Gesundheitsrisiko bei Billig-Kostümen

Expertin warnt: Diese Karnevalskostüme können gefährlich sein

  • schließen

Karneval steht vor der Tür, doch Vorsicht vor Billig-Kostümen. Die Verbraucherzentrale in NRW warnt vor allergieauslösende Substanzen und Chemikalien.

Köln – Es ist jedes Jahr die Qual der Wahl: Als was verkleide ich mich an Karneval? Während sich die einen für aufwendige und kreative DIY-Kostüme für Weiberfastnacht und Rosenmontag entscheiden, setzen andere eher auf eine einfachere und oftmals günstigere Alternative und shoppen ihr Karnevalskostüm im Onlineshop oder beim Kostümdiscounter. Doch genau das birgt Gefahren, warnt die Verbraucherzentrale aus NRW.

Kostümtrends für den Karneval 2024 in Fotos

Ein Mann und eine Frau als rut-wieß verkleidet.
Ein echter Klassiker liegt auch in diesem Jahr wieder voll im Trend: Immerhin stehen die kölschen Farben „rut-wieß“ wirklich jedem Jeck in Köln. © Deiters GmbH
Ein Mann und eine Frau sind als Barbie und Ken verkleidet.
Das absolute Trendkostüm in dieser Karnevalssession dürfte aber vor allem eines sein: Barbie und Ken. Immerhin hat der Film schon jetzt Rekorde gebrochen. Doch auch hier gibt es jede Menge Möglichkeiten. Ob Stereotyp-Barbie, Rollschuh-Barbie oder ob Paarkostüm und Gruppenkostüm.  © Deiters GmbH
Vier Frauen sind verkleidet und stehen auf einer Rollschuhbahn.
Wer es lieber etwas auffälliger und glitzernder mag, kommt beim nächsten Kostümtrend auf seine Kosten: Auch in diesem Jahr sind die Metallic-Kostüme wieder sehr beliebt.  © Deiters GmbH
Verkleidete Mädchen vor dem Kölner Dom an Weiberfastnacht
DIY-Kostüme liegen in diesem Jahr ebenfalls wieder voll im Trend. Erlaubt ist, was die Kreativität hergibt. Wenn es besonders schnell und einfach gehen soll, bietet sich beispielsweise das Kostüm „Schaumbad“ an (Archivbild).  © Jörg Schüler/Imago
Eine Gruppe von mehreren Frauen hat sich als Flamingo verkleidet.
Ein weiterer Pluspunkt bei selbstgemachten Kostümen: Gruppenkostüme sind viel leichter umzusetzen – und beim Basteln kann bereits Kölsch getrunken werden. Das kann dann durchaus auch bei der Kreativität helfen.  © Christoph Hardt/Imago
Zwei Personen sind als Rennfahrer verkleidet und sitzen in einem Auto.
Wer an Karneval auf „Vollgas“ setzen möchte, liegt mit dem Rennfahrer-Kostüm ebenfalls im Trend  © Deiters GmbH
Mehrere Männer sind im 90er-Look verkleidet.
„Oh, my God, we‘re back again!“ Die 90er sind auch in diesem Jahr als Kostümtrend in die Session eingezogen. Egal ob High-School-Uniformen, „ClueLess“-Outfit oder „MTV Cribs“-Looks.  © Deiters GmbH
Eine Familie hat sich als Astronauten-Crew verkleidet.
Auch alles rund um das Thema Weltall liegt in diesem Jahr als Karnevalskostüm wieder voll im Trend. Dabei ist ganz egal, ob Astronaut oder Außerirdischer oder aber gekauft oder selbstgemacht.  © Deiters GmbH
Eine Gruppe Karnevalisten ist als „Ahoj Brause“ verkleidet.
Wer nachhaltig und kostengünstig unterwegs sein will, sollte noch einmal in seiner Karnevalskiste nachschauen. Kostümklassiker wie „Ahoj Brause“ oder „Flimm“ können in diesem Jahr ebenfalls wieder ausgeführt werden.  © Deiters GmbH
Ein Kleinkind ist als Pirat verkleidet.
Das gilt natürlich auch für Kostümklassiker wie „Pirat“ oder „Polizist“. Aber Achtung: Mögliche Kostümwaffen dürfen nicht zu echt aussehen. Denn dafür droht ein hohes Bußgeld. (Archivbild).  © Cavan Images/Imago
Ein kleiner Junge ist als Löwe verkleidet.
Für Kinder sind Tierkostüme nicht nur besonders niedlich. Verkleidungen als Löwe, Marienkäfer oder Maus liegen auch in diesem Jahr im Trend.  © Deiters GmbH

