VonJohanna Werningschließen
Bis zum 11.11. sind es nur noch wenige Monate. Doch konkrete Pläne für das Sicherheitskonzept im Kölner Karneval gibt es noch nicht.
Köln – In viereinhalb Monaten ist die Sessionseröffnung im Kölner Karneval. Doch nicht alle freuen sich auf den 11.11. Vor allem Anwohner im Party-Hotspot rund um die Zülpicher Straße blicken mit Sorgen auf die Sessionseröffnung. Denn die fällt in diesem Jahr auf einen Samstag. Die Sorge: Es wird besonders voll. Zwar hat die Stadt Köln nun erste Ideen für ein überarbeitetes Sicherheitskonzept veröffentlicht, konkrete Konzepte gibt es jedoch noch nicht.
So soll der Kölner Karneval sicherer werden
► Unter anderem soll es eine oder mehrere Alternativflächen geben, um die Zülpicher Straße zu entlasten. Dabei soll es sich um autofreien Zonen handeln, die von ansässigen Gastronomiebetriebe, Nachbarschaften, Vereine, Institutionen und Interessierten bespielt werden. Denkbar ist dabei auch erneut eine Bespielung der Uniwiese.
► Außerdem soll es eine Art Karnevalsapp geben, in der die Stadt die Feiernden bereits im Vorfeld über Alternativflächen und Regeln informiert.
► Konkrete Details, wie die Maßnahmen aussehen sollen und wo beispielsweise die Alternativflächen entstehen, gibt es allerdings noch nicht.
► Die Ideen sollen „schrittweise, also mittel- bis langfristig umzusetzen“ werden, so die Stadt. Inwieweit erste Maßnahmen bereits bei der Sessionseröffnung im Kölner Karneval 2024 laufen, ist unklar.
11.11. in Köln: Anwohner befürchten erneut Chaos im Kölner Karneval
Schon seit November 2023 fordern Anwohnerinnen und Anwohner, dass die Stadt Köln das Sicherheitskonzept überarbeitet. „Das wird sicherheitstechnisch sehr gefährlich“, befürchtete der Gastronom Markus Vogt bereits zu Beginn des Jahres. Zwar hat die Stadt in den letzten Wochen und Monaten immer wieder angekündigt, das Sicherheitskonzept zu überarbeiten, Details wurden jedoch noch nicht genannt – bis jetzt. Nun veröffentlicht die Stadt erste Pläne, wie der Kölner Karneval 2024 sicherer ablaufen soll. Doch ob diese den Anwohnerinnen und Anwohnern wirklich Hoffnung machen, ist fraglich.
11.11. in Köln: Fotos zeigen überfülltes Zülpicher Viertel an Karneval




- Ein Rückblick: Bereits am 11.11. im letzten Jahr versank Köln im Chaos. Innerhalb kürzester Zeit war das sogenannte Kwartier Latäng maßlos überfüllt. Die KVB musste bereits am Vormittag wegen Überfüllung eingestellt werden, rund um die Zülpicher Straße wurden Zugänge überrannt. Das Ordnungsamt wirkte auf viele Anwohnerinnen und Anwohner überfordert. Schließlich musste die Polizei eingreifen.
„Autofreie Zonen mit Bühnen“: Köln soll weitere Party-Hotspots für Karneval bekommen
Mehrere Arbeitsgruppen haben verschiedene Ideen und Konzepte entwickelt. Diese wurden dem sogenannten Runden Tisch Karneval nun vorgestellt. Der aktuelle Plan demnach: „Ein oder mehrere attraktive Alternativangebote zur Entlastung des Zülpicher Viertels“, so die Stadt Köln.
Dabei sollen „ansässige Gastronomiebetriebe, Nachbarschaften, Vereine, Institutionen und Interessierte in autofreien Zonen selbst entwickelte, karnevalistische Konzepte und kleine Bühnenformate mit unterschiedlichen Programmen umsetzen.“ Diese sollen am besten „bereits im Vorfeld“ den Zielgruppen schmackhaft gemacht werden.
Köln plant Entlastungsflächen für Kölner Karneval: Doch trotz Zeitdruck gibt es noch keine Details
Wirklich neu sind die Vorschläge nicht. In der Vergangenheit wurde immer wieder von Anwohnerinnen und Anwohnern, Gastronomen und der Politik gefordert, dass der Kölner Karneval sogenannte Alternativflächen braucht. Allerdings konnte sich bisher nicht genau geeinigt werden, wo und wie die Entlastungsflächen genau aussehen sollen. Auch bei einer Überprüfung der Stadt konnte bisher keine geeignete Karnevalsfläche gefunden werden.
Inwieweit es jetzt konkrete Pläne für den Kölner Karneval – und vor allem dem bevorstehenden 11.11. – gibt, lässt die Stadt offen. Auf Nachfrage von 24RHEIN heißt es, dass derzeit keine genaueren Angaben gemacht werden können. Stattdessen heißt es, dass eine „Umsetzung geprüft werden“ soll. Dafür will Oberbürgermeisterin Henriette Reker eine Vorlage für die Politik erarbeiten, die dann abgestimmt werden soll. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Thomas Banneyer/dpa

