VonAndreas Schmidschließen
Unter anderem Michelle Müntefering und Hermann Gröhe werden nicht mehr für die Bundestags-Neuwahl kandidieren. Ein Überblick.
Düsseldorf - Nordrhein-Westfalen stellt die meisten Abgeordneten im Deutschen Bundestag. Das wird auch nach der Wahlrechtsreform so bleiben. Trotzdem stehen aber einige Wechsel ins Haus. Stand Ende November haben mindestens 20 Politikerinnen und Politiker aus NRW bekanntgegeben.
Neuwahl im Februar: Ex-Minister Gröhe verlässt den Bundestag
So hört Hermann Gröhe (Neuss I) auf. Der CDU-Politiker war unter Angela Merkel Gesundheitsminister und zog 1994 das erste Mal in den Bundestag ein. Nun sei die richtige Zeit, den Staffelstab weiterzugeben, sagte Gröhe. Mit ihm verlassen fünf weitere CDU-Politiker den Bundestag. Auch Hubert Hüppe (Unna I) hat genug. 1991 hatte erstmals den Sprung in den Bundestag geschafft. Er verlässt das Parlament ebenso wie seine Parteifreunde Volkmar Klein (Siegen-Wittgenstein), Hermann-Josef Tebroke (Rheinisch-Bergischer Kreis) und Sabine Weiss (Wesel I). Auch Hans-Jürgen Thies (Kreis Soest) wird nicht mehr antreten.
NRW-SPD stellt sich neu auf: Schäfer und Müntefering verlassen den Bundestag
Aus der SPD verlassen sieben NRW-Abgeordnete den Bundestag. Einen Schlussstrich zieht Urgestein Axel Schäfer. Der 72-Jährige hatte sechsmal in Folge das Direktmandat in Bochum geholt. Er sei gesundheitlich fit („Ausgezeichnet, sagen die Ärzte“), will aber Platz für jüngere Abgeordnete machen, hieß es in einem Schreiben des langjährigen Chefs der SPD-Landesgruppe NRW an seine Parteifreunde. Ebenfalls nicht mehr antreten werden Dagmar Andres (Euskirchen – Rhein-Erft-Kreis II), Michael Gerdes (Bottrop – Recklinghausen III), Dietmar Nietan (Düren) sowie der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Udo Schiefner (Viersen).
Schluss ist auch für Michelle Müntefering (Herne – Bochum II). Sie will mehr Zeit mit ihrem Ehemann Franz Müntefering verbringen. „Das letzte Jahr, in dem mein Mann schwer krank war und zudem auch mein Vater sehr plötzlich verstorben ist, war ein einschneidendes für mich und meine ganze Familie“, sagte die Frau des früheren SPD-Chefs und Vizekanzlers dem Tagesspiegel. Franz Müntefering unterzog sich im vergangenen Jahr einer Herz-OP. „Gemeinsame Zeit kann man nicht nachholen, ich hoffe, dass noch einige gemeinsame Jahre bleiben.“
Bundestags-Neuwahl: Änderungen bei Grünen, FDP und Linke
Bei den Grünen gibt es mindestens drei Veränderungen. Markus Kurth (Dortmund I) und Kai Gehring (Essen III) treten nicht mehr an. Beide waren mehr als 20 Jahre im Parlament vertreten. Auch Maria Klein-Schmeink (Münster) wird nicht mehr kandidieren. Ebenso wie die vier FDP-Abgeordneten Reinhard Houben (Köln I), Christian Sauter (Lippe I), Manfred Todtenhausen (Wuppertal I) und Olaf in der Beek (Bochum I). Aus Reihen der Linken zieht sich Matthias Birkwald (Köln II) zurück.
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