Andreas Klein und seine leuchtende Gruppe

Gute-Laune-Radfahrer: Abends fahren die „Light-Rider“ - auch durch Hamm

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Nichts und niemand leuchtet und funkelt abends auf den Straßen so schön wie sie: die „Light-Rider“ – hier ein Bild, das am Abend des Kurparkfestes entstanden ist.
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Wenn sie kommen, leuchtet es auf der Straße. Ihre Motivation: Aktiv sein - und gute Laune verbreiten.

Bockum-Hövel – Andreas Klein aus Bockum-Hövel genießt mit 58 Jahren eigentlich seinen Ruhestand. Sobald die Sonne untergeht, wird aus dem Ruhe- ein Unruheständler. Denn seit knapp einem Jahr ist Klein gemeinsam mit Karl Jehle aus Herbern, der auch unter dem Namen „Diskallico“ in der Region bekannt ist, und mitunter weiteren Mitfahrenden mit dem Fahrrad unterwegs. Nicht mit irgendwelchen. An ihren Drahteseln leuchtet und funkelt es, wo man auch hinsieht.

Was sie damit erreichen wollen: Menschen erfreuen, ob bei Hochzeiten, großen Veranstaltungen – oder auch einfach nur so. Auch auf der Meile in Hamm kennt man die „Diskoradler“ mittlerweile.

Mit bunten Lampen und Musik für gute Laune sorgen

Auf der Suche nach dem Lebenssinn stößt der 58-Jährige immer auf sein Fahrrad. Das Radfahren in Gemeinschaft nimmt da seit Jahren einen großen Raum ein, zudem hilft er seinen Freunden beim Reparieren ihrer Zweiräder oder er fährt selbst einfach eine kleine Radtour zum Abschalten. Über die Fahrradfreunde Hamm hat Andreas Klein auch Karl Jehle kennengelernt. Und sie waren gleich auf einer Wellenlänge.

Mit bunten LED-Lampen, allerlei Bling-Bling und Musik bekämpft der Herberner seine chronische Erschöpfungskrankheit und seinen Tinnitus. Wie das klappt? Das Zusammenspiel aus Musik und den farbigen Lichtern erzeuge in ihm ein derart positives Gefühl, dass es das stressbedingte Tinnitus-Pfeifen im Ohr schwinden lasse, erklärt Jehle. Die „Disco auf zwei Rädern“ hat im Umkreis von Herbern längst einen hohen Bekanntheitsgrad. Auch in Hamm werden ihn viele abends schon gesichtet haben.

Immer gut drauf: Andras Klein, Angelika von der Massen und Karl Jehle von der Gruppe „Light-Rider“.

Ein Zugpferd, das nie gern im Mittelpunkt stand

Unter den beiden Männern ist im Laufe einiger Monate eine echte Freundschaft entstanden. Und der Bockum-Höveler ist bald auf den leuchtenden Zug aufgesprungen. Oder besser aufs leuchtende Rad.

Andreas Klein und Karl Jehle lieben ihre leuchtenden Fahrräder, die immer wieder aufgerüstet werden. „Als gelernter Elektriker habe ich da natürlich einen gewissen Anspruch“, erzählt Klein. Sicherheit durch Sichtbarkeit sei für sie immer ein großes Thema. Dass man mit den blinkenden Fahrrädern polarisiere, genießt Andreas Klein durchaus. „Es macht was mit den Menschen und es macht auch was mit mir. Ich stand nie gerne im Mittelpunkt, aber jetzt ist es was anderes. Die Leute freuen sich und ich freue mich auch.“

Faktor Spaß: „Kein Abend ist wie der andere.“

Klein und Jehle genießen die gemeinsamen abendlichen Touren. Und sie sind nicht die einzigen. Mal schließen sich fünf Leute an, mal ist man zu zehnt – aber das ist für sie im Endeffekt auch nicht wichtig. Die „Light-Rider“, wie sich die Gruppe um Karl Jehle mittlerweile nennt, bekommt viele positive Rückmeldungen inklusive Fotos und Videos. Auch zu besonderen Anlässen: „Wir waren sogar vor ein paar Wochen auf einer Hochzeit in Cappenberg, da haben wir richtig Stimmung gemacht. Das war ein toller Abend“, erzählt Klein.

Auch beim Kurparkfest in Hamm waren die Beiden mit einer Gruppe Gleichgesinnter vertreten, Runde für Runde wurde um das Gelände gefahren. „Natürlich nur von außen, drinnen wäre es viel zu voll und gefährlich gewesen“, sagt Klein, der im Lichtradeln seine Passion gefunden hat.“ Warum? „Es kostet kein Geld, es macht viel Spaß und ist einfach total spannend. Kein Abend ist wie der andere.“

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