VonJohanna Werningschließen
Karneval steht vor der Tür, doch Vorsicht vor Billig-Kostümen. Die Verbraucherzentrale in NRW warnt vor allergieauslösende Substanzen und Chemikalien.
Köln – Es ist jedes Jahr die Qual der Wahl: Als was verkleide ich mich an Karneval? Während sich die einen für aufwendige und kreative DIY-Kostüme für Weiberfastnacht und Rosenmontag entscheiden, setzen andere eher auf eine einfachere und oftmals günstigere Alternative und shoppen ihr Karnevalskostüm im Onlineshop oder beim Kostümdiscounter. Doch genau das birgt Gefahren, warnt die Verbraucherzentrale aus NRW.
Kostümtrends für den Karneval 2024 in Fotos




„Allergieauslösende Substanzen und Chemikalien“: Verbraucherzentrale warnt vor Billig-Kostümen
Im Karneval sind nicht nur einige Kostüme verboten, teilweise sind Perücken und Kostüme auch gesundheitsschädlich. „Allergieauslösende Substanzen im Kostümstoff und in Perücken können unangenehme Hautreaktionen auslösen. Und in Accessoires und Masken aus weichem Plastik befinden sich teilweise Chemikalien wie Lösemittel und Weichmacher, die insbesondere für Kinder gesundheitsschädlich sein können“, warnt Kerstin Effers, Expertin für Umwelt und Gesundheitsschutz der Verbraucherzentrale NRW.
Aber worauf sollte man beim Kostümkauf im Düsseldorfer, Aachener, Mainzer oder Kölner Karneval achten? Die Verbraucherzentrale in NRW gibt mehrere Tipps:
Tipps der Verbraucherzentrale NRW, worauf man beim Kostümkauf achten sollte:
► Finger weg von extrem günstigen Online-Angeboten: Gerade in günstigen Shopping-Apps finden sich massenweise Kostüme zu extrem günstigen Preisen. „Bei solcher Billigware aus Fernost ist jedoch nicht sicher, ob diese den europäischen Gesetzen entspricht und beispielsweise Schadstoffgrenzwerte eingehalten werden“, warnt die Verbraucherzentrale.
► Textilien nicht direkt auf der Haut tragen: Karnevalstextilien sollten am besten nicht direkt auf der Haut getragen werden. „Leggings, Strumpfhosen, Pullis oder T-Shirts unter dem Kostüm halten warm und schützen insbesondere auch die empfindliche Kinderhaut vor Schadstoffen in der Verkleidung“, so die Verbraucherzentrale weiter. Unter Perücken empfiehlt sich eine dünne Mütze.
► Schnuppertest bei Masken und anderen Accessoires: In Plastik-Schwertern, Kunststoff-Flügeln oder Klebe-Tattoos sowie in weichen Masken fürs Gesicht befänden sich zum Teil Lösemittel, Weichmacher oder andere Schadstoffe, heißt es weiter. „Einige lassen sich schon am Geruch erkennen. Also erst einmal daran riechen: Wenn die Kostüm-Utensilien oder der Körper-Schmuck stark nach Kunststoff oder Chemie riechen, sollten sie im Geschäft bleiben.“
► Zertifizierte Naturkosmetik fürs Gesicht: Wer Karnevalsschminke mit Mineralölen wie Paraffin oder Petrolatum auf die Lippen aufträgt, verschluckt oftmals schädliche Substanzen, die sich im Körper anreichern können oder sogar unter Krebsverdacht stehen. Zertifizierte Naturkosmetik ist dagegen frei von Mineralölen, Silikonen, Polyethylenglykolen (PEG), Azofarbstoffen und vielen anderen synthetischen Inhaltsstoffen, die Haut und Umwelt belasten können. Zu erkennen ist Naturkosmetik etwa beispielsweise am COSMOS/BDIH bzw. Ecocert- oder dem NATRUE-Siegel, das ein Frauengesicht im Profil zeigt. Es gibt die bunten Farben auf natürlicher Basis nicht nur in Bioläden, sondern auch in einigen Drogeriemärkten.
Quelle: Verbraucherzentrale NRW
Verbraucherzentrale warnt vor Billig-Kostümen – stattdessen selbstgemachte Kostüme tragen
Wer auf Nummer sichergehen möchte, kann sich übrigens für den Kölner Karneval 2024 oder den Karneval in einer anderen Jecken-Hochburg schnell und einfach ein eigenes Kostüm basteln. 24RHEIN hat fünf DIY-Kostümideen, die wirklich jeder Jeck nachbasteln kann. „Wer nicht gerne bastelt, findet oft in Secondhand-Läden passende Verkleidungen. Im Freundeskreis oder mit anderen Familien Kostüme auszuleihen oder zu tauschen, ist ebenfalls eine Möglichkeit, schnell und preiswert zu einer tollen Kostümierung zu kommen“, so die Verbraucherzentrale-Expertin Kerstin Effers. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Imago

