möglich gewesen, der Wäster diese ökologische wertvolle Durchgängigkeit zu gewähren und die strukturelle Aufwertung im Gesamtverlauf zu bewirken – und das sogar vom Oberlauf bis in die Mündung in die Möhne. Hervorzuheben ist, dass gleichzeitig auch der Hochwasserschutz für die Warsteiner Innenstadt maßgeblich ausgebaut wurde.“ Die Umsetzung der Maßnahme wird erfolgen, wenn die Feuerwehr in ihr neues Gebäude am südlichen Eingang des Ortsteils Warstein umgezogen ist. Mit dem Abriss des alten Feuerwehrgebäudes wird der Start der Renaturierungsmaßnahme eingeleitet.
Dass ein „ganz, ganz starkes Interesse“, so die Fachbereichsleiterin, an diesem Leuchtturmprojekt besteht, zeige der Besuch einer rund 25-köpfigen Gruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der NRW-Ministerien „Heimat, Kommunales, Bau und Digitales“ sowie „Kultur und Wissenschaft“, der Bezirksregierung, der Kreise Soest und Hochsauerland sowie der Südwestfalen-Agentur gezeigt. Dabei habe es positives Feedback für „die innovative Projektkonzeption“ und grünes Licht für das weitere Vorgehen gegeben. „Man findet das richtig, richtig gut. Das war ein wirklich schöner Tag“, berichtete Sabine Leitner von dem Besuch, bei dem auch das Projekt „FH 3 – Future Home 3.0“ in Augenschein genommen wurde.
Investoren, die an der Entwicklung dieses Areals Interesse haben, können sich ab sofort über das Interessenbekundungsverfahren unter https://warstein.de/stadt-buerger/stadtentwicklung/regionale-2025 informieren und sich bewerben.
