VonSofia Popovidischließen
Die Sanierung der Mülheimer Brücke in Köln wird Ende 2026 abgeschlossen. Für wenig Freude bei Autofahrern sorgt, dass sie dann je Fahrtrichtung nur noch einspurig sein soll.
Köln – Die Sanierung der Mülheimer Brücke in Köln ist schon länger ein echtes Mammutprojekt. Auch das Enddatum der Brückenarbeiten wurde mehrmals verschoben. Wer die Brücke schon einmal mit dem Auto, dem Fahrrad oder der KVB überquert hat, konnte sich bereits einen Eindruck über das gewaltige Ausmaß verschaffen. Gleichzeitig ist die „Gesamtinstandsetzung“ unvermeidbar, so erklärt es die Stadt.
Doch ein Ende ist in Sicht: Ende 2026 sollen alle Verkehrseinschränkungen aufgehoben werden. Grund zur Freude gibt es dann allerdings zumindest für Autofahrer wenig. Wie aus einem Antrag des Verkehrsausschusses hervorgeht, sollen von den insgesamt vier Autospuren zwei zu Radspuren umfunktioniert werden.
Mülheimer Brücke in Köln: Fahrradstreifen ersetzen Autospuren
Grund für die neuen Fahrradspuren seien unter anderem Mängel der bisherigen Fahrradwege. Die Mülheimer Brücke ist Fahrradfahrern bereits öfter negativ aufgefallen. In einer Niederschrift der Bezirksvertretung Mülheim aus 2022 wurden unter anderem zwei Beispiele genannt, bei denen Radfahrende gestürzt seien und sich schwer verletzt hätten. Grund dafür seien Asphaltblasen, Risse und Löcher auf dem Radweg.
Dem Kölner Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau waren diese Mängel bekannt. Die Generalsanierung der Mülheimer Brücke soll unter anderem dazu dienen, derartige Risse zu beseitigen. „Man könne eine Spur sperren und diese für Radfahrende und zu Fuß Gehende freigeben“, schlug auch Politikerin Beate Hane-Knoll als Alternative vor.
Das Mobilitätsdezernat will den Antrag wieder aufnehmen. Anfang 2024 sollen erste Gespräche zur Umsetzung mit den politischen Gremien und Fachleuten geführt werden, berichtet die Kölnische Rundschau.
Die Mülheimer Brücke
Am 19. Mai 1927 wurde mit dem Bau der Mülheimer Brücke (Stadtbezirk Köln Mülheim) begonnen. Nur einen Monat später, am 20. Juni 1927, wurde die Mülheimer Schiffbrücke geschlossen und abgebaut. Die neue Hängebrücke eröffnete Oberbürgermeister Konrad Adenauer am 13. Oktober 1929. Schon damals wurde die Brücke vom öffentlichen Schienennahverkehr genutzt.
Die Brücke wurde als „unechte“ Kabelhängebrücke ausgeführt. Auf Veranlassung von Konrad Adenauer wurde sie mit einer patinagrünen Farbe gestrichen. Die heute als Kölner Brückengrün bekannte Farbe wird für alle Brücken, die sich im Eigentum der Stadt Köln befinden, noch immer verwendet. Eine Ausnahme sind die Betonteile der Deutzer Brücke.
Quelle: Stadt Köln
Mülheimer Brücke: Siebenmonatige KVB-Sperrung 2024
Schon jetzt ist der Autoverkehr aufgrund der laufenden Sanierungen in jede Richtung einspurig. Doch auch auf Fahrgäste der KVB kommen schwierige Monate zu. 2024 kommt es zwischen April und November zu einer Streckensperrung der KVB-Linie 13 und KVB-Linie 18 in beide Fahrtrichtungen. Stadtverwaltung und KVB haben gemeinsam ein Konzept zur Abwicklung des Stadtbahnverkehrs während der siebenmonatigen Sperrung der Mülheimer Brücke entwickelt. In dieser Zeit wird es einen Ersatzbusverkehr mit der Linie 118 geben. Die Busse müssen allerdings aufgrund der Baustellensituation über die Zoobrücke geführt werden. (spo) Fair und unabhängig informiert, was in Köln & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Marius Becker/dpa

