Interviews der Kandidaten

Kommunalwahl 2025 im Kreis Olpe: Was es zu beachten gilt und wo es spannend werden könnte

  • schließen

Die Kommunalwahl steht bevor – und mit ihr wichtige Entscheidungen für den Kreis Olpe. Wir geben den großen Überblick – inklusive die Liste der Wahlbezirkskandidaten und Bürgermeister-Interviews.

Olpe - Wie sollen sich Drolshagen, Olpe, Wenden, Kirchhundem, Lennestadt, Attendorn und Finnentrop in Zukunft entwickeln? Das Kreuz jedes einzelnen Wählers wird diese Entscheidung mit beeinflussen. Wir geben einen Überblick, der bei der Entscheidungsfindung helfen soll – und wir starten gleich hier mit den wichtigsten Fragen und Antworten zur Kommunalwahl.

Das sind die Bürgermeisterkandidaten für den Kreis Olpe.
Wie viele Stimmen muss ich abgeben – und wofür?
Jeder Wähler im Kreis Olpe bekommt vier Stimmzettel: einen für den Ratsvertreter in seinem jeweiligen Ort, einen für den Bürgermeister, einen für den Kreistagsvertreter und einen für den Landrat. In allen vier Fällen macht man sein Kreuzchen jeweils für eine Person. Die Rats- und Kreisvertreter mit den meisten Stimmen bekommen ein Direktmandat und ziehen dadurch auf jeden Fall in den Stadt- oder Gemeinderat ein. Wird der Favorit nur Zweiter oder Dritter, zählt die Stimme für seine Partei, die je nach Stimmenanteil weitere Vertreter über ihre Reservelisten in den Rat einziehen lassen kann.
Worauf kommt es bei der Bürgermeisterwahl an?
Hier muss ein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen holen. Wenn es – wie in Lennestadt – drei Kandidaten gibt, könnte es spannend werden. Denn schafft keiner der Drei die Marke von über 50 Prozent, kommt es zu einer Stichwahl. Dann müssten die Lennestädter Bürger am 28. September noch einmal ihr Kreuzchen für einen von dann nur noch zwei Bürgermeisterkandidaten machen. Aufgestellt sind folgende Kandidaten: In unserer Collage sind von links oben zu sehen: Tobias Schulte und Norbert Seyfert (beide Olpe), Christian Pospischil und Dr. Friederike Brodhun (beide Attendorn), Gaby Selbach, Martin Wagner und Tobias Puspas (alle Lennestadt), Björn Jarosz (Kirchhundem), Achim Henkel (Finnentrop), Bernd Clemens und Thorsten Scheen (beide Wenden) und Ulrich Berghof (Drolshagen). Wir haben im Vorfeld der Wahl alle Bürgermeister-Kandidaten mit vier Fragen konfrontiert. Lesen Sie die Interviews hier in unserem kostenfreien Epaper.
Wo könnte die Wahl besonders spannend werden?
Sicherlich in Olpe: Nachdem der amtierende CDU-Bürgermeister Peter Weber angekündigt hat, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für eine Wiederwahl zu kandidieren, haben sich mit Tobias Schulte und Norbert Seyfert zwei aussichtsreiche Kandidaten in Stellung gebracht. Schulte, ein Mann aus der Verwaltung, hat sicherlich auch einen CDU-Bonus, Seyfert dagegen ist zwar parteilos, wird aber von SPD, Grünen und UCW unterstützt und dürfte vielen Olper als amtierender Schützenkönig bekannt sein. In Lennestadt, Attendorn und Wenden gehen jeweils die amtierenden Bürgermeister ins Rennen und stellen sich neuen Gegenkandidaten.
Wie läuft es in Finnentrop, Kirchhundem und Drolshagen, wo nur jeweils ein Bürgermeisterkandidat zur Wahl steht?
