VonAchim Kienbaumschließen
Ein kalter Wind wehte um die Nasen, kurze Schauer machten die Angelegenheit auch nicht wirklich angenehmer: Während draußen vor den Fenstern die Besucher beim offiziellen Start der Sanierung von LEG-Gebäuden im Soester Süden am Montagmorgen, 11. Dezember, da einfach mal durch mussten, konnten es sich die Bewohner drinnen gemütlich machen und entspannt dabei zusehen, wie ihre Wohnungen warm eingepackt wurden.
Soest – Nachdem bereits vor einigen Tagen viele Menschen mit Helmen und schwerem Gerät angerückt waren, um die erforderlichen vorbereitenden Arbeiten an den Fassaden der Häuser mit den Nummern 3 bis 5 am Canadischen Weg durchzuführen, übernahmen Führungskräfte aus den Chefetagen der Beteiligten die Präsentation des Projektes. Darunter: Dr. Volker Wiegel, Geschäftsführer der LEG Management GmbH als Auftraggeber, Andreas Miltz, Geschäftsführer des ausführenden Unternehmens RENOWATE GmbH als Auftragnehmer, und Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer, Technischer Beigeordneter Matthias Abel und Fachbereichsleiter Meinhard Esser für die Stadt.
Sie war seit rund zwei Jahren aktiv in den Entwicklungsprozess des Millionenprojektes eingebunden, entsprechend groß war jetzt bei Eckhard Ruthemeyer die Freude darüber, dass es tatsächlich los geht. „Dieses Projekt wird das Stadtbild positiv beeinflussen und die Lebensqualität der Bewohner nachhaltig steigern“, erklärte er.
„Außerdem ist dieses Projekt ein wichtiger Baustein, damit wir unser Ziel erreichen, Soest zu einer klimaneutralen Stadt zu machen.“
Die Dimensionen
Insgesamt verfügt die LEG landesweit über einen Bestand von rund 170 000 Wohnungen. 570 davon befinden sich im Soester Süden.
Nach Angaben von Dr. Volker Wiegel wird sich der Energieverbrauch in den sanierten Wohnungen – und damit auch die entsprechenden Nebenkosten für die Mieter – um über 90 Prozent reduzieren. Das werde sich unterm Strich für die Mieter kostenneutral auswirken, sie müssten mit einer Anhebung ihrer Miete um rund 2 Euro/Quadratmeter auf dann 5,60 Euro rechnen.
Die Wohnungen entsprechen nach der Sanierung dem KfW 55-Standard.
Gerade bei den bekannten schwierigen Rahmenbedingungen mit stark gestiegenen Baukosten sei es alles andere als selbstverständlich, dass die LEG dieses Vorhaben umsetze. „Dieses Vorhaben“ liegt seit einigen Tagen ganz praktisch in den Händen von Bauleiter Jürgen Schüssler und seinem Team.
Fassaden vorbereitet
Nachdem die Häuser am Canadischen Weg eingerüstet wurden, haben sie dort in den vergangenen Tagen Ankerwinkel in den Fassaden fixiert, Kabel gezogen und die Fensterbänke der Bestandsfenster abmontiert.
Damit sind die Voraussetzungen geschaffen für die Montage der rund 800 Kilogramm schweren Fassadenelemente, die bereits komplett ausgestattet mit Fenstern, Lüftungsschlitzen und Dämmung in Estland produziert und auf einem Tieflader „just in time“ angeliefert wurden. An einem großen Baukran hängend werden sie an ihren Bestimmungsort gehievt und von unten nach oben „wachsend“ nach dem Nut-und-Feder-Prinzip zusammengefügt.
Günstig und schnell
Dieses „serielle Sanieren“ ist nicht nur eine vergleichsweise preisgünstige Technik, sie ermöglicht auch eine sehr zügige Vorgehensweise – solange der Wind dem Ganzen nicht einen Strich durch die Rechnung macht und die Fassadenelemente in zu große Schwingungen versetzt und dadurch Arbeiter gefährdet.
Auch deshalb kann es nur gut sein, dass die LEG und ihr Tochterunternehmen RENOWATE mit dem Verfahren bereits gute Erfahrungen gemacht haben, unter anderem gerade bei der Sanierung von Wohnungen in Mönchengladbach.
Für Dr. Volker Wiegel ist die Investition in die Sanierung der Wohnungen im Soester Süden gut angelegtes Geld. „Wir leisten so einen Beitrag dafür, dass die Mieter zu wirklich günstigen Konditionen über einen qualitativ hochwertigen Wohnraum verfügen“, erklärte er. Beides werde nach der Sanierung umso mehr gelten, obwohl die Mieten wegen der Baukosten angehoben werden müssten (siehe Infokasten).

