Weiter unter einem Meter

Rhein-Pegel in Köln gestiegen – um mehr als 60 Zentimeter in wenigen Tagen

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Rhein: Aktuell ist der Pegel in Köln gestiegen. Doch eine Entwarnung gibt es noch nicht. Denn ein erneutes Sinken ist wahrscheinlich.

Köln – Auch im August rollt über Köln eine echte Hitzewelle: Temperaturen von über 30 Grad und wenige Regenschauer machen nicht nur den Kölnerinnen und Kölnern zu schaffen – auch der Kölner Rhein leidet. Lange Zeit sank der Pegel unaufhörlich weiter und lag in Köln sogar weit unter einem Meter. Doch seit dem Wochenende steigt der Pegel wieder: Die Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) meldet am Dienstag, 23. August, einen Pegelstand von 1,41 Meter (Stand: 10:15 Uhr).

Fotos zeigen, wie der Rhein in Köln immer weiter verschwand

Schiffe fahren auf dem Rhein in Köln, hier am Rheinauhafen.
Der niedrige Wasserstand des Rheins hinterlässt Spuren in Köln. (Bild vom 22.08.2022) © Oliver Berg/dpa
Ein Schiff fährt in Köln über den Rhein in Köln.
Der Regen der vergangenen Tage in Teilen des Rheineinzugsgebiets lässt das Wasser im Rhein etwas steigen – wie hier in Köln. (Bild vom 22.08.2022, Pegel: etwa ein Meter) © Oliver Berg/dpa
Eine Landungsbrücke liegt am Rheinufer in Köln auf dem Trockenen gegenüber des Kölner Doms.
Eine Landungsbrücke liegt am Rheinufer in Köln auf dem Trockenen (Bild vom 17. August 2022). © Oliver Berg/dpa
Niedrigwasser in Köln Deutz bei einem Rheinpegel von nur 93cm.
Der Sommer 2022 wird auch im August erneut von einer Hitzewelle gepackt. Das wirkt sich auch auf den Kölner Rhein aus. (Bild vom 10.08.2022) © Marc John/Imago
Niedrigwasser in Köln Deutz bei Rheinpegel 78 cm.
In Köln-Deutz wird das Rheinufer immer größer, hier bei einem Pegelstand von 78 Zentimetern (Bild vom 17. August 2022). © Marc John/Imago
Ein E-Roller wurde aus dem Rhein in Köln geborgen.
Auch Müll wie E-Roller oder Einkaufswaagen werden nun immer häufiger aus dem niedrigen Rhein gefischt. (Bild vom 17.08.2022) © Marc John/Imago
Vertrockneter Boden in Köln-Sürth: Hier steht das Sürther Bootshaus.
Eine wüstenähnliche Landschaft: Vertrockneter Boden in Köln-Sürth, wo normalerweise der Rhein wäre. (Bild vom 11.08.2022)  © Guido Schiefer/IMAGO
Das Sürther Bootshaus in Köln bei Niedrigwasser.
Das Sürther Bootshaus liegt normalerweise im Rhein, aktuell aber nur auf dem Trockenen (Bild vom 20. August 2022). © NurPhoto/Imago
Blick auf den Dom vom Deutzer Rheinufer am 13. August 2022. Rhein-Pegel: 80 Zentimeter.
Blick auf den Dom vom Deutzer Rheinufer am 13. August 2022. Niedrigwasser im Rhein: Pegel 80 Zentimeter (14. August) © Eibner / Imago
Schiffe fahren in der Fahrtrinne des Rheins bei Köln.
Der niedrige Rheinpegel hat Auswirkungen auf den Schiffsverkehr: Die Schiffe dürfen nicht mehr komplett beladen werden. (Bild vom 11.08.2022) © Christoph Reichwein/dpa
Mehrere Holzpfähle stehen in einer Reihe am Rhein.
In Köln-Deutz wurden zwei Reihen von Holzpfählen freigelegt. Die Herkunft lässt Experten rätseln. (Bild vom 17.08.2022) © Marc John/Imago
Freigelegte Uferbereiche in Köln. Die Hitze trocknet den Rhein aus.
Mitte August näherte sich der Rheinpegel mit 0,67 Metern dem Rekordtief. Grund: Der trockene Sommer. (Bild vom 13.08.2022) © Eibner/IMAGO
Das ausgetrocknete Rheinufer in Köln. In der Mitte des Flusses fährt ein Schiff.
Der Rheinpegel in Köln sinkt immer weiter. Mitte August liegt er bei unter einem Meter. (Bild vom 10.08.2022) © Marc John/Imago.
Niedrigwasser des Rheins in Köln Deutz.
Das Niedrigwasser am Rhein in Köln fördert Dinge zutage, die eigentlich tief am Grund des Flusses verschollen schienen – zum Beispiel auch Granaten aus den beiden Weltkriegen. (Bild vom 10. 08.2022) © Marc John/Imago
Das Sürther Bootshaus auf dem ausgetrockneten Rhein in Köln-Sürth.
Der sinkende Rheinpegel hat auch Auswirkungen auf kleine Bootstouren: In Köln Sürth ist das Sürther Bootshaus eigentlich nur über eine Plattform zu erreichen. Jetzt könnte man rüberlaufen. (Bild vom 11.08.2022) © Guido Schiefer/IMAGO
Ein Schiff fährt bei niedrigem Pegel über den Rhein, zu sehen ist ein breiter Uferbereich.
In der Folge des niedrigen Rheinpegels werden die Uferbereiche immer breiter. (Bild vom 11.08.2022) © Christoph Reichwein/dpa
In einem kleinen Yachthafen bei Köln liegen einige kleine Schiffe bei niedrigem Wasserstand im Rhein.
In einem kleinen Yachthafen bei Köln liegen einige kleine Schiffe bei niedrigem Wasserstand im Rhein. (Bild vom 11.08.2022) © Christoph Reichwein/dpa
Ein verrosteter Müllcontainer im freigelegten Flussbett des Rheins in Köln.
Auch dieser verrostete Müllcontainer war plötzlich am Rheinufer zu sehen. Wie lange er wohl schon auf dem Grund des Rheins lag? (Bild vom 10.08.2022) © Marc John/Imago
Frachtcontainer stehen gestapelt für ihren Weitertransport zu Schiff oder LKW im Niehler Hafen
Wie tief der Rheinpegel gesunken ist, zeigt sich derzeit auch im Niehler Hafen – erkennbar an den hellen Stellen. (Bild vom 10.08.2022) © Christoph Hardt/Imago
Niedrigwasser in Köln Deutz, im Hintergrund ist der Kölner Dom zu sehen.
In der zweiten Augustwoche ist es in Köln weiter heiß mit Temperaturen um 30 Grad. Regen: Fehlanzeige. (Bild vom 10.08.2022) © Marc John/Imago

