VonSven Schneiderschließen
Die zwölfjährige Luise aus Freudenberg wurde mit einem Messer getötet. Zwei Kinder haben die Tat gestanden.
Update vom 14. März, 13.45 Uhr: Mario Mannweiler, Leitender Oberstaatsanwalt Koblenz, teilte auf einer Pressekonferenz am Dienstag (14. März) mit, dass die 12-jährige Luise an den Folgen zahlreicher Messerstiche gestorben ist. Nach derzeitigem Ermittlungsstand sei davon auszugehen, dass die Tat von zwei Kindern aus dem Umfeld des Mädchens begangen worden ist. Die vermutlichen Täterinnen gelten als strafunmündig. „Die Grenze der Strafmündigkeit gilt ab 14 Jahren. Die vermutlichen Täterinnen sind zwölf und dreizehn Jahre alt“, so Mario Mannweiler weiter. Ihnen droht also keine Strafe. Das heiße aber nicht, dass „jetzt nichts gemacht werde“, betonte Mannweiler. „Wir legen diesen Fall jetzt in die Hände der Jugendbehörden.“
Florian Locker, Leiter der Mordkommission, teilt mit, dass die Kinder die Tat gestanden haben. Nach ihrer ersten Anhörung seien Widersprüche aufgetaucht. Daraufhin seien sie am Montag erneut befragt worden. Dabei hätten sie die Tat eingeräumt. Ihre Angaben konnten durch Beweise belegt werden.
Derweil ist nicht davon auszugehen, dass eine weitere Person ein der Tötung von Luise beteiligt ist. „Die Tat ist außergewöhnlich, das ist kein Alltag für uns“, sagte Oberstaatsanwalt Mannweiler.
Tatverdächtige im Fall Luise (12) aus Freudenberg - Polizei verhört Gleichaltrige
[Erstmeldung] Freudenberg - Seit Sonntag herrscht traurige Gewissheit. Die am Samstag als vermisst gemeldete Luise aus Freudenberg (Nordrhein-Westfalen) ist tot. Nachdem die Leiche einer weiblichen Person unweit des Radweges zwischen dem Hohenhainer Tunnel und Wildenburg Bahnhof gefunden wurde, bestätigte die Polizei die Identität. Mittlerweile ist auch klar: Die Zwölfjährige wurde Opfer eines Tötungsdelikts, wie wa.de berichtet. Gleichaltrige Tatverdächtige werden verhört.
Wer hat die zwölfjährige Luise aus Freudenberg getötet? Dieser Frage stellen sich Ermittler seit dem vergangenen Sonntag, als ihre Leiche zweifelsfrei identifiziert wurde. Wie ein Polizeisprecher am Dienstag bestätigte, werden auch Kinder im ähnlichen Alter befragt. Dies sei aber „ganz normal“ für intensive Ermittlungen, hieß es. Derweil jedoch sickern schockierende Details durch.
Wie die Deutsche Presse-Agentur nun berichtet, werden zwei Mädchen im Alter von zwölf und dreizehn Jahren verdächtigt, Luise getötet zu haben. Bereits am Montag hatten RTL und Bild davon berichtet. Für Dienstag kündigte das Polizeipräsidium Koblenz eine Pressekonferenz an, um weitere Informationen an die Öffentlichkeit heranzutragen.
Luise (12) aus Freudenberg wurde Opfer eines Tötungsdelikts - Obduktion am Montag
Luise wurde zuletzt am Samstag gegen 17.30 Uhr gesehen, dann verlor sich ihre Spur. Nach einem Besuch einer Freundin trat sie den Heimweg an. Als sie nicht nach Hause kam, begann noch am Abend die Suche mit starken Kräften von Polizei und Feuerwehr. Polizisten entdeckten dann am Sonntagmittag einen weiblichen Leichnam, nach Angaben der Polizei Siegen in einem Waldstück oberhalb von Freudenberg-Hohenhain, das zum Kreis Siegen-Wittgenstein gehört.
Der Fundort des Leichnams liegt in der Nähe eines ehemaligen Bahnhofs auf rheinland-pfälzischem Gebiet, unmittelbar an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Dieser Ort befindet sich aber gar nicht auf dem Heimweg des Mädchens. Eine Erklärung haben die Ermittler dafür bisher nicht.
Im Laufe des Sonntags dann die traurige Gewissheit: Bei der gefundenen Leiche handelt es sich um die vermisste zwölfjährige Luise aus Freudenberg. „Zur Todesursache können derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen noch keine Angaben gemacht werden“, hieß es in einer ersten Mitteilung der Polizeibehörden Siegen-Wittgenstein und Koblenz. Seit Montag ist bekannt, dass Luise Opfer eines Tötungsdelikts wurde.
Zwölfjähre aus Freudenberg tot - Schüler werden psychologisch betreut
Am Montag soll eine Obduktion durchgeführt werden. Hinweise auf ein Sexualdelikt liegen derzeit nicht vor. Der Schock in Freudenberg sitzt tief. „Wir sind in Freudenberg tief erschüttert und in Gedanken bei den Angehörigen. Ich habe für heute Trauerbeflaggung angeordnet“, sagte Bürgermeisterin Nicole Reschke.
Der Unterricht in der Schule von Luise fand wie geplant statt. Dennoch gab es Gesprächsangebote für Mitschülerinnen und Schüler. mit Psychologen. „Wir möchten den Kindern die Möglichkeit geben, ihre Gedanken und Fragen loszuwerden und versuchen, sie aufzufangen“, so Reschke.
Schon am Sonntagabend fand für Luise eine Andacht in der evangelischen Kirche in Freudenberg statt, bei der sich zahlreiche Menschen versammelten. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Wir stehen in Kontakt mit den Ermittlungsbehörden in Siegen“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. (mit dpa-Material)
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