VonSarah Hankeschließen
Die Gemeindeverwaltung übernimmt die Organisation des Welveraner Weihnachtsmarktes. Es gibt einige Neuerungen. Doch nicht alle Beteiligten sind mit den Änderungen zufrieden.
Welver – Beim Welveraner Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende im „Wohnzimmer des Zentralortes“ in Kirchwelver soll es richtig schön heimelig zugehen – da packt die ganze Gemeinde kräftig mit an.
Nachdem sich die Kyffhäuser-Kameradschaft nach langen Jahren des Engagements zurückgezogen hat, stemmt die Gemeindeverwaltung nun die Organisation des Marktes. Bei der Umsetzung des Bühnenprogramms gibt es tatkräftige Unterstützung vom Kulturverein. „Es wurde viel neu konzipiert“, sagt Gemeindesprecher Wolfgang Lückenkemper. Angefangen beim Namen der beliebten Veranstaltung, die nun nicht mehr „Kyffhäuser“, sondern „Welveraner“ Weihnachtsmarkt heißt.
Kein Platz mehr fürs Karussell: Weihnachtsmarkt mit neuer Struktur
Zur Neuausrichtung gehört auch, dass einige Geschäfte ihren angestammten Platz bei der 27. Auflage verlassen. „Ich habe für das Kuchenzelt einen neuen Platz gesucht“, berichtet Lückenkemper, von dem Tetris-Spiel auf der nicht allzu großen Fläche, die für den Welveraner Weihnachtsmarkt zur Verfügung steht. Bislang standen die Besucher beim Kuchenessen auf der Wiese links neben der Bühne.
Jetzt rückt das Kuchenzelt auf festen Grund – dort, wo einst das Karussell von Ralf Figge stand. „Wegen konzeptioneller Änderungen gibt es keinen Stellplatz mehr auf der relativ kleinen Fläche“, so Lückenkemper. Stattdessen soll es für die kleinen Weihnachtsmarktbesucher eine Eisenbahn geben. Dieses Fahrgeschäft könne ohne Probleme auch auf einer Rasenfläche platziert werden.
Einige Geschäfte verlassen ihren angestammten Platz
Die 27. Auflage des Weihnachtsmarktes in Kirchwelver wird demnach ohne Fahrgeschäft und Kirmeswagen von Ralf Figge stattfinden. Der Schausteller ist frustriert und enttäuscht, schließlich gehöre er nach über 25 Jahren quasi zum Inventar des Weihnachtsmarktes in Welver, der stets ein fester Termin in seinem Kalender ist. „Ich bin von Anfang an dabei und lebe komplett von dem Schausteller-Geschäft“, sagt Figge.
Ich will die Welveraner und die ortsansässigen Vereine mitnehmen. Die liegen mir am Herzen.
Neben dem Karussell ist er noch mit Kirmeswagen mit Leckereien von Rummel zu Rummel unterwegs: Crêpes, Mandeln, Champignons und Blumenkohl sowie Nudeln im Käselaib. „Am liebsten im Komplettpaket“, so Figge. Nur mit seinem Mandelwagen zum Welveraner Weihnachtsmarkt zu kommen, lohne sich daher eher nicht für den Schausteller. Kurzfristig Ersatz für die für ihn geplatzte Veranstaltung und die Einnahmen zu finden, sei kaum möglich. „Die Standplätze auf den Weihnachtsmärkten sind begehrt“, weiß Figge, der erst vor kurzem von Recklingsen in die Nachbargemeinde Lippetal gezogen ist, aus Erfahrung.
Ortsansässige Vereine: „Die liegen mir am Herzen“
Den Frust des Schaustellers kann Lückenkemper durchaus nachvollziehen. Er sagt aber auch: „Ich will die Welveraner und die ortsansässigen Vereine mitnehmen. Die liegen mir am Herzen.“ Auf dem Weihnachtsmarkt sollen sie die Möglichkeit bekommen, etwas Geld in die Vereinskasse zu spülen. So will das Jugendrotkreuz in diesem Jahr Waffeln backen, die Pfadfinder mache Crêpes. Maja Erlebnisgastronomie werde sich ebenfalls mit kulinarischen Angeboten am Weihnachtsmarkt beteiligen.
Zu viel Kulinarik soll es aber auch nicht sein. Daher werden in den über 40 Buden auch selbst Gebasteltes oder Hergestelltes verkauft. „Fast alle sind keine professionellen Schausteller oder Anbieter“, erklärt Lückenkemper.