Rhein in Köln: So hat sich der Pegel zuletzt verändert

Kölner Rheinpegel:Datum
1,41 Meter23. August
99 Zentimeter22. August
87 Zentimeter21. August 2022
78 Zentimeter20. August 2022
75 Zentimeter19. August 2022
74 Zentimeter18. August 2022
75 Zentimeter (morgens), 78 Zentimeter (nachmittags)17. August 2022
71 Zentimeter16. August 2022
75 Zentimeter15. August 2022
80 Zentimeter13. August 2022
84 Zentimeter12. August 2022
87 Zentimeter11. August 2022
90 Zentimeter10. August 2022
91 Zentimeter9. August 2022
Quelle: StEB

Niedrigwasser: Rhein-Pegel Köln leicht gestiegen – doch Experten warnen weiter

Auch wenn der Pegel somit wieder etwas anstieg, ist der Wert noch immer deutlich geringer als sogar für die aktuelle Jahreszeit üblich. Der Normalwasserstand des Rheins bei Köln liegt bei 2,97 Meter. Auch wenn die vom Oberrhein kommende Welle am Montagmorgen für einen Pegelanstieg sorgt, gibt es laut Experten dennoch keine Entwarnung

Trotz der positiven Tendenz erwartet das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in absehbarer Zeit aber keine nachhaltige Besserung der Wasserstände, so die dpa. Zwar sollen sich die Pegelstände zunächst weiter erholen. Nach dem Durchlauf einer vom Oberrhein kommenden Welle sei aber davon auszugehen, dass sie erneut sinken.