„Allergieauslösende Substanzen und Chemikalien“: Verbraucherzentrale warnt vor Billig-Kostümen

Im Karneval sind nicht nur einige Kostüme verboten, teilweise sind Perücken und Kostüme auch gesundheitsschädlich. „Allergieauslösende Substanzen im Kostümstoff und in Perücken können unangenehme Hautreaktionen auslösen. Und in Accessoires und Masken aus weichem Plastik befinden sich teilweise Chemikalien wie Lösemittel und Weichmacher, die insbesondere für Kinder gesundheitsschädlich sein können“, warnt Kerstin Effers, Expertin für Umwelt und Gesundheitsschutz der Verbraucherzentrale NRW.

In bestimmten Karnevalskostümen sind allergieauslösende Substanzen und Chemikalien zu finden (Symbolbild).

Aber worauf sollte man beim Kostümkauf im Düsseldorfer, Aachener, Mainzer oder Kölner Karneval achten? Die Verbraucherzentrale in NRW gibt mehrere Tipps:

Tipps der Verbraucherzentrale NRW, worauf man beim Kostümkauf achten sollte:

Finger weg von extrem günstigen Online-Angeboten: Gerade in günstigen Shopping-Apps finden sich massenweise Kostüme zu extrem günstigen Preisen. „Bei solcher Billigware aus Fernost ist jedoch nicht sicher, ob diese den europäischen Gesetzen entspricht und beispielsweise Schadstoffgrenzwerte eingehalten werden“, warnt die Verbraucherzentrale.

Textilien nicht direkt auf der Haut tragen: Karnevalstextilien sollten am besten nicht direkt auf der Haut getragen werden. „Leggings, Strumpfhosen, Pullis oder T-Shirts unter dem Kostüm halten warm und schützen insbesondere auch die empfindliche Kinderhaut vor Schadstoffen in der Verkleidung“, so die Verbraucherzentrale weiter. Unter Perücken empfiehlt sich eine dünne Mütze.

Schnuppertest bei Masken und anderen Accessoires: In Plastik-Schwertern, Kunststoff-Flügeln oder Klebe-Tattoos sowie in weichen Masken fürs Gesicht befänden sich zum Teil Lösemittel, Weichmacher oder andere Schadstoffe, heißt es weiter. „Einige lassen sich schon am Geruch erkennen. Also erst einmal daran riechen: Wenn die Kostüm-Utensilien oder der Körper-Schmuck stark nach Kunststoff oder Chemie riechen, sollten sie im Geschäft bleiben.“

Zertifizierte Naturkosmetik fürs Gesicht: Wer Karnevalsschminke mit Mineralölen wie Paraffin oder Petrolatum auf die Lippen aufträgt, verschluckt oftmals schädliche Substanzen, die sich im Körper anreichern können oder sogar unter Krebsverdacht stehen. Zertifizierte Naturkosmetik ist dagegen frei von Mineralölen, Silikonen, Polyethylenglykolen (PEG), Azofarbstoffen und vielen anderen synthetischen Inhaltsstoffen, die Haut und Umwelt belasten können. Zu erkennen ist Naturkosmetik etwa beispielsweise am COSMOS/BDIH bzw. Ecocert- oder dem NATRUE-Siegel, das ein Frauengesicht im Profil zeigt. Es gibt die bunten Farben auf natürlicher Basis nicht nur in Bioläden, sondern auch in einigen Drogeriemärkten.

Quelle: Verbraucherzentrale NRW

Verbraucherzentrale warnt vor Billig-Kostümen – stattdessen selbstgemachte Kostüme tragen

Wer auf Nummer sichergehen möchte, kann sich übrigens für den Kölner Karneval 2024 oder den Karneval in einer anderen Jecken-Hochburg schnell und einfach ein eigenes Kostüm basteln. 24RHEIN hat fünf DIY-Kostümideen, die wirklich jeder Jeck nachbasteln kann. „Wer nicht gerne bastelt, findet oft in Secondhand-Läden passende Verkleidungen. Im Freundeskreis oder mit anderen Familien Kostüme auszuleihen oder zu tauschen, ist ebenfalls eine Möglichkeit, schnell und preiswert zu einer tollen Kostümierung zu kommen“, so die Verbraucherzentrale-Expertin Kerstin Effers. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Imago

Kommentare