VonMick Oberbuschschließen
In Xanten (NRW) sind Überreste eines rund 2000 Jahre alten, römischen Palastes entdeckt worden. Es ist nicht der erste Römer-Fund am Niederrhein.
Xanten – Beeindruckender Fund in der NRW-Stadt Xanten (Kreis Wesel): Archäologen haben dort in der Nähe des einstigen Römerlagers am Niederrhein unter der Erde die Überreste eines rund 2000 Jahre alten Palastes entdeckt. Das etwa 100 mal 100 Meter große Gebäude sei bei der Auswertung von Bodenmessungen mit einem sogenannten Georadar gefunden worden. Der Grundriss ähnele Residenzen römischer Statthalter, teilte das Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland mit. Bereits im April 2023 hatten Archäologen in Xanten Überreste einer versunkenen Römerstadt gefunden.
| Xanten | |
| Einwohner | 21.500 (Stand 2010) |
| Postleitzahl | 46509 |
| Fläche | 72,43 Quadratkilometer |
| Kreis/Bundesland | Kreis Wesel/Nordrhein-Westfalen |
Römischer Palast in Xanten entdeckt – Siedlung war größer als angenommen
Die neue Entdeckung in Xanten, der einzigen Stadt mit X in Deutschland, bekräftige die Vermutung, dass die zivile Siedlung vor den Toren des römischen Legionslagers Vetera castra mit seinen bis zu 10.000 Soldaten deutlich größer als vorher angenommen und städtisch geprägt war, so ein Sprecher. Wie erwähnt waren bereits im Frühjahr auf dem Fürstenberg südlich von Xanten bei Grabungen Fundamente eines etwa 60 mal 20 Meter großen Gebäudekomplexes freigelegt worden. Dieser hatte sich als römische Badeanlage herausgestellt.
Palast in Xanten teils nur 30 Zentimeter unter der Erdoberfläche – Gelände ist in Privatbesitz
Zusammen mit den jetzt gefundenen Palastüberresten sei es nicht unwahrscheinlich, dass vor dem Soldatenlager tatsächlich eine zivile Vorstadt mit mehreren Tausend Menschen – möglicherweise Angehörigen der Soldaten, Handwerkern und Händlern – existiert hat, vermuten Fachleute. Genaueres müsse die weitere Erforschung bringen, betonte das Amt. Der mutmaßliche Palast befinde sich in dem unebenen Gelände teils nur 30 Zentimeter, teils bis zu zwei Meter unter der Erdoberfläche. Das Gelände ist teils in Privatbesitz und wird landwirtschaftlich genutzt, teils gehört es dem Landesamt.
Weitere Römer-Funde in Xanten: Einstiges Militärlager inzwischen Unesco-Weltkulturerbe
Auch in Köln wurden jüngst bei Grabungen Überreste römischen Lebens entdeckt. Laut dem römischen Geschichtsschreiber Tacitus (58 bis etwa 120 nach Christus) gab es nahe dem Legionslager tatsächlich eine zivile Stadt, die die Römer während des Aufstandes der westgermanischen Bataver in den Jahren 68 bis 70 selbst zerstört haben sollen, damit sie dem Feind nicht in die Hände fiel. „Daher könnten die Spuren der Brandkatastrophe rühren, die bei der Ausgrabung festgestellt wurden“, so das Amt für Bodendenkmalpflege. Das einstige Militärlager der Römer bei Xanten zählt als Teil des Niedergermanischen Limes seit 2021 zum Unesco-Welterbe. Und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für Reisende in NRW. (dpa/mo)
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