Insgesamt zehn Kölsch-Brauereien gibt es heute noch in Köln. Die wichtigsten Informationen zu den Marken, Standorten und Besichtigungsmöglichkeiten
Köln – Das Kölsch gehört zu Köln wie der FC und der Karneval. Insgesamt existieren in der Rhein-Metropole 16 Kölsch-Marken, aber nur neun Kölsch-Brauereien. Viele von ihnen kann man besichtigen und vor Ort ein kühles Kölsch genießen.
Kölsch-Brauereien: Die Geschichte des Kölsch
Schon seit dem Mittelalter wird in Köln Bier gebraut. Zunächst wurde das Bier nicht mit Hopfen zubereitet, sondern mit Grut gewürzt: Diese Kräutermischung verlieh dem Kölsch ein würziges Aroma. Doch im 15. Jahrhundert fand Hopfen Eingang in die Rezepturen der Kölsch-Brauereien. Das Hopfenbier stieß auf großen Anklang bei den Kölnern und die Anzahl der Brauereien wuchs schnell. Um 1500 konnte man in Köln 80 Kölsch-Brauereien zählen. Zum ersten Mal taucht der Begriff „Kölsch“ im Jahr 1906 in Zusammenhang mit der Brauerei Sünner auf. Erst seit den 1970er-Jahren bezeichnet der Begriff nicht nur eine Marke, sondern auch eine geschützte Herkunftsbezeichnung.
Kölsch-Brauereien: Wichtige Marken und Standorte
17 Kölsch-Marken kann man in Köln und Umgebung genießen:
- Bischoff
- Dom
- Früh
- Gaffel
- Gilden
- Hellers
- Küppers
- Mühlen
- Peters
- Päffgen
- Reissdorf
- Richmodis
- Schreckenskammer
- Sester
- Sion
- Sünner
- Zunft
Zu den umsatzstärksten Kölsch-Marken zählen Reissdorf, Gaffel und Früh. Nicht alle Marken werden jedoch von einer eigenen Brauerei gebraut.
► Die Konzentration der Brauwirtschaft auf einige große Unternehmen ging auch an der Domstadt nicht spurlos vorbei. Der Getränkeriese Radeberger-Gruppe (u.a. Jever, Radeberger), der wiederum Dr. Oetker gehört, vertreibt als Haus Kölscher Brautradition sechs verschiedene Kölsch-Marken - und braut nicht mehr selbst: Das Gelände der Gilden Brauerei in Köln-Mülheim wurde aufgegeben und wird zu einem Wohn- und Arbeitsquartier umgewandelt. Die Marken (Gilden, Dom, Sion, Peters, Küppers, Sester) werden mittlerweile von Früh abgefüllt.
► Die Brauerei zur Malzmühle übernahm 2022 die älteste Kölner Kölsch-Brauerei Sünner und lässt seit dem beide Marken in der Sünner-Brauerei in Köln-Kalk produzieren.
Insgesamt gibt es aktuell acht Kölsch-Brauereien:
- Privat-Brauerei Heinrich Reissdorf GmbH & Co: Reissdorf
- Privatbrauerei Bischoff: Bischoff
- Erzquell Brauerei Bielstein Haas & Co.: Zunft
- Cölner Hofbräu P. Josef Früh: Früh
- Privatbrauerei Gaffel Becker & Co.: Gaffel
- Brauerei zur Malzmühle: Mühlen, Sünner („Brauwelt Köln“)
- Brauerei Päffgen: Päffgen
- Brauerei Heller: Hellers
Die Standorte der Brauereien befinden sich auf dem Kölner Stadtgebiet, denn so muss es laut Kölsch-Konvention sein: Dieses Dokument aus dem Jahr 1986 legt fest, dass Kölsch nur Kölsch heißen darf, wenn es auch aus Köln kommt. Ausnahmen sind die kleine Hausbrauerei Bischoff in Brühl und das Zunft-Kölsch der Erzquell Brauerei, welches im etwa 40 Kilometer entfernten Bielstein (Oberbergischer Kreis) gebraut wird. Hier greift der Paragraf §1.2 der Kölsch-Konvention: „Zum Herkunftsbereich gehören darüber hinaus diejenigen Brauereien außerhalb des Stadtgebiets von Köln, die an der Bezeichnung ‚Kölsch‘ bereits vor Inkrafttreten dieser Wettbewerbsregeln einen wertvollen Besitzstand erworben hatten.“
Seit 1997 ist der Begriff „Kölsch“ zudem eine geschützte EU-Herkunftsbezeichnung.
Kölsch-Brauereien – Besichtigungen, Shops und Eintritt
Viele Kölsch-Brauereien laden Interessierte zu Besichtigungen in ihre Produktionsstätten ein. Bei einer Führung durch die Brauereien erfahren Besucher alles über die Geschichte und die Herstellung des traditionellen Kölner Getränks. Dazu gibt es jede Menge kölsche Anekdoten. Eine Verkostung der jeweiligen Kölsch-Sorte steht natürlich auch auf dem Programm.
Hinter die Kulissen der Braukunst kann man z. B. bei folgenden Kölsch-Brauereien blicken:
Besichtigungen sind ausschließlich im Rahmen von Führungen möglich und kosten Eintritt. Viele Kölsch-Brauereien wie Päffgen, Früh oder Sion besitzen eigene traditionelle Brauhäuser und Biergärten. Hier kann man das beliebte Bier aus den typischen zylinderförmigen, schlanken Gläsern trinken und herzhafte kulinarische Spezialitäten genießen. In ein klassisches Kölsch-Glas passen übrigens nur 0,2 Liter des Getränks. Ein neues Kölsch tischt einem der sogenannte Köbes (Kellner) immer dann auf, wenn das alte zur Neige geht – selbstverständlich ungefragt. Ein Bierdeckel auf dem Glas signalisiert dem Köbes: Stopp, ich möchte nichts mehr trinken. Souvenirs gibt es vor Ort in den Shops der Brauereien oder online auf den jeweiligen Seiten.