Polizei zählt 60 Jugendliche

Verletzte bei Straßenschlacht in Hamm – bei Tiktok verabredet

+
Screenshot von einem Handyvideo: Die Münsterstraße wurde von den Schlägertrupps in Beschlag genommen.
  • schließen

Etwa 60 Jugendliche und junge Erwachsene aus Hamm, Münster und dem Kreis Warendorf haben sich auf der Münsterstraße in Hamm eine Massenschlägerei geliefert.

Hamm - Bei einer Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegenüber eines Burger-King-Schnellrestaurants in Hamm sind am Dienstag, 2. Januar, zwei 16-Jährige schwer verletzt worden. Weitere Beteiligte kamen mit leichten Blessuren davon. Das teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Hintergründe sind den Angaben zufolge noch weitgehend unklar. Auslöser scheinen aber über das soziale Netzwerk „Tiktok“ gepostete Provokationen gewesen zu sein.

Gegen 19.40 Uhr kam es in Höhe des Flugplatzes zum Showdown. Die Prügeltrupps aus Münster und dem Kreis Warendorf waren teils mit Autos, teils mit der Bahn nach Hamm gekommen. Auf Tiktok und Instagram waren auch am Mittwoch noch Videos eingestellt, in denen sich die Kampfhähne selbst gefilmt hatten. Vor dem Bahnhof wurde posiert, auf dem Weg zum Flugplatz hält einer einen Zimmermannshammer in die Handykamera. Fast alle Personen haben offenbar einen Migrationshintergrund. Nach wa.de-Informationen handelte es sich vor allem um Syrer und Araber, aber auch um deutsche Beteiligte.

Auf den Videos ist auch zu sehen, wie die Münsterstraße komplett in Beschlag genommen wird. Auch kursierten Videos von einem im Gesicht blutüberströmten Jugendlichen, die offenbar als Trophäe gefertigt wurden. „Hamm was loss warum an Rennen“, ist einer der hirnlosen Tiktok-Schnipsel überschrieben.

Massenschlägerei in Hamm: viel Polizei vor Ort

Eine Autofahrerin, die in Höhe des Nordenstiftswegs an einer Ampel stand, war die Erste, die am Dienstag die Polizei per Notruf verständigte. Nicht nur Hammer Einsatzkräfte, sondern auch solche aus den Nachbarkreisen eilten in der Folge zur Münsterstraße. Gut zwei Dutzend Einsatzfahrzeuge waren es am Ende, die Polizei sprach am Mittwoch von einem „starken Kräfteaufgebot“, nannte aber wie üblich keine genauen Einsatzzahlen.

Als die Polizei am Flugplatz eintraf, hatte sich die Prügeltrupps – die Polizei berichtete von etwa 30 Hammern, die ebenso vielen Krawallbrüdern aus Münster und dem Kreis Warendorf gegenüberstanden – schon wieder auseinanderdividiert. In Kleingruppen wurden die Beteiligten von den Beamten im näheren Umfeld bis hin zum Bahnhof aufgespürt. Im Rahmen der Personalienfeststellungen leistete ein 16-jähriger Ahlener laut Polizei Widerstand und verletzte sich dabei leicht.

Nach Abschluss der Kontrollen wurden Platzverweise ausgesprochen und auswärtige Personen am Hauptbahnhof der Bundespolizei Münster übergeben, die die Rückreise sicherstellte. Festnahmen gab es offenbar nicht.

Massenschlägerei in Hamm: über Tiktok verabredet

Keine näheren Angaben konnte die Polizei am Mittwoch zu den Provokationen machen, die anscheinend Auslöser für die Straßenschlacht gewesen waren. Das herauszufinden, sei unter anderem Gegenstand der laufenden Ermittlungen, sagte Polizeisprecher Daniel Siegesmund. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit habe aber der aktuelle Konflikt im Nahen Osten keine Rolle gespielt.

Die Polizei ging am Mittwoch davon aus, dass sich die Streithähne ebenfalls per Tiktok zu der Prügelei verabredet hatten. Ob es bereits in der Vergangenheit zu Auseinandersetzungen der beiden Lager gekommen war, konnte nicht gesagt werden. Auch das sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen, teilte Polizeisprecher Daniel Siegesmund mit.

Aufatmen im Maximare in Hamm: Der Brand am Dienstag wurde nicht durch einen elektrischen Defekt verursacht, sondern sehr wahrscheinlich durch einen Fauxpas.

Kommentare