Pegelstand Köln: Wird ein neuer Rekordwert erreicht?

Der Rheinpegel in Köln lag damit im August somit deutlich unter dem Durchschnittswert. Aber wurde ein neuer Rekord geknackt? Nein. Im Oktober 2018 lag der Rheinpegel in Köln nämlich lediglich bei 67 Zentimetern.

Niedriger Rheinpegel in Köln: Auswirkungen für den Schiffsverkehr

Auswirkungen für den Schiffsverkehr in Köln gibt es bereits seit Längerem. Größere Schiffe müssen unter Umständen ihre Ladung stark reduzieren, erklärte zuletzt ein Sprecher des Gewässerzentrums in Duisburg, der zentralen Stelle für Wasser-Angelegenheiten in NRW, auf 24RHEIN-Nachfrage.

Auch bei den Ausflugsschiffen der Köln-Düsseldofer Deutsche Rheinschifffahrt GmbH ist der niedrige Wasserstand spürbar. „Aufgrund der aktuellen Niedrigwassersituation können die Fahrten in der Planfahrt 09:30 Uhr von Köln ins Siebengebirge nur noch bis Königswinter angeboten werden. Die Fahrten bis nach Linz fallen aus. Der Grund dafür ist, dass die Anlegestellen auf dieser Strecke zu wenig Tiefe haben“, so Nicole Becker, Sprecherin der KD Deutsche Rheinschifffahrt gegenüber 24RHEIN. Die Regelung gelte bereits seit dem 19. Juli.

Kleinere Schiffe können jedoch ungehindert über den Kölner Rhein fahren, denn die Fahrrinne in Köln in deutlich tiefer als 87 Zentimeter. Den Rhein zu Fuß überqueren, ist demnach auch weiterhin nicht möglich.

Rhein bei Köln: Wo liegen die Pegel-Rekorde? Höchstes Hochwasser und tiefstes Niedrigwasser

► Hochwasser-Rekordwert: 13,84 Meter (27./28. Februar 1784)

► Niedrigwasser-Rekordwert: 67 Zentimeter (23. Oktober 2018)

► Pegel-Durchschnitt: 2,97 Meter (vom 1. November 2011 bis 31. Oktober 2020)

Niedrigwasser: Sinkender Rheinpegel legt Granaten und Munition frei

Außerdem warnt die Stadt Köln vor Spaziergängen entlang des Rheins aufgrund des niedrigen Pegels. Die Gefahr: „Mal sind es Patronen, dann wieder Granaten“, erklärt die Stadt. „So entdeckten Spaziergänger am Sonntagabend (7. August) bei Poll eine Granate aus dem Ersten Weltkrieg. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst transportierte den Blindgänger noch am Abend ab“, heißt es weiter.

Weitere Kampfmittelfunde sind aufgrund des niedrigen Rheins durchaus möglich, darum appelliert die Stadt: „Um niemanden in Gefahr zu bringen, bittet die Stadt alle Spaziergänger*innen, den Uferbereich des Rheins derzeit nicht zu betreten.“

Wer einen verdächtigen Gegenstand findet, sollte den Bereich verlassen und sofort die Telefonnummer der Polizei (110), der Feuerwehr (112) oder des Ordnungsdienstes (0221/221-32000) wählen, erklärt die Stadt. Von dort werden sofort alle erforderlichen Maßnahmen in die Wege geleitet. Auch Bonn warnt derzeit vor Munition und Granaten am Rhein. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wird laufend aktualisiert.

Rubriklistenbild: © Marc John/Imago

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