Energie sparen und Corona-Lüften

„Kältefrei“ in Schulen in NRW? Winter-Maßnahme von Eltern ins Spiel gebracht

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In den Schulen in NRW könnte es im Winter kalt werden. Eltern fürchten eiskalte Klassenräume. Deshalb bringen sie eine neue Maßnahme ins Spiel: „Kältefrei“.

Hamm - Hitzefrei ist der Traum vieler Schüler im Sommer: Wenn es in Schulgebäuden zu warm wird, kann der Unterricht vorzeitig beendet werden. Eltern bringen nun für den Winter das Gegenteil ins Spiel: Wenn es nach ihnen geht, soll es bei zu niedrigen Temperaturen in Klassenräumen zukünftig „Kältefrei“ in den Schulen in Nordrhein-Westfalen geben.

„Kältefrei“ in Schulen in NRW? Eltern bringen Maßnahme für Winter ins Spiel

Den Menschen in Deutschland könnte ein trister Winter bevorstehen. Angesichts der Energiekrise und einer möglichen Gasknappheit sind sie aufgerufen, in der kalten Jahreszeit möglichst viel Energie zu sparen. Der Energiesparplan der Bundesregierung beinhaltet mehrere Regeln und Verbote, die das sicherstellen sollen. Für Privathaushalte bedeutet das konkret: Die Heizung sollte nach Möglichkeit niedriger eingestellt werden als gewohnt.

Doch nicht nur in privaten Wohnungen und Häusern soll Energie gespart werden. Auch in öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen wird die Heizung heruntergedreht - so auch in Schulen. Und weil dort wegen des Coronavirus auch regelmäßig gelüftet werden soll, befürchtet die Landeselternschaft der integrierten Schulen NRW (Leis) im Winter eiskalte Klassenräume.

Schulen in NRW: Eltern fordern klare Regeln für „Kältefrei“

„Wir brauchen klare Regeln, ab welcher Temperatur über einen gewissen Zeitraum in konkreten Klassenräumen der Unterricht untersagt wird. Man könnte dies auch als kältefrei bezeichnen“, zitiert die WAZ aus einer Mitteilung der Leis-Vorsitzenden Stephie Helder-Notzon. Für Hitzefrei gibt es klare Regeln in NRW, bei zu niedrigen Temperaturen ist aber nicht geregelt, was passiert. Das soll der Landtag in Düsseldorf ihrer Ansicht nach „lange genug vorher“ ändern.

Als Vergleichswert zieht die Landeselternschaft Vorgaben des Bundes heran, nach denen für sitzende Tätigkeiten eine Mindesttemperatur von 19 Grad gelte. Doch bereits im vergangenen Jahr seien beim Wettbewerb „Die kälteste Klasse in NRW“ zum Teil Temperaturen deutlich unter zehn Grad gemessen worden. Dass viele Schulen in NRW „den energetischen Standard aus den 80er-Jahren des vorherigen Jahrhunderts“ hätten und Heizungen häufig nicht für einzelne Räume steuerbar seien, verschärfe die Problematik.

Das sind die zehn größten Städte in Nordrhein-Westfalen

Sonnenaufgang über Köln
1. Köln: 1.084.831 Einwohner (Stand 31. Dezember 2022) © Oliver Berg/dpa
Luftbild von Düsseldorf
2. Düsseldorf: 629.047 Einwohner (Stand 31. Dezember 2022) © Henning Kaiser/dpa
Sonnenaufgang über Dortmund
3. Dortmund: 593.317 Einwohner (Stand 31. Dezember 2022) © Bernd Thissen/dpa
Zeche Zollverein in Essen
4. Essen: 584.580 Einwohner (Stand 31. Dezember 2022) © Oliver Berg/dpa
Blick auf die Skyline von Duisburg
5. Duisburg: 502.211 Einwohner (Stand 31. Dezember 2022) © Fabian Strauch/dpa
Blick auf die Skyline von Bochum
6. Bochum: 365.742 Einwohner (Stand 31. Dezember 2022) © Oliver Berg/dpa
Schwebebahn in Wuppertal
7. Wuppertal: 358.876 Einwohner (Stand 31. Dezember 2022) © Oliver Berg/dpa
Morgennebel in Bielefeld
8. Bielefeld: 338.332 Einwohner (Stand 31. Dezember 2022) © Friso Gentsch/dpa
Blick auf Bonn
9. Bonn: 336.465 Einwohner (Stand 31. Dezember 2022) © Henning Kaiser/dpa
Blick auf die Innenstadt von Münster
10. Münster: 320.946 Einwohner (Stand 31. Dezember 2022) © Guido Kirchner/dpa

Der Landeselternschaft sei bewusst, „dass die Städte die Last des Heizens kaum selbst stemmen können“, wie Vorstand Steffen Bundrück ergänzt. Doch wenn Schüler „schon zu Hause keine warme Wohnung haben, sollten sie sich zumindest in der Schule bei angemessenen Temperaturen aufhalten können“, heißt es. „Kältefrei“-Regeln sollen daher in den Augen der Eltern klar definieren, welche Temperatur in Schulen in NRW mindestens herrschen muss.

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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