Tatort Gleisbett

Leiche im Hammer Bahnhof: ein Rätsel gelöst, ein weiteres neu

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Ein RTW und ein Notarztwagen stehen am Unfalltag vor dem Westeingang des Hammer Bahnhofs.
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Ein 51-jähriger Mann starb im Hammer Hauptbahnhof durch einen Sturz. Das Obduktionsergebnis beantwortet Fragen, wirft aber zugleich neue auf.

Hamm - Am 14. Februar starb ein 51-jähriger Mann im Gleisbereich des Hauptbahnhofs Hamm. Einen Monat später ist klar: Todesursächlich war der Sturz von einem Strommasten. Doch die Akte kann nicht geschlossen werden, weil das Obduktionsergebnis neue Fragen aufwirft. Sehr wahrscheinlich war der Mann damals benebelt.

Der Mann war an jenem Mittwochnachmittag im Bereich der Gleise 12/13 auf einen der Masten geklettert und von diesem mehrere Meter in die Tiefe gefallen. Beim Aufprall habe er sich vor allem im Oberkörperbereich erhebliche innere Verletzungen zugezogen, sagte die zuständige Staatsanwältin Maribel Andersson am Freitag in Dortmund. Ein Einwirken von Starkstrom weise der Obduktionsbericht nicht aus; der Mann war also nicht mit der 15.000 Volt führenden Oberleitung in Kontakt gekommen. Ein Fremdverschulden vor Ort schließt Andersson ebenso aus wie zuvor bereits die Polizei in Hamm.

Im Rahmen der Obduktion hätten sich allerdings im Körper „unspezifische Anzeichen einer Vergiftung“ gezeigt. Diese Substanz hätte „bei einer Überdosierung tödliche Atemstillstände hervorrufen“ können. Genauere Informationen soll nun eine weitere von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene Untersuchung zeigen. Deren Ergebnis werde aber angesichts überlasteter Labore nicht vor Juli vorliegen.

Vorfälle bereits vor dem tödlichen Sturz

Wie erst jetzt bekannt wurde, war der 51-Jährige in den Stunden vor seinem Tod zwei Mal wegen „auffälligen Verhaltens“ von der Hammer Polizei aufgegriffen worden. Nach dem zweiten Mal war er laut Andersson für eine Untersuchung ins EVK gebracht worden. Womöglich habe es da bereits „Anzeichen einer Vergiftung“ gegeben.

Der Fall in Sichtweite von Zugpassagieren hatte an jenem Mittwoch für große Aufmerksamkeit gesorgt. Überdies hatte er erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr in Hamm und der Region zur Folge.

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