Westconnect verlegt im Hammer Osten Glasfaser

Lange gefordert, fast da: Uentroper Dorf bekommt Anschluss ans Turbo-Internet

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Eine Datenautobahn für das Uentroper Dorf: Die Baustellen „wandern“ in den kommenden Monaten durch den äußersten Hammer Osten. Westconnect verlegt für Eon Highspeed die Glasfaser im Dorf.
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Von wegen, die Uentroper werden abgehängt. Nach Jahren des Forderns bekommen die Dorfbewohner die Glasfaser in die Häuser. Westconnect hat mit der Verlegung begonnen. Schnelleres Internet gibt es aber zwischenzeitlich jetzt schon.

Uentrop – Die digitale Zukunft kann für die Uentroper Dorfbewohner zum Greifen nah sein. Im wahrsten Sinne des Wortes: Hier und da schauen aus ausgehobenen Gräben Glasfaserkabel heraus. Immerhin. Im Laufe der kommenden Monate haben dann aber die Häuser und Wohnungen der Uentroper den seit langem geforderten Anschluss ans Hochgeschwindigkeits-Internet. Westconnect hat, wie angekündigt, für Eon Highspeed mit der Verlegung der Glasfaserkabel begonnen. Die Arbeiten begannen vor rund drei Wochen. Westconnect ist eine Tochtergesellschaft von Eon.

„Wir verlegen in Summe 90 Kilometer Glasfaserkabel“, sagt Westconnect-Sprecherin Katrin Frendo. „Wir schließen rund 230 Haushalte an das Netz an.“ Bei insgesamt 650 Haushalten und Betrieben, von denen im vergangenen Jahr im Zuge der Kundenwerbung die Rede war, wären das, wenn auch aufgerundet die für den Ausbau erforderlichen mindestens 40 Prozent.

„Wir beabsichtigen, damit Ende des Jahres fertig zu sein“, sagt sie über die Arbeiten.

Spätentschlossene für Glasfaser für Uentrop

So lange werden die Mitarbeiter des Ausbauunternehmens mit ihren Tiefbauarbeiten im Dorf von Straße zu Straße weiterziehen und die Glasfaser bis in die Häuser derer legen, die vor allem vergangenes Jahr im Zuge der Vermarktung einen Vertrag abgeschlossen haben. Nach dem Abschluss der Werbeaktion Ende September hatte Eon Highspeed sie zunächst bis Mitte November und einmal mehr bis zum 15. Februar verlängert.

Demnach ist seit Mittwoch sprichwörtlich der Deckel drauf. „Die Vermarktung ist abgeschlossen“, sagt die Unternehmenssprecherin. Das heißt, dass immer noch verbliebene Spätentschlossene keinen kostenlosen Hausanschluss mehr bekommen.

Westconnect baut in Hamm nur im Osten aus

Die Kunden haben einen Vertrag mit Eon Highspeed abgeschlossen. Der läuft in der Regel zwei Jahre. Danach steht ihnen ein Anbieterwechsel frei, so wie es anderenorts auch gilt.

Westconnect baut das Netz auf Hammer Stadtgebiet nur in Uentrop aus. Im Umfeld der Lippestadt ist das Unternehmen aktuell zum Beispiel im Kreis Soest im Einsatz.

Telekom bringt Vectoring nach Uentrop

Nach dem über Jahre beklagten Verlust der Infrastruktur im Uentroper Dorf – keine Ärzte mehr, keine Apotheke, kaum Nahversorgung – hatten viele Einwohner den Eindruck, in ihrem Ort abgehängt zu sein. Seit Jahren besteht die Forderung nach schnellem Internet. Während insbesondere die großen Unternehmen im Gewerbegebiet ihren eigenen Weg gegangen sind, sind die Bewohner auf die Telekommunikationsunternehmen und ihre Ausbaupläne angewiesen.

2021 baute die Deutsche Telekom das Netz soweit aus, dass zumindest Super-Vectoring in Uentrop möglich ist. Je nach Lage im Ort sind Datengeschwindigkeiten bis zu 250 Mbit möglich – Kunden mit Glasfaser buchen nicht unbedingt mehr. In der Regel ist die Geschwindigkeit aber deutlich geringer. 50 Mbit reichen heutzutage, aber in Zukunft nicht mehr, heißt es. Durch das Lichtwellenkabel kann mit 1 Gbit durchaus das Vierfache an Daten fließen.

Noch mehr Glasfaser in Uentrop?

Das Vectoring gilt als Übergangstechnologie. Die Telekom baute nicht gleich die Glasfaser ein, weil das ein weitaus teureres und zeitlich viel aufwendigeres Vorhaben sei, hieß es. Aber früher oder später werde der Ausbau auch andernorts erfolgen, kündigte das Unternehmen an.

Nach Angaben von Uentropern sollen im Herbst auch Vertragswerber für die Telekom von Tür zu Tür gezogen sein. Das bestätigte das Unternehmen nicht, ebenso wenig, ob und wann nun ein Glasfaserausbau in Uentrop erfolgt. Es hieß nur, dass die Deutsche Telekom 30 Millionen Haushalten in Deutschland bis 2030 einen Glasfaseranschluss ermöglichen wolle. Dazu werde der Ausbau beschleunigt. Was das letztlich für das Dorf heißt, ob vielleicht die Telekom hier und da noch mal die Straßen aufreißt, um das Kabel zu legen, bleibt noch offen.

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