- VonMechthild Wiesreckerschließen
Drensteinfurt hat am Samstagabend mit einer großen Bürger-Präsenz ein Signal gegen Rechtsextremismus und für die freiheitlich demokratischen Grundwerte gesetzt.
Drensteinfurt – Rund 800 Menschen waren unter dem Motto „Lichter für die Demokratie“ dem Aufruf des Synagogenvereins in Zusammenarbeit mit Bürgermeister Carsten Grawunder gefolgt.
Trotz der Kälte standen die Menschen dicht gedrängt mit Kerzen in den Händen auf dem Marktplatz. Bürgermeister Grawunder zeigte sich angesichts der großen Teilnehmerzahl zufrieden. „Das ist ein starkes und gutes Signal für die Demokratie“, betonte er. In einer Zeit, in der es einfach sei, falsche Informationen zu verbreiten und damit Menschen zu gewinnen, sei es wichtig, aufzustehen. „Die Wohlfühlzeiten sind auch in Deutschland vorbei“, so der Bürgermeister. Es helfe aber nicht auf vergangene Fehler zu schauen. „Wir müssen jetzt aufstehen“, sagte er. Was in Potsdam passiert sei, sei vielleicht nur die Spitze des Eisbergs. „Wir wissen gar nicht, was da im Untergrund vielleicht alles an abartigen Ideen entwickelt wurde. Darum zeigen wir heute Stärke und gehen auf die Straße.“
Gastfreundliche Menschen in Drensteinfurt
Vielleicht könne man auf diese Weise Menschen zurückgewinnen, die sich nicht sicher seien, die dort Alternativen sehen, wo eigentlich in Wirklichkeit keine seien. „Wir grenzen niemand aus, wir strecken ihnen die Hände aus, damit sie mit uns ins Gespräch kommen“, versicherte Grawunder. Er sei dankbar, dass die Menschen in Drensteinfurt gastfreundlich und bereit sind, Flüchtlingen ein Zuhause zu geben, sie zu integrieren, damit sie wertvolle Mitglieder der Gesellschaft werden.
Wärme in der Gesellschaft
Robert Vornholt, Vorsitzender des Synagogenvereins, erinnerte an die Wannsee-Konferenz vor 82 Jahren, auf der die Deportation der Juden in Europa zur Vernichtung organisiert wurde. „Heute haben unweit des damaligen Konferenzortes radikale Rechte wieder ähnliche menschenverachtende und kriminelle Pläne geschmiedet“, verglich er. Dann rief er den Anwesenden zu: „Wir wehren uns gegen Extremisten aller Richtungen.“ Verfassungsfeinde gehören auf den Müllhaufen der Geschichte!“ Jeder kenne einen Menschen, der von einer Abschiebung oder Diskriminierung betroffen sein könnte. „Darum leuchten hier auf dem Marktplatz die Lichter der Kerzen, stellvertretend für eine Wärme in unserer Gesellschaft jenseits von Menschenfeindlichkeit, Falschmeldungen, Skandalisierungen und Hass-Botschaften“, so Vornholt.
Im Namen des Deutsch-Ausländischen Freundeskreises warnte Waltraud Angenendt vor den Gefahren, die Menschen mit anderer Hautfarbe oder Religion drohen. „Geht es nach der AfD, sollen diese Menschen des Landes verwiesen oder diskriminiert werden“, sagte sie.
Lichter für Demokratie Demo in Drensteinfurt