Hier ist es so, dass die Wähler mit Ja oder Nein für oder gegen den Bürgermeisterkandidaten stimmen müssen. Mehr als 50 Prozent müssen Ja sagen, damit der Bürgermeister gewählt ist. Sollte das nicht passieren, muss die Wahl zu einem anderen Zeitpunkt wiederholt werden. Damit ist aber nicht zu rechnen, denn in Finnentrop, Kirchhundem und Drolshagen stehen jeweils die amtierenden Bürgermeister zur Wiederwahl.
Was fällt beim Blick auf die Kandidatenlisten für die Stadt- und Gemeinderäte auf?
Dass es vor allem in Attendorn einen bunten Mix aus Parteivertretern gibt. Neben den „Klassikern“ wie CDU, SPD, Grüne, FDP und einer unabhängigen Wählergemeinschaft stellt hier nämlich auch die Satire-Partei „Die PARTEI“ eine ganze Reihe an Kandidaten auf. Ursprünglich wollte die Partei mit Simon Przybilla sogar einen eigenen Bürgermeisterkandidaten stellen, doch Przybilla zog letztlich aus Zeitgründen doch noch zurück. In Lennestadt dagegen gibt es überall nur drei Kandidaten zur Auswahl – von CDU, SPD und Grünen. Die AfD stellt Kandidaten in Finnentrop, Drolshagen und Attendorn. Wer wissen möchte, wer in seinem Wahlbezirks antritt, kann sich hier die Auflistung der Kandidaten für alle Wahlbezirke in Finnentrop, Attendorn, Lennestadt, Kirchhundem, Wenden, Olpe und Drolshagen ansehen.
Wer hat sich für das Amt des Landrates aufgestellt?
Es gibt drei Kandidaten, von denen Amtsinhaber Theo Melcher (CDU) als Favorit ins Rennen geht. Mit ihm konkurrieren Nezahat Baradari (SPD) aus Attendorn und Klaus Heger (AfD) aus Wenden um den Posten des Chefs der Kreisverwaltung.
Wer darf wählen?
Alle, die älter sind als 16 Jahre, einen deutschen Personalausweis besitzen oder EU-Bürger sind und die eine Wahlbenachrichtigung bekommen haben. Mit dieser Wahlbenachrichtigung kann bereits im Vorfeld des Wahltermins per Briefwahl gewählt werden. Wer am Wahlsonntag, 14. September, zwischen 8 und 18 Uhr klassisch wählen geht, sollte seine Wahlbenachrichtigung und seinen Ausweis nicht vergessen.
Wo werden die Wahl-Ergebnisse für den Kreis Olpe zu finden sein?
Wir werden auf sauerlandkurier.de umfassend und aktuell berichten. Hier gibt es Ergebnisse ebenso wie einen News-Ticker mit dem Wichtigsten vom Wahlgeschehen in NRW.
Wo kann ich mich am besten über die Kandidaten für die Kommunalwahl informieren?
Die Bürgermeister-Kandidaten haben uns für diese Ausgabe vier Fragen beantwortet und geben damit einen guten Eindruck, wofür sie stehen. Darüber hinaus haben wir alle Wahlbezirke mit ihren jeweiligen Kandidaten aufgeführt – und zwar aus dem Grund, weil es über eine normale Google-Recherche fast unmöglich ist, im Vorfeld der Wahl genau zu erfahren, wer da eigentlich als Ratsvertreter vor der Haustür zur Wahl steht. Für zusätzliche inhaltliche Aussagen empfiehlt sich die Lektüre der Wahlprogramme oder der Besuch der Sprechstunden oder Wahlkampfveranstaltungen in den einzelnen Orten. Eine Alternative, gerade für junge Wähler, ist auch der Kommunalomat des Kreisjugendrings (kreisolpe.waehlt.nrw), der ähnlich wie der Wahl-O-Mat mit Thesen helfen kann, die eigenen Ansichten mit denen der Parteien zu überprüfen.

Rubriklistenbild: © Privat / Collage: Andrea Vollmert

Kommentare