VonCedric Sporkertschließen
Der Energiekonzern RWE will am Standort des stillgelegten Kraftwerks Westfalen in Hamm-Uentrop Batteriespeicher mit einer Kapazität von rund 140 Megawatt errichten.
Update, 9. November, 10 Uhr: Hamm – RWE investiert noch deutlich mehr Geld in Energiespeicherkapazitäten in Hamm als zuletzt berichtet. Der Konzern werde rund 90 Millionen Euro in die Hand nehmen, um auf dem Gelände des Kraftwerks Westfalen in Uentrop in Schrankbauweise mehrere Hundert Blöcke Lithium-Ionen-Batterien aufzubauen. Ursprünglich hatte RWE mitgeteilt, in Hamm 50 Millionen Euro investieren zu wollen. Diese Angabe korrigierte eine Sprecherin am Mittwoch.
Auf Kraftwerk-Gelände: RWE baut in Hamm neuen Energiespeicher
Hamm – Insgesamt sollen im Kraftwerk Westfalen 690 Blöcke mit Lithium-Ionen-Batterien installiert werden: In Neurath im Rheinland ist mit 80 Megawatt Kapazität nur eine etwas mehr als halb so große Anlage wie in Hamm geplant. Zur Ein- und Ausspeisung der Speicherenergie könne an beiden Standorten die bestehende Netzinfrastruktur genutzt werden, betonte der Konzern. Auch die verfügbare Fläche sei ein wichtiger Tür-Öffner für die Entscheidung pro Hamm gewesen.
Eigenen Angaben zufolge investiert das Unternehmen rund 50 Millionen Euro. Hamm ist damit neben Neurath nur einer von zwei Standorten, an denen RWE in NRW neue Speicherkapazitäten aufbaut.
Batteriespeicher gelten als bedeutender Teil der Energiewende, denn sie speichern Energie wenn im Netz eine Überproduktion an Strom herrscht und stellen diese wieder zur Verfügung, wenn sie gebraucht wird. Das geplante System reagiere sekundenschnell und könne über eine Stunde die ausgelegte Leistung erbringen, teilte RWE mit. Dadurch trage die Anlage zur effizienten Stabilisierung des Netzes und einer zuverlässigen Stromversorgung bei.
Lithium-Ionen-Batterien auf 14.000 Quadratmetern
Die Lithium-Ionen-Batterien sollen in Hamm auf einer Fläche von 14.000 Quadratmetern in einer Schrankbauweise eingebaut und fabrikfertig angeliefert werden. Baubeginn sei voraussichtlich das zweite Quartal 2023. Dann liefen zunächst die Baufeldvorbereitungen an. 2024 sollen die Batteriespeicher einsatzbereit sein. „Mit dem geplanten Energiespeicher wird der Standort Westfalen weiter einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten“, sagte eine Sprecherin des Konzerns. RWE prüfe aktuell darüber hinaus Möglichkeiten für weitere Nachfolgenutzungen des Standortes.
Der eigentlich supermoderne Block E des Kraftwerks Westfalen war erst 2014 in Betrieb genommen worden und wurde im Juli 2021 im Rahmen des Ausstiegs aus der Steinkohleverstromung bereits wieder vom Netz genommen. Der „Pannenblock D“ war dagegen nie in Betrieb. Im Frühjahr hatte RWE die Turbine abgekoppelt, der Generator dient seitdem als Motor für einen Phasenschieber. Auch der Phasenschieber sorgt für eine Stabilisierung des Stromnetzes.
Was die Rolle als künftiger Speicher-Standort langfristig für die Betriebs- und Mitarbeiterstruktur in Hamm für Folgen hat, ließ sich zunächst nicht beantworten.
