Am 20. Februar 2023

Kölner Rosenmontagszug 2023: „So ganz normal wird der Zug in diesem Jahr gar nicht sein“

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Am 20. Februar 2023 zieht der Rosenmontagszug wieder durch Köln. Die Großveranstaltung des Kölner Karneval hat dabei einige Neuerungen parat.

Köln – Wenn wieder Kamelle geworfen und Strüßjer verteilt werden oder man Arm in Arm am Zugweg schunkelt, kann dies in Köln nur eines bedeuten: Der Rosenmontagszug kütt! Auch 2023 wird der größte Karnevalsumzug in NRW am Rosenmontag wieder durch die Stadt ziehen, und zwar am Montag, 20. Februar 2023. Dabei hat der „Zoch“ im Kölner Karneval 2023 einige Neuerungen im Gepäck, auf die sich Karnevalistinnen und Karnevalisten freuen dürfen – wie Christoph Kuckelkorn, Chef des Festkomitees Kölner Karneval, bei der Pressekonferenz zur Jubiläumssession „200 Jahre Kölner Karneval“ gegenüber 24RHEIN verriet.

Der Kölner Rosenmontagszug, hier ein Bild auf 2020, kehrt im Februar 2023 zurück.
Rosenmontagszug 2023
DatumMontag, 20. Februar 2023
Dauerca. 4,5 Stunden
Längeca. 8 Kilometer

