Wagenfolge ist ausgelost

Auch im Karneval gilt: Sicherheit steht an allererster Stelle

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Bestens gelaunt präsentierten sich Prinz Christoph II. (vorne, Mitte mit Jöppel), Prinzessin Angelika (rechts daneben) und Adju Frank (rechts daneben) mit Mitgliedern der Elferratstruppe „Mottecks“ und weiteren Wagenbauern vor dem Stammlokal „Zur Post“.
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Die schlimmen Anschläge der letzten Wochen werfen auch auf die anstehenden Karnevalsumzüge einen Schatten. Dort will niemand ein Risiko eingehen.

Körbecke - Wieder ein Anschlag auf eine Menschenansammlung, dieses Mal am 13. Februar gegen 10.30 Uhr in München: Eine Mutter und ihre zweijährige Tochter werden schwer verletzt und sterben beide im Krankenhaus. 37 weitere Menschen werden zum Teil schwer verletzt.

Ist jetzt bei den Karnevalisten in Körbecke für den Fastnachtsdienstag im März mit erhöhten Sicherheitsauflagen zu rechnen? Wer zahlt dann die Kosten für Absperrungen, Kontrollen, Personal? Der Veranstalter? Ist Terrorabwehr nicht staatliche Angelegenheit – mitsamt der Kosten?

Aloys Koch, Vorsitzender der Körbecker Karnevalsgesellschaft KKG, sagt dazu ganz deutlich: „Wir vom geschäftsführenden Vorstand wissen ganz genau, wie sehr wir in der Verantwortung sind, wenn etwas passiert. Wir werden alles, aber auch wirklich alles tun, um alle Vorschriften genau einzuhalten, die man uns macht. Wir wollen kein Risiko eingehen und weichen keinen Millimeter von den festgelegten Konzepten ab.“

Die Wagenfolge

1. Herold 45 n.K., 2. Kinderdreigestirn, 3. Tanzgarden der KKG, 4. Bär und Bärenlaier mit Kinderbär, 5. Spielmannszug der FFW, 6. Musikzug der FFW, 7. Prinzenwagen, 8. Zapfzwerge „Die Heimat der Zapfzwerge“, 9. Dai Bumsköppe „60 Jahre Sandmann“, 10. Dai Hippenkösters „Galopp, Gallopp durchs Narrenland, Dai Hippenkösters weltbekannt.“, 11. Dai Danzfäägers „Dai Danzfäägers auf großer Tour - mit Kompass, Haus und Freunde pur“, 12. Junge Spunde, „50 Jahre Junge Spunde“, 13. Dai Klaukschuiters „ Arche Noah – nach uns die Sinnflut“, 14. Spraddelköppe „Hup Holland Hup“, 15. Störtebekers „Biene Maja“, 16. Dai Klüngelköppe „Tonight we steal the Jöppel“, 17. Die Spontanen „1 Cannabis Club Körbecke“, 18. Die UnBierSchreiblichen „ Die Unbierschreiblichen tanzen durch die Musikgeschichte“, 19. Dai Hannebummels „ SpaceX Helau“, 20. Die Frösche/Dai Niggen Kochclub „ Dicke Sauerländer“, 21. Dai Iulenspaigels „Neuken in de Keuken – Holland in Not“, 22. Dai unwiesen Jäusters „ Körb‘ke First“, 23. Mehlaugen „50 Jahre Mehlaugen“, 24. Schwammhälse „Honigwein und Biene Schlau, Schwammhälse und Körb‘ke Helau“, 25. Die Einzig Wahren „KKG Körbecker Kanabis Gesellschaft“ – Das Einzig Wahre Drogenkartell, 26. Tante Babaras lustige Bonbondiebe „Tretboot in Seenot…. Wir brauchen einen Leuchtturm!, 27. Urse Pöeste „Urse Pöeste, laut und klar – Gospelpower, wunderbar!“, 28. Die Üblen und Dat Kuddelmuddel „50 Jahre Blau“, 29. Lake Ladies „100 ist doch kein Alter“, 30. Dai Muichampelten (Ameisen) „Karneval à la carte, Dai Muichampelten kochen“, 31. schWamelköppe AFD „Alternative für DeKyper tierische schWammelköppe“, 32. Dai Lümmels „25 Jahre – Dai Lümmels geben einen aus“, 33. Dai Stoiwers und Die Jungen Hechte „Mehr Körbecke geht nicht: Die Männer mit dem harten Job fahren BOB!“

Noch aber ist nicht klar, ob es verschärfte Auflagen für den Umzug geben könnte, was genau zu beachten sein würde.

KKG-Zugführer Alexander Schmolke sagte gegenüber dieser Zeitung: „Wir haben eine Genehmigung für den Umzug vom Kreis, die haben wir schon länger. Dann kam München. Wir sind jetzt im Gespräch mit der Gemeinde. Details haben wir aber noch nicht.“ Aus dem Rathaus gab es eine gleichlautende Bestätigung: Man sei im Gespräch, das laufe alles über das Ordnungsamt. Details gebe es später. So hieß es übereinstimmend von der Bürgermeisterin und aus ihrem Vorzimmer.

Auch die Bauern würden helfen

KKG-Vorsitzender Aloys Koch berichtete von einem Angebot des landwirtschaftlichen Ortsvereins aus Möhnesee, mit Fahrern und Treckern und schwerem Gerät zu helfen, wenn für den Umzug der Mottowagen am Fastnachtsdienstag bestimmte Punkte abgesperrt, wenn Hindernisse aufgebaut werden müssten. Koch: „Wir freuen uns und sind dankbar für dieses Angebot. Wir warten jetzt ab, was aus dem Rathaus kommt – ob und an welchen Stellen unser Sicherheitskonzept eventuell geändert werden muss.“

Zu den möglichen Kosten bei einem erhöhten Sicherheitsaufwand verweist der KKG-Vorsitzende auf eine aktuelle Pressemitteilung des Bundes Deutscher Karneval (BDK), der für 2,6 Millionen organisierter Jecken in 5300 Mitgliedsvereinen und Zünften in allen 16 Bundesländern spricht. Dort heißt es: „Aufgrund der Absagen von Umzügen durch Vereine in verschiedenen Bundesländern erinnert der Bund Deutscher Karneval e.V. noch einmal an schon in den vergangenen Jahren verlautbarte Erklärungen, dass die momentane Situation in Deutschland Sicherheitsmaßnahmen im Sinne der Terrorabwehr erforderlich macht. Dass diese Maßnahmen einerseits zusätzliche Kosten in erklecklicher Höhe verursachen, andererseits von ihrem Wesen her ureigenste hoheitliche Aufgaben des Staates sind, ist mehrfach vom BDK verdeutlicht worden.“

In der Verantwortung sieht der Verband die Kommunen: Die Gegebenheiten und Notwendigkeiten vor Ort seien so unterschiedlich, dass eine bundesweit einheitliche Regelung nicht möglich sei, die Kommunen und Vereine müssten miteinander reden.

Klar formuliert ist die Forderung des BDK: „Zusätzliche Kosten dürfen nicht auf unsere Vereine umgelegt werden — Brauchtum und ehrenamtliche Arbeit müssen unterstützt werden.“

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