VonLaura Ruthmannschließen
Ein Papst kommt und geht: Der katholische Pastor Gregor Myrda aus Kierspe war bei der Wahl von Papst Franziskus in Rom hautnah dabei und besuchte die Ewige Stadt auch kurz vor dessen Tod.
Kierspe – Es ist der 13. März 2013: Eine Gruppe von rund 20 Kierspern rund um Pastor Gregor Myrda steht auf dem Petersplatz in Rom. Kardinal Jorge Mario Bergoglio betritt als Papst Franziskus zum ersten Mal die Loggia am Petersdom und damit die Weltbühne. Und die Kiersper sind inmitten vieler Gläubiger dabei.
„Es war ein Mittwochabend“, weiß der katholische Pastor Myrda rund zwölf Jahre später noch ganz genau. „Wir haben es live erlebt.“ Ein Moment, der ihn besonders berührt habe: „Als Franziskus die Gläubigen nicht mit dem üblichen ‚Gelobt sei Jesus Christus‘ begrüßt hat, sondern mit einem einfachen ‚Buona sera‘ (Guten Abend).“ Auf einem Handyvideo kann er sich heute noch anschauen, wie der Jubel auf dem Petersplatz in der Dunkelheit aufbrandete.
Schon während der Zeit des Konklaves waren die Kiersper Katholiken damals in der Ewigen Stadt. Nun, kurz vor dem Tod von Papst Franziskus, war Gregor Myrda wieder in Rom. Dieses Mal allein und anlässlich des „Heiligen Jahres 2025“. Auf seinem Pilgerprogramm: ein Besuch der Papstbasilika Santa Maria Maggiore. Hier liegt die letzte Ruhestätte von Papst Franziskus.
Auf der Spur des Papstes durch Rom
Anfang April machte sich Myrda spontan auf nach Rom. „Vier Tage war ich dort und habe zentral gewohnt“, berichtete er von seiner Reise. „Es waren sehr viele Pilger unterwegs“, schilderte er seine Eindrücke. „Jetzt ist es ja noch voller.“ Auch Pastor Myrda ist, wie viele andere, durch die Heilige Pforte im Petersdom geschritten.
Auch den Papstbasiliken Sankt Paul vor den Mauern und der Lateranbasilika statte er einen Besuch ab. In der Pilgerkirche „Sankt Paul vor den Mauern“ können Besucher auf Zeitreise durch die Geschichte des Papsttums gehen: Unterhalb der prächtigen Decke befindet sich eine Galerie, die Portraits aller bisherigen Nachfolger Petri in der katholischen Kirche zeigt.
Die Besonderheit: Während des Besuchs von Pastor Myrda wurde das runde Portrait des damals noch amtierenden Papstes Franziskus angeleuchtet. „Es sind dahinter noch ein paar Plätze für die nächsten Papstportraits frei. Jemand hat gesagt, wenn die Galerie voll ist, kommt das Ende der Welt“, schmunzelte Myrda.
Ich wünsche mir einen Papst für die Menschen, einen Papst für die ganze Welt.
Und noch eine bemerkenswerte Beobachtung habe er gemacht: Vom Petersdom aus sei zu erkennen gewesen, dass vormittags die Papstwohnung im Apostolischen Palast gelüftet wurde. Eigentlich hauste Franziskus auf eigenen Wunsch im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. „Vielleicht war er doch dort“, könnte sich Myrda vorstellen. „Damals war es eher ruhig um den Papst“, erinnerte sich Myrda rückblickend. „Man wusste, dass er krank ist, aber man dachte, es ginge ihm wieder besser.“
Was wünscht er sich nun für die Nachfolge von Papst Franziskus? „Ich wünsche mir einen Papst für die Menschen, einen Papst für die ganze Welt.“