Historische Fotos zeigen, wie der Kölner Rosenmontagszug früher ausgesehen hat

Beim Rosenmontagszug 1949 versammeln sich die Menschen das erste Mal seit 10 Jahren wieder. Im Hintergrund klettern Menschen auf die Schutthügel, um eine bessere Sicht zu ergattern. Zudem stehen Menschen in den zertrümmerten Gebäuden und jubeln den Jecken zu.
Der erste Rosenmontagszug nach dem 2. Weltkrieg in Köln: Nach zehn Jahren Pause zieht der Umzug 1949 wieder durch die zerstörten Straßen Kölns. Die Menschen sammeln sich auf den Schutthügeln und in den zertrümmerten Gebäuden, um eine bessere Sicht zu haben. (Bild von 1949) © Festkomitee Kölner Karneval
Ein Festwagen, der die aktuellen Ereignisse von 1949 veralbert, steht in einer Menschentraube. In der Nachkriegszeit waren die Menschen eher selten verkleidet und trugen Straßenbekleidung.
Die Kölner Jecken nahmen auch damals mit den Persiflagen Bezug auf aktuelle Ereignisse. Die Zuschauer waren in der Nachkriegszeit eher selten verkleidet. (Bild von 1949) © Festkomitee Kölner Karneval
Ein Festwagen, welches das Trojanische Pferd darstellen soll. Darauf sind zwei Jecken zu sehen, die den Menschen zujubeln.
Beim Rosenmontagszug 1953 soll eine Persiflage das Trojanische Pferd darstellen. Das damalige Sessionsmotto: Kölsche Thiather. (Bild von 1953) © Festkomitee Kölner Karneval
Die Jecken ziehen am Rosenmontagszug 1956 durch die Innenstadt Köln und halten dabei ein Schild mit dem Sessionsmotto. Diese lautete „Spaß an der Freud“.
Das Sessionsmotto beim Rosenmontagszug 1956 lautete „Spaß an der Freud“. Dabei ziehen die Jecken fröhlich durch die Innenstadt Kölns.  © Festkomitee Kölner Karneval
Ein Mann, mit Federschmuck bestückt, ist der Prinz Karneval. Dieser bildet das Oberhaupt des Kölner Dreigestirns und steht am Ende des abgebildeten Festwagens. Außenrum versammeln sich Menschen.
1959 stellte die EhrenGarde das Kölner Dreigestirn. Beim Rosenmontagszug gab es auch von Prinz Heinz IV. (Heinz Vogeler) für die Zuschauer jede Menge Kamelle und Strüssjer (Bild von 1959) © Festkomitee Kölner Karneval
Vor dem Kaufhaus Hertie in Köln zieht der Festwagen der Roten Funken vorbei. Viele Menschen bejubeln die Roten Funken. Bild von 1960.
Die Roten Funken sind eines der vier Urtraditionskorps im Kölner Karneval. Darum ist auch ihr Festwagen besonders prunkvoll. (Bild von 1960) © Festkomitee Kölner Karneval
Zu sehen ist der letzte Festwagen des Rosenmontagzugs 1960, auf dem sich der Prinz Karneval, gekleidet mit einem Umhang und einer Feder, befindet.
Auf dem letzten Wagen des Rosenmontagzugs steht der Prinz Karneval und präsentiert sein stolzes Ornat. Als Oberhaupt der Jecken bildet der Prinzenwagen das Schlusslicht des Rosenmontagzugs. (Bild von 1956) © Festkomitee Kölner Karneval
Ein Festwagen mit einem Karnevalisten und einer Pappmaschee-Figur zieht durch Köln am Rosenmontagszug 1960. Die Menschen jubeln. Im Hintergrund stehen viele auf den Häuserdächern, um einen besseren Blick zu erhalten.
Viele jubeln den aufwendig gestalteten Persiflagen auf dem Rosenmontagsumzug 1960 zu. Um einen besseren Blick zu ergattern, stehen die Menschen im Hintergrund auf den Häuserdächern. (Bild von 1960) © Niehoff/Imago
Beim Rosenmontagsumzug 1960 wird auf einem Festwagen England thematisiert. Kurz vor dem Umzug hat Queen Elizabeth II. ihren 3. Sohn auf die Welt gebracht. Um den Festwagen stehen viele Menschen und beobachten den Umzug. Auch aus den Fenstern der umliegenden Häuser jubeln die Menschen.
Anlässlich der Geburt des 3. Sohns von Queen Elizabeth II. wurde England bei einer Persiflage auf dem Rosenmontagszug 1960 thematisiert. (Bild von 1960) © Niehoff/Imago
Die Roten Funken ziehen 1970 beim Rosenmontagszug durch die Innenstadt Kölns. Sowohl Erwachsene als auch Kinder des Traditionskorps sind in ihrer typisch weiß-roten Tracht gekleidet.
Die Roten Funken ziehen 1970 beim Rosenmontagszug durch die Innenstadt Kölns. 2023 feiert der Traditionskorps 200-jähriges Bestehen. (Bild von 1970)  © Festkomitee Kölner Karneval
Ein Wagen, der die Aufschrift „Köln seit 150 Jahren Hochburg der Narren“ trägt (anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Kölner Karnevals).
Beim Rosenmontagszug 1973 feiern die Jecken das 150-jährige des Kölner Karnevals. Das damalige Sessionmotto: „Fastelovend wie hä es un wor, zick 150 Johr“. © Festkomitee Kölner Karneval
Das Festkomitee des Kölner Karnevals läuft beim Rosenmontagszug 1976 mit und trägt die Wappen des Komitees. Außenrum drängen sich die Menschen dicht beieinander, um einen Blick auf die Jecken und Festwägen zu ergattern.
1976 drängen sich die Menschen eng beieinander, um einen Blick auf den Rosenmontagszug zu ergattern. (Bild von 1976) © Festkomitee Kölner Karneval
Ein Festwagen beim Rosenmontagszug 1982 stellt das Dreigestirn dar. Aus Pappmaschee-Figuren ist vorne der Prinz, dann der Bauer mit einem Eimer und zuletzt die Junfrau zu sehen. Darum versammeln sich Menschen und schauen zu.
Das Sessionsmotto 1982 „Karneval der Schlagzeilen – Närrische Nachrichten“ zeigt, dass der Karneval auch über sich selbst lachen kann. (Bild von 1982) © Festkomitee Kölner Karneval
Ein Junge mit bunter Schminke im Clownskostüm mit Akkordeon läuft beim Rosenmontagszug 1988 mit.
Auch die Kleinsten feiern Karneval! Ein Junge im Clownskostüm mit Akkordeon läuft beim Rosenmontagszug 1988 mit. (Bild von 1988) © Otto Werner/Imago
Beim Rosenmontagszug 1991 versammeln sich rund 100.000 Menschen für eine Friedensdemonstration gegen den Golfkrieg. Der offizielle Rosenmontagszug wurde abgesagt. Trotz starkem Schneefall gehen die Menschen auf die Straße.
Aufgrund des Golfkriegs fällt der offizielle Rosenmontagszug 1991 aus. Allerdings versammeln sich trotz Schneefalls 100.000 Menschen für eine Friedensdemonstration gegen den Krieg. (Bild von 1991) © Festkomitee Kölner Karneval
Beim Rosenmontagsumzug am 6. März 2000 steht ein Polizist zwischen zwei Jecken in einer Menschenmasse. Die rechte Person malt dem Polizisten ein Herz auf die Wange.
Am 6. März 2000 bemalen Jecken beim Rosenmontagszoch das Gesicht eines Polizisten.  © Jochen Tack/Imago
Menschen demonstrieren beim Rosenmontagzug 2022 in Köln gegen den Ukrainekrieg und halten verschiedene gelb-blaue Protestschilder in die Höhe. Darauf zu lesen ist beispielsweise „Hands off Ukraine“.
Nicht nur während des Golfkriegs heißt es Demo statt Zoch. 2022 setzen 250.000 Menschen ein Zeichen für den Frieden und nehmen an der Ukraine-Demo teil. © Christoph Hardt/Imago

Rosenmontagszug 2023 in Köln auf beiden Rheinseiten – mit längstem Zugweg aller Zeiten

Denn nachdem in der vergangenen Session am Rosenmontag in Köln eine große Friedensdemo angesichts des Ukraine-Krieges stattfand, wird der „klassische“ Rosenmontagszug in diesem Jahr zurückkehren – wobei er einige Veränderungen erfahren hat, wie Kuckelkorn erklärt. „So ganz normal wird der Zug in diesem Jahr gar nicht sein. Zum einen haben wir 2023 den längsten Zugweg aller Zeiten, er ist rund acht Kilometer lang. Das bedeutet, dass mehr Menschen kommen können, und die, die kommen, werden mehr Platz am Zugweg haben. Das ist gerade in Pandemie-Zeiten außerordentlich wichtig“, sagt Kuckelkorn.

Die Strecke für den Rosenmontagszug 2023 en Detail.

Karneval Köln: Rosenmontagszug kehrt 2023 zurück – Strecke mit Stationen im Überblick

Rosenmontagszug in Köln 2023 – der Zugweg im Überblick

► Der Rosenmontagszug 2023 startet um 10 Uhr am Bahnhof Deutz/Messe. Über die Deutzer Freiheit und die Deutzer Brücke geht es in Richtung Kölner Innenstadt; um 10:50 Uhr ist der Zug am Heumarkt.

► Von dort aus geht es zum Rathaus und zum Kölner Dom (11:30 Uhr), und anschließend in Richtung Hohenzollernring. Diesen soll der „Zoch“ gegen 12:30 Uhr erreichen.

► Der Rosenmontagszug zieht weiter über den Rudolfplatz und den Neumarkt sowie entlang der Schildergasse. Dort soll er um 13:15 Uhr ankommen.

► Entlang der „Hohen Pforte“ und der „Matthiasstraße“ geht es in Richtung Severinsviertel (13:50 Uhr).

► Vor der Severinstorburg auf dem Chlodwigplatz, wo der „Zoch“ in den vergangenen Jahren gestartet hatte, soll er 2023 sein Ende finden. Dieses ist für 14:18 Uhr geplant.

Eine weitere Neuerung: „Wir werden erstmals beide Rheinseiten mit dem Rosenmontagszug verbinden. Er startet in Deutz, kommt dann rüber in die Altstadt und hat sein großes Finale auf der Severinsbrücke. Das gehört sicher zu den großen Highlights der Session 2023“, ist sich Kuckelkorn sicher. Auf welche neuen Zug-Elemente sich die kölschen Jecken freuen dürfen, verrät er jedoch noch nicht en Detail. „Nur soviel: Es wird im kommenden Jahr im Zug viele Ausprägungen geben, die auch in den kommenden Jahren als wiederkehrende Komponenten im Rosenmontagszug auftauchen sollen“, so das Oberhaupt des Festkomitees.

Rosenmontagszug 2023 mit neuen Figuren und Wagen – „noch bunter machen“

Dazu sollen unter anderem neue Großfiguren gehören, die „den Zug bereichern und noch bunter als ohnehin schon machen.“ Zudem darf man sich sicher sein, dass durch die verschiedenen Persiflagewagen wieder Stellung zu politischen Themen bezogen wird. Denn dies scheint auch in diesem bzw. dem kommenden Jahr wichtiger denn je. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in Köln & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